Kampf gegen Ölpest Forscher erheben schwere Vorwürfe gegen BP
BP hat laut einem Bericht von Wissenschaftlern verlangt, Studien zur Ölpest zurückzuhalten. Die Experten werfen dem Ölkonzern vor, sie fürs Schweigen bezahlen zu wollen.
© AUL LOEB/AFP/Getty Images

Forscher im Golf: Ein Team von Biologen sucht nach Pelikanen
Angesichts erwarteter Klagen wegen der Ölpest im Golf von Mexiko soll der britische BP-Konzern versucht haben, das Schweigen von Experten zu erkaufen. In angebotenen Verträgen verlangte das Unternehmen laut dem britischen Rundfunksender BBC von Wissenschaftlern, dass sie ihre Forschungen im Auftrag des Konzerns nicht veröffentlichen.
Sie dürften zudem über die enthaltenen Informationen und Daten mindestens drei Jahre lang nicht sprechen – oder jedenfalls bis zu dem Zeitpunkt nicht, an dem die US-Regierung die Schadenersatzzahlungen wegen der Katastrophe abschließend festlege. Die BBC dokumentierte die Verträge .
Wissenschaftler erhoben deutliche Vorwürfe gegenüber dem Konzern. Hier habe ein Großunternehmen umfassend versucht, sich Schweigen zu sichern, sagte Cary Nelson vom Amerikanischen Verband der Professoren
in einem Interview
.
Ein Konzernvertreter sagte, BP habe mehr als ein Dutzend Wissenschaftler mit Fachkenntnissen zum Golf von Mexiko angeheuert. Das Unternehmen erlege Forschern aber "keine Beschränkungen dabei auf, über wissenschaftliche Daten zu reden", sagte ein Sprecher.
Bob Shipp, der Leiter der Meeresforschung an der Universität von South Alabama, sagte dem Sender jedoch, Anwälte von BP hätten ihn angesprochen und seine ganze Abteilung gewollt.
Als er die Grundregeln festgelegt habe, dass alle Daten der Wissenschaftsgemeinschaft frei zugänglich sein und unabhängig überprüft werden müssten, seien die BP-Vertreter schnell wieder abgezogen. "Wir haben nie mehr von ihnen gehört."
- Datum 23.07.2010 - 08:26 Uhr
- Quelle AFP
- Kommentare 12
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Wen schon wundern derartige Erkenntnisse?
Da wo, geballte Finanzmacht herrscht, herrscht ein Hang wider jedwede Moral...
....verstehe, wurde die Studie noch nicht durchgeführt sondern sollte für BP den Schaden einschätzen. Eine solche Einschätzung braucht BP um sich auf Klagen und Verhandlungen vorzubereiten. Die Studie wäre also Teil der Verteidigungsunterlagen. Solches Material wird eigentlich immer deskretionär behandelt. Zudem würde die Untersuchung von BP bezahlt und wäre somit deren Eigentum. Da ist es üblich einen Passus im Vertrag aufzunehmen, der eine Veröffentlichung durch die Forscher untersagt.
Natürlich wird die Motivation der Forscher hier nicht untersucht. So wissen wir nicht, wieso sie in dieser Art an die Medien zu treten BP schaden wollen. Was wir wissen ist, dass sie genau das wollen.
…auch wenn BP für die zweit größte Menschen gemachte Umweltkatastrophe verantwortlich ist und dafür zahlen soll, jemand nenne mir ein Unternehmen – egal welche Branche – die eine von ihnen in Auftrag gegebene und bezahlte Untersuchung nicht einfach so veröffentlicht sehen will ohne zu wissen was da auf sie zukommt.
Auch BP hat Rechte, das sollte man – auch wenn es Dank deren Inkompetenz und dem Ausmaßes des Desasters schwer fällt – nicht vergessen.
Das ist doch nur folgerichtig.
Man denke an das "Exxon Valdez"-Unglück: damals verpflichtete Exxon sich sämtliche Anwälte der Umgebung - die dadurch die Opfer, d.h. die Fischer vor Ort nicht mehr vertreten konnten, da sie befangen waren. So fanden diese keine juristische Vertretung - Problem der individuellen Klagen gelöst!
Der Versuch ist doch gut nachvollziehbar: betrachtet man das Potential zur Imageschädigung, welches wissenschaftlichen Studien nunmal eigen ist, dann tut BP gut daran, sich darum zu kümmern. Und da die Ergebnisse nicht aktiv für die eigene PR eingesetzt werden kann, sondern nur schwärzeste Bilder gegen das eigene Image liefern kann, versucht man sie eben aufzukaufen und "verschwinden zu lassen". Hat man sie erstmal in der Hand, können die wissenschaftlichen Ergebnisse nicht gegen einen verwendet werden. So die Denkweise.
Folgerichtig, wenn auch nicht gerade moralisch einwandfrei. Aber bei den Summen, die da fliessen, ist der Begriff "Moral" sowieso ein Fremdwort geworden.
Immerhin, die angesprochenen Wissenschaftler verdienen Respekt, wenn sie sich hier als nicht korrumpierbar erwisen haben. D.h. diejenigen, von denen man weiss - die, bei denen BP Erfolg hatte, kennt man ja nicht.
So Leid es mir tut: In unseren Gesetzen ist es nun mal verankert, dass ein Konzern alle Wissenschaftler kaufen/ engagieren kann, um alle Erkenntnisse zurückzuhalten. Man darf auch alle Anwälte anwerben, damit diese wegen Befangenheit nicht für die Gegenseite arbeiten können. Das ist nun mal erlaubt.
Dass sowas funktioniert, liegt wohl daran, dass wir Menschen geldgeil sind und unsere Moral über Bord werfen, solange es uns noch gut geht. Zum Glück gibt es doch noch welche, die Anstand haben und sich nicht kaufen lassen.
Aber ich denke, man kann in diesem Fall BP nichts ankreiden: Jeder Konzern hält seine eigenen Studien unter Verschluss. Alle "Greenwashing-Unternehmen" sagen zwar, wie umweltfreundlich sie sind, aber es wird nie mit Studien belegt. Denn diese müsste man fälschen, wirklich umweltfreundlich sind die wenigsten. Für Wissenschaftler gibt es nun mal die Option, für einen Arbeitgeber zu arbeiten und sich an dessen Regeln zu halten oder auf eigene Faust zu forschen. Sind Sie bereit, das zu bezahlen?
....wieso der Forschungsvertrag nicht zustande kam und wer davon wusste. Dafür haben wir lediglich das Wort dessen, der den Vertrag nicht bekam und dessen wissenschaftliches Ansehen auf dem Spiel stünde, würde man denken, er hätte den Vertrag aus Inkompetenz nicht erhalten.
So braucht es mehr Informationen, um einen Helden belegen zu können. Natürlich setzt bei guten Menschen der David/Goliat Reflex sofort ein und es ist schwer einen konditionierten Solchen zu kontrollieren, wie wir von Pawlow wissen, aber wir müssen gegen ihn ankämpfen, wenn wir wahrlich gute Menschen sein wollen.
So Leid es mir tut: In unseren Gesetzen ist es nun mal verankert, dass ein Konzern alle Wissenschaftler kaufen/ engagieren kann, um alle Erkenntnisse zurückzuhalten. Man darf auch alle Anwälte anwerben, damit diese wegen Befangenheit nicht für die Gegenseite arbeiten können. Das ist nun mal erlaubt.
Dass sowas funktioniert, liegt wohl daran, dass wir Menschen geldgeil sind und unsere Moral über Bord werfen, solange es uns noch gut geht. Zum Glück gibt es doch noch welche, die Anstand haben und sich nicht kaufen lassen.
Aber ich denke, man kann in diesem Fall BP nichts ankreiden: Jeder Konzern hält seine eigenen Studien unter Verschluss. Alle "Greenwashing-Unternehmen" sagen zwar, wie umweltfreundlich sie sind, aber es wird nie mit Studien belegt. Denn diese müsste man fälschen, wirklich umweltfreundlich sind die wenigsten. Für Wissenschaftler gibt es nun mal die Option, für einen Arbeitgeber zu arbeiten und sich an dessen Regeln zu halten oder auf eigene Faust zu forschen. Sind Sie bereit, das zu bezahlen?
....wieso der Forschungsvertrag nicht zustande kam und wer davon wusste. Dafür haben wir lediglich das Wort dessen, der den Vertrag nicht bekam und dessen wissenschaftliches Ansehen auf dem Spiel stünde, würde man denken, er hätte den Vertrag aus Inkompetenz nicht erhalten.
So braucht es mehr Informationen, um einen Helden belegen zu können. Natürlich setzt bei guten Menschen der David/Goliat Reflex sofort ein und es ist schwer einen konditionierten Solchen zu kontrollieren, wie wir von Pawlow wissen, aber wir müssen gegen ihn ankämpfen, wenn wir wahrlich gute Menschen sein wollen.
Eines muß man BP sicherlich zugute halten: die anderen Ölkonzerne sind keinen Deut besser. Weder bei den Methoden der Wahrheitsverbiegung noch bei den Sicherheitsmaßnahmen auf den Bohrinseln dürften die Unterschiede nennenswert sein. Die anderen hatten bei ihren Tiefseeschlampereien bislang wohl nur mehr Glück oder ein besseres Händchen bei der Vertuschung der Umweltzerstörung.
So Leid es mir tut: In unseren Gesetzen ist es nun mal verankert, dass ein Konzern alle Wissenschaftler kaufen/ engagieren kann, um alle Erkenntnisse zurückzuhalten. Man darf auch alle Anwälte anwerben, damit diese wegen Befangenheit nicht für die Gegenseite arbeiten können. Das ist nun mal erlaubt.
Dass sowas funktioniert, liegt wohl daran, dass wir Menschen geldgeil sind und unsere Moral über Bord werfen, solange es uns noch gut geht. Zum Glück gibt es doch noch welche, die Anstand haben und sich nicht kaufen lassen.
Aber ich denke, man kann in diesem Fall BP nichts ankreiden: Jeder Konzern hält seine eigenen Studien unter Verschluss. Alle "Greenwashing-Unternehmen" sagen zwar, wie umweltfreundlich sie sind, aber es wird nie mit Studien belegt. Denn diese müsste man fälschen, wirklich umweltfreundlich sind die wenigsten. Für Wissenschaftler gibt es nun mal die Option, für einen Arbeitgeber zu arbeiten und sich an dessen Regeln zu halten oder auf eigene Faust zu forschen. Sind Sie bereit, das zu bezahlen?
Warum wird eigentlich immer noch an BP Tankstellen halt gemacht um aufzutanken? Wegbrechen von Einnahmen, das ist die Sprache, die Wirtschaftsbosse verstehen.
Diese Herrschaften sind alsdann nur mehr 60 cm groß mit Hut.
Das gilt auch für alle anderen GROSSEN im Erdölgeschäft. Sie bedienen sich der wohl größten Umweltvernichtungsanlagen.
Man stecke überdies der Forschung wesentlich mehr Geld zu(Gewinne aus dieser Vernichtungsanlagen für Lebensgrundlage), damit möglichst rasch auf diese klebrige Masse aus der Tiefe weitestgehend verzichtet werden kann.
....wieso der Forschungsvertrag nicht zustande kam und wer davon wusste. Dafür haben wir lediglich das Wort dessen, der den Vertrag nicht bekam und dessen wissenschaftliches Ansehen auf dem Spiel stünde, würde man denken, er hätte den Vertrag aus Inkompetenz nicht erhalten.
So braucht es mehr Informationen, um einen Helden belegen zu können. Natürlich setzt bei guten Menschen der David/Goliat Reflex sofort ein und es ist schwer einen konditionierten Solchen zu kontrollieren, wie wir von Pawlow wissen, aber wir müssen gegen ihn ankämpfen, wenn wir wahrlich gute Menschen sein wollen.
Natürlich kann man nicht wissen was wirklich passierte. Aber wenn sie die anderen Kommentare gelesen haben können sie sicher die Schlußfolgerungen verstehen die möglich sind:
BP versuchte duzende! Wissenschaftler unter Verttrag zu nehmen welche dann natürlich keine belastenden Daten veröffentlichen können. Das hat nichts mit einem Reflex zu tun sondern damit, die Handlungsweisen von Großkonzernen bezüglich simpler Kosten/Nutzen überlegungen zu erkennen. Und es schadet bestimmt nicht sich das ab und an wieder deutlich zu machen.
Ihre verteidigung von Konzernen klingt sehr naiv. Glauben sie denn hier geht es darum das einige moderne Robin Hoods versuchen gegen BP vorzugehen obwohl diese doch nur versuchen ihr Profit zu maximieren damit auch der kleinste Mitarbeiter mit möglichst dicker Gehaltstüte zu Frau und Kind nach Hause geht?
Verstehen Sie mich nicht falsch. Ich bin durchaus der Meinung, dass BP einen entsprechenden Ausgleich schaffen muss und für eventuelle kriminelle Handlungen bestraft werden muss. Es geht aber eigentlich hier nicht darum, sondern es ist die Frage, wie BP sich verteidigen darf.
Könnte BP alle Forscher binden, so wäre das eine Sache und man müsste sich dagegen zur Wehr setzen. Dies aber scheint ziemlich unwahrscheinlich, da der Widersacher in diesem Fall der grösste Mandant ist, den die Forschungsindustrie hat. Dieser wird sicherlich Forscher gewinnen können, die seine Interessen beachten.
Natürlich kann man nicht wissen was wirklich passierte. Aber wenn sie die anderen Kommentare gelesen haben können sie sicher die Schlußfolgerungen verstehen die möglich sind:
BP versuchte duzende! Wissenschaftler unter Verttrag zu nehmen welche dann natürlich keine belastenden Daten veröffentlichen können. Das hat nichts mit einem Reflex zu tun sondern damit, die Handlungsweisen von Großkonzernen bezüglich simpler Kosten/Nutzen überlegungen zu erkennen. Und es schadet bestimmt nicht sich das ab und an wieder deutlich zu machen.
Ihre verteidigung von Konzernen klingt sehr naiv. Glauben sie denn hier geht es darum das einige moderne Robin Hoods versuchen gegen BP vorzugehen obwohl diese doch nur versuchen ihr Profit zu maximieren damit auch der kleinste Mitarbeiter mit möglichst dicker Gehaltstüte zu Frau und Kind nach Hause geht?
Verstehen Sie mich nicht falsch. Ich bin durchaus der Meinung, dass BP einen entsprechenden Ausgleich schaffen muss und für eventuelle kriminelle Handlungen bestraft werden muss. Es geht aber eigentlich hier nicht darum, sondern es ist die Frage, wie BP sich verteidigen darf.
Könnte BP alle Forscher binden, so wäre das eine Sache und man müsste sich dagegen zur Wehr setzen. Dies aber scheint ziemlich unwahrscheinlich, da der Widersacher in diesem Fall der grösste Mandant ist, den die Forschungsindustrie hat. Dieser wird sicherlich Forscher gewinnen können, die seine Interessen beachten.
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