PR-Kampagne Atomstreit spaltet deutsche WirtschaftSeite 2/2
Vor allem aber verweigert Siemens seine Unterstützung, einer der größten europäischen Technologiekonzerne. In einem offiziellen Statement anlässlich der jüngsten PR-Kampagne lässt der Konzern mitteilen, dass man sich im "direkten Austausch und Gespräch mit der Politik" an der Diskussion beteilige. Im Klartext: Eine Anzeigenkampagne braucht Siemens-Chef Peter Löscher nicht.
Und überhaupt: Derzeit werde zu sehr über "Lenkungsaspekte und fiskalische Zielsetzungen" diskutiert als über "wünschenswerte und erforderliche konzeptionelle und langfristige Überlegungen zur Gestaltung einer ausgewogenen, nachhaltigen und innovativen Energieversorgung am Standort Deutschland", so der Konzern.
Der wahre Hintergrund für die Zurückhaltung bei Siemens ist nach Auffassung von Branchenkennern ganz einfach: Das Unternehmen fürchtet um zwei wichtige Geschäftsfelder: um den Bau neuer, effizienter Kohlekraftwerke und um seine Sparte erneuerbare Energien. Beide sind unmittelbar von einer Laufzeitverlängerung der AKWs betroffen. Zurzeit liegen wegen der unklaren Investitionsverhältnisse zahlreiche Pläne für Kohlekraftwerke brach.
Würden die Atommeiler noch länger am Netz bleiben, gebe es noch weniger Handlungs- und Investitionsdruck für Stromversorger, ihre Altanlagen abzuschalten und in neue Kohlemeiler zu investieren. Ähnlich sieht es in der Sparte erneuerbare Energien aus, einem Zukunftssegment des Konzerns: Mit Umwelttechnologien erwirtschaften die Münchner einen immer größeren Anteil ihres Umsatzes. Siemens stellt mittlerweile weltweit seine Windräder auf.
Auch der Mittelstand, von der Bundesregierung gerne als " Rückgrat der deutschen Wirtschaft " bezeichnet, kann sich für den Appell der Atomkonzerne nicht erwärmen. Ein Sprecher des Verbands kommunaler Unternehmen (VKU) betont: "Für uns sprechen die nicht." Der VKU, der 1400 Stadtwerke und regionale Stromkonzerne vertritt, sieht sich selbst als "energiewirtschaftlicher Mittelstand" und tritt für eine dezentrale Energieversorgung ein.
Das ist der Gegenentwurf zu den vier Oligopolisten, die ihre marktbeherrschende Stellung verteidigen. "Es geht bei der Erstellung des Nationalen Energiekonzepts auch darum, den Ausbau der erneuerbaren Energien in dezentralen Strukturen industriepolitisch sicherzustellen", betont VKU-Hauptgeschäftsführer Hans-Joachim Reck.
Auffallend still ist es noch an anderer Stelle: bei so manchem Windkraft- und Solaranlagen-Hersteller. Die Firmen schicken in der aktuellen politischen Debatte lieber ihre Bundesverbände vor, um gegen die Laufzeitverlängerung zu kämpfen. Kaum ein Unternehmen mag sich namentlich in der Presse zum Atomstreit äußern. Der Grund ist nahe liegend und wird von Branchenkennern bestätigt: Die Firmen fürchten um ihre Aufträge.
Schließlich gehören die Ökostrom-Sparten der vier großen Stromkonzerne inzwischen zu wichtigen Auftraggebern. RWE Innogy vergibt etwa Aufträge an den Windkraftanlagen-Spezialisten Repower und kooperiert mit dem Solaranlagen-Spezialisten Solar Millenium beim Bau des Solarkraftwerks Andasol in Spanien.
- Datum 23.08.2010 - 17:47 Uhr
- Seite 1 | 2 | Auf einer Seite lesen
- Quelle ZEIT ONLINE
- Kommentare 106
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:





Die öffentliche Diskussion und Merkels Schautermine vor Windrädern lenken nur davon ab, daß die Entscheidung längst gefallen ist.
Frau Merkel und ihre Komplizen haben unsere Sicherheit und die Zukunft der Energieversorgung an die Atommafia verscherbelt.
....Stromkosten im Auge und wollen sie senken, wenn sie nicht zu viel abgreifen mit ihrer Steuer. Dann wäre für die Verbraucher nichts mehr übrig.
"Frau Merkel und ihre Komplizen haben unsere Sicherheit und die Zukunft der Energieversorgung an die Atommafia verscherbelt.
"
als ob Rot-Grün keine Lobby Politik umsetzen würden. die SPD ist doch die übelste Lobby-Clique überhaupt.
Und Autofahren ist unsicherer als neben einem deutschen Atomkraftwerk zu wohnen.
Desweiteren wüste ich mal gerne welchen Verbrechens sich RWE EON usw. schuldig gemacht haben das man sie als Maffia bezeichnen darf.
....Stromkosten im Auge und wollen sie senken, wenn sie nicht zu viel abgreifen mit ihrer Steuer. Dann wäre für die Verbraucher nichts mehr übrig.
"Frau Merkel und ihre Komplizen haben unsere Sicherheit und die Zukunft der Energieversorgung an die Atommafia verscherbelt.
"
als ob Rot-Grün keine Lobby Politik umsetzen würden. die SPD ist doch die übelste Lobby-Clique überhaupt.
Und Autofahren ist unsicherer als neben einem deutschen Atomkraftwerk zu wohnen.
Desweiteren wüste ich mal gerne welchen Verbrechens sich RWE EON usw. schuldig gemacht haben das man sie als Maffia bezeichnen darf.
Bei diesem mir hoch willkommenen Beitrag, der endlich einmal den bornierten Betonköpfen ihr Meinungsdiktat streitig macht, fehlt mir eine kleine polemische Recherche. Die Frage nämlich, auf welcher Seite kreative Intelligenz und auf welcher fettbäuchige Geldgier überwiegen. Welche Seite will und kann Deutschland voranbringen und welche will es nur kahl fressen?
Ich empfinde es als störend, dass hier ständig ungeprüft Kampfbegriffe wie "Atomlobby", "Industrielobby" usw. verwendet werden.
Das ist einfach unsauber recherchiert. Wer die Energiekonzerne genau anschaut, weiß, dass sie hauptsächlich Kohlekraft zur Stromerzeugung nutzen und auch zu einem erheblichen Teil Windkraft. Die "Atomlobby" ist also auch gleich die "Kohlelobby" und gleich die "Windlobby". Die 4 großen Energiekonzerne in Deutschland sind auf 4 Märkten aktiv, von denen nur einer die Stromerzeugung ist. Außerdem betreiben diese Unternehmen Stromnetze, Handeln mit Energie und organisieren den Vertrieb von Strom.
Die interessante Frage ist doch, wie wir einen Energiemix, der Verlässlichkeit, Ökologie und Kosteneffizienz erfüllt, organisieren. Diese Frage ist keine "Lobbyfrage", es ist eine gesellschaftliche Frage, die es zu diskutieren gilt.
Wieviel wollen wir für Strom ausgeben?
Wollen wir Industrienation sein?
Was ist ein richtiger Energiemix?
Inwiefern ist es Aufgabe des Staates durch Subventionen den Weg für Technologien festzulegen?
Mit diesem Lobby-Gequatsche geht der eigentliche Kern der Diskussion verloren. Es gibt handfeste Abwägungen zwischen Kosten und Umweltschutz. Die Anzeige der Manager hat inhaltlich zu diesem Thema mehr gesagt als ich bisher in den Zeitungen lesen konnte.
Ich möchte aber von Ihnen informiert werden, schreiben Sie doch mal über den Energiemix der Zukunft.
Lieber frank12-13,
der Artikel bringt einfach nur zum Ausdruck, dass es viele Unternehmen und Branchen in Deutschland gibt, die sich dem Aufruf der Energie-Konzerne aus gutem Grund nicht angeschlossen haben.
Natürlich ist die Energieversorgung der Zukunft auch eine gesellschaftliche Frage. So wird und wurde sie immer auf ZEIT ONLINE diskutiert.
Im aktuellen Fall muss einfach darauf hingewiesen werden, welche Seite welche Interessen vertritt.
Schöne Grüße
Marcus Gatzke
geht, verabschieden wir uns aus der Industrie-Nation.
Jetzt könnte der Morgenthau-Plan aktiviert werden.
Können Sie aber schön die Hockglanzbroschüren der Atomlobby abtippen. Ganz schön einseitig, wie Sie da nachplappern.
....Preis und Policy Analysen sind ziemlich aufwendig. So sind Artikel selten, die solche Fragen aufarbeiten:
"Wieviel wollen wir für Strom ausgeben?
Wollen wir Industrienation sein?
Was ist ein richtiger Energiemix?
Inwiefern ist es Aufgabe des Staates durch Subventionen den Weg für Technologien festzulegen?"
Das wäre aber notwendig, wenn man das Thema seriös bearbeiten will.
...Renditeinteressen. Und die sind mit abgeschriebenen AtomAnlagen am höchsten - haben aber auch das höchste Entsorgungsrisiko, zu Lasten der Umwelt und Bevölkerung. Auch ein Energienmix unterliegt in allererster Line der Renditemaximierung. Alles andere ist reinste Augenwischerei im kapitalistischen Lobbyistensystem.
Und ich wuerde nur zu gerne wissen, wie viele Kommentatoren auf den Portalen der ZEIT, dem Spiegel Online, Focus, Bild, Taz usw. von PR-Beauftragten der Atomlobby oder gar den am Vereinbarungsbruch arbeitenden Parteien beauftragt und bezahlt werden, um die Diskussionen zu lenken.
Fakt bleibt: Die Mehrheit der Deutschen wollen den Ausstieg und die PR-Strategen arbeiten daran, uns umzustimmen.
Die Demokratie in unserem Land verliert zunehmend an Substanz.
"Inwiefern ist es Aufgabe des Staates durch Subventionen den Weg für Technologien festzulegen?" Gegen die seit Jahrzehnten vom deutschen Staat extrem subventionierte Kernenergie hätte keine alternative Technologie auch nur die geringste Chance, es sei denn sie wird ebenfalls subventioniert. Dass die Atomlobby ihre eigenen Subventionen befürwortet und die für die Gegenseite verteufelt, ist zwar nachvollziehbar, aber es macht sie ganz gewiss nicht glaubwürdiger.
Eben, das ist es. Der Strom aus Kernenergie ist für die Konzerne sehr günstig zu vertreiben, bringt sehr viel ein und die Umweltschäden unermesslichen Ausmaßes tragen wir und vor allen Dingen noch zig Generationen nach uns. Aber das Entscheidende, man bremst Technologien, die für unsere Energieversorgung der Zukunft überfällig sind. Kernenergie ist veraltet, ist stark umweltfeindlich, bleibt ständig gefährlich, hat nur für die Anbieter Vorteile, weil er billig in der Herstellung ist. Dies aber nur, weil die Entsorgung zum großen Teil von der Allgemeinheit getragen wird, weil aufwendige, aber notwendige Kontrollen und Reparaturen unterbleiben, denn dafür müssten die Anlagen sehr lange still gelegt werden.
Mir kommen gleich die Tränen !
Lieber frank12-13,
der Artikel bringt einfach nur zum Ausdruck, dass es viele Unternehmen und Branchen in Deutschland gibt, die sich dem Aufruf der Energie-Konzerne aus gutem Grund nicht angeschlossen haben.
Natürlich ist die Energieversorgung der Zukunft auch eine gesellschaftliche Frage. So wird und wurde sie immer auf ZEIT ONLINE diskutiert.
Im aktuellen Fall muss einfach darauf hingewiesen werden, welche Seite welche Interessen vertritt.
Schöne Grüße
Marcus Gatzke
geht, verabschieden wir uns aus der Industrie-Nation.
Jetzt könnte der Morgenthau-Plan aktiviert werden.
Können Sie aber schön die Hockglanzbroschüren der Atomlobby abtippen. Ganz schön einseitig, wie Sie da nachplappern.
....Preis und Policy Analysen sind ziemlich aufwendig. So sind Artikel selten, die solche Fragen aufarbeiten:
"Wieviel wollen wir für Strom ausgeben?
Wollen wir Industrienation sein?
Was ist ein richtiger Energiemix?
Inwiefern ist es Aufgabe des Staates durch Subventionen den Weg für Technologien festzulegen?"
Das wäre aber notwendig, wenn man das Thema seriös bearbeiten will.
...Renditeinteressen. Und die sind mit abgeschriebenen AtomAnlagen am höchsten - haben aber auch das höchste Entsorgungsrisiko, zu Lasten der Umwelt und Bevölkerung. Auch ein Energienmix unterliegt in allererster Line der Renditemaximierung. Alles andere ist reinste Augenwischerei im kapitalistischen Lobbyistensystem.
Und ich wuerde nur zu gerne wissen, wie viele Kommentatoren auf den Portalen der ZEIT, dem Spiegel Online, Focus, Bild, Taz usw. von PR-Beauftragten der Atomlobby oder gar den am Vereinbarungsbruch arbeitenden Parteien beauftragt und bezahlt werden, um die Diskussionen zu lenken.
Fakt bleibt: Die Mehrheit der Deutschen wollen den Ausstieg und die PR-Strategen arbeiten daran, uns umzustimmen.
Die Demokratie in unserem Land verliert zunehmend an Substanz.
"Inwiefern ist es Aufgabe des Staates durch Subventionen den Weg für Technologien festzulegen?" Gegen die seit Jahrzehnten vom deutschen Staat extrem subventionierte Kernenergie hätte keine alternative Technologie auch nur die geringste Chance, es sei denn sie wird ebenfalls subventioniert. Dass die Atomlobby ihre eigenen Subventionen befürwortet und die für die Gegenseite verteufelt, ist zwar nachvollziehbar, aber es macht sie ganz gewiss nicht glaubwürdiger.
Eben, das ist es. Der Strom aus Kernenergie ist für die Konzerne sehr günstig zu vertreiben, bringt sehr viel ein und die Umweltschäden unermesslichen Ausmaßes tragen wir und vor allen Dingen noch zig Generationen nach uns. Aber das Entscheidende, man bremst Technologien, die für unsere Energieversorgung der Zukunft überfällig sind. Kernenergie ist veraltet, ist stark umweltfeindlich, bleibt ständig gefährlich, hat nur für die Anbieter Vorteile, weil er billig in der Herstellung ist. Dies aber nur, weil die Entsorgung zum großen Teil von der Allgemeinheit getragen wird, weil aufwendige, aber notwendige Kontrollen und Reparaturen unterbleiben, denn dafür müssten die Anlagen sehr lange still gelegt werden.
Mir kommen gleich die Tränen !
Lieber frank12-13,
der Artikel bringt einfach nur zum Ausdruck, dass es viele Unternehmen und Branchen in Deutschland gibt, die sich dem Aufruf der Energie-Konzerne aus gutem Grund nicht angeschlossen haben.
Natürlich ist die Energieversorgung der Zukunft auch eine gesellschaftliche Frage. So wird und wurde sie immer auf ZEIT ONLINE diskutiert.
Im aktuellen Fall muss einfach darauf hingewiesen werden, welche Seite welche Interessen vertritt.
Schöne Grüße
Marcus Gatzke
meine Kritik bezog sich vor allem auf den Subtitel (Begriff "Atomlobby") und Aussagen wie "Schließlich gilt der VDMA als einer der mächtigsten Wirtschaftsverbände", sowie auf ähnliche Begriffswahl in anderen Artikeln heute und gestern.
Ich kenne diese Verbände ganz gut, weil sich einige Freunde und Familienmitglieder von mir in verschiedenen Vorständen dieser Verbände die Zeit vertreiben.
Sind diese Verbände Lobbys? Nein, zumindest nicht in dem Sinne, wie ich die Begrifflichkeit verstehe. Unter einer Lobby würde ich vermuten, dass sie schlagkräftig politische Interessen vertritt. Der IHK, der VDMA, Gesamtmetall usw. sind in ihrer politischen Mitsprache absolute Schwächlinge. Es handelt sich dabei um Honoratiorenverbände oder noch trivialer "Plauderrunden".
Bei vielen Lesern ihres Blattes entsteht der Eindruck die "Atomlobby" oder die "Industrielobby" könnte Merkel unter Druck setzen. Der ein oder andere arme Tropf hier fühlt sich von der "Atomlobby" statt von der Bundesregierung regiert.
Das ist übertrieben, wenn man das Innenleben dieser Verbände kennt.
Einige der Zusammenhänge, die dieser Artikel diskutiert sind sicher korrekt. Dass jeder Manager knallhart die Interessen seines Unternehmens kalkuliert, wäre zwar wünschenswert, entspricht aber nicht meiner Erfahrung. Man wird 20 min von irgendeiner Presseabteilungsfrau gebrieft und dann erzählt man dem Journalisten, was einem grad so einfällt.
MfG
Frank
"...der Artikel bringt einfach nur zum Ausdruck, dass es viele Unternehmen und Branchen in Deutschland gibt, die sich dem Aufruf der Energie-Konzerne aus gutem Grund nicht angeschlossen haben."
Nun, das kommt darauf an, was man als "guten Grund" ansieht. Der Artikel zeigt zunächst einmal, dass "die Wirtschaft" (also Unternehmen und verschiedene betroffene Verbände) nicht alle einer Meinung sind. Aber wer als "guten Grund" für den Wiederspruch gegen die Laufzeitverlängerung Gemeinwohlargumente erwartet hat, ist enttäuscht: Die Gegner der Laufzeitverlängerung scheinen eher ihre eigenen Partikularinteressen zu vertreten. Das dürfen sie ja auch; es gibt allerdings kaum Argumente dafür her, was (vom Aspekt des Gemeinwohls) das Richtige ist.
Soweit ich die Debatte hier lesen kann, werden die relevanten Fragen (sehr schön von frank 12-13 zusammengefasst) gar nicht angesprochen. Diese Debatte hilft mir kein Stück bei meiner eigenen Meinungsbildung: eine Debatte, die die Teilnehmer dumm zurücklässt und zur Diskreditierung von Demokratie beiträgt.
meine Kritik bezog sich vor allem auf den Subtitel (Begriff "Atomlobby") und Aussagen wie "Schließlich gilt der VDMA als einer der mächtigsten Wirtschaftsverbände", sowie auf ähnliche Begriffswahl in anderen Artikeln heute und gestern.
Ich kenne diese Verbände ganz gut, weil sich einige Freunde und Familienmitglieder von mir in verschiedenen Vorständen dieser Verbände die Zeit vertreiben.
Sind diese Verbände Lobbys? Nein, zumindest nicht in dem Sinne, wie ich die Begrifflichkeit verstehe. Unter einer Lobby würde ich vermuten, dass sie schlagkräftig politische Interessen vertritt. Der IHK, der VDMA, Gesamtmetall usw. sind in ihrer politischen Mitsprache absolute Schwächlinge. Es handelt sich dabei um Honoratiorenverbände oder noch trivialer "Plauderrunden".
Bei vielen Lesern ihres Blattes entsteht der Eindruck die "Atomlobby" oder die "Industrielobby" könnte Merkel unter Druck setzen. Der ein oder andere arme Tropf hier fühlt sich von der "Atomlobby" statt von der Bundesregierung regiert.
Das ist übertrieben, wenn man das Innenleben dieser Verbände kennt.
Einige der Zusammenhänge, die dieser Artikel diskutiert sind sicher korrekt. Dass jeder Manager knallhart die Interessen seines Unternehmens kalkuliert, wäre zwar wünschenswert, entspricht aber nicht meiner Erfahrung. Man wird 20 min von irgendeiner Presseabteilungsfrau gebrieft und dann erzählt man dem Journalisten, was einem grad so einfällt.
MfG
Frank
"...der Artikel bringt einfach nur zum Ausdruck, dass es viele Unternehmen und Branchen in Deutschland gibt, die sich dem Aufruf der Energie-Konzerne aus gutem Grund nicht angeschlossen haben."
Nun, das kommt darauf an, was man als "guten Grund" ansieht. Der Artikel zeigt zunächst einmal, dass "die Wirtschaft" (also Unternehmen und verschiedene betroffene Verbände) nicht alle einer Meinung sind. Aber wer als "guten Grund" für den Wiederspruch gegen die Laufzeitverlängerung Gemeinwohlargumente erwartet hat, ist enttäuscht: Die Gegner der Laufzeitverlängerung scheinen eher ihre eigenen Partikularinteressen zu vertreten. Das dürfen sie ja auch; es gibt allerdings kaum Argumente dafür her, was (vom Aspekt des Gemeinwohls) das Richtige ist.
Soweit ich die Debatte hier lesen kann, werden die relevanten Fragen (sehr schön von frank 12-13 zusammengefasst) gar nicht angesprochen. Diese Debatte hilft mir kein Stück bei meiner eigenen Meinungsbildung: eine Debatte, die die Teilnehmer dumm zurücklässt und zur Diskreditierung von Demokratie beiträgt.
Für mich ein (in letzter Zeit leider selten gewordenes) Beispiel, was Journalismus kann und auch sollte: Alle (wenigstens aber mehrere) Positionen darstellen.
Sehr schön der Absatz über den Verband der Maschinenbauer und damit die doch auch gerade von den jetzigen Regierungsparteien immer wieder beschworene Planungssicherheit, gerade für den Mittelstand: "...wir haben uns auf den Atomausstieg eingestellt und dementsprechend investiert".
Das Gleiche gilt für den Verband Kommunaler Unternehmen.
Aus solchen Puzzle-Teilchen, zusammen mit dem Mauern der großen Stromkonzerne beim Umbau des Netzes lässt sich dann auch ganz gut "zusammensetzen", worum es im Grunde geht: Es ist nicht die verlässliche oder gar nachhaltige Versorgung des Landes mit bezahlbarer Energie. Es ist einzig und allein der verzweifelte Kampf, die eigene (Über) Macht am Markt mit allen Mitteln zu bewahren. Solarzellen, Windräder, selbst Wasserkraftwerke benötigen nämlich nicht zwingend einen großen, finanzstarken Konzern im Hintergrund.
So gesehen bringe aber auch ich Verständnis dafür auf, dass unsere Kanzlerin Verständnis sogar für diese Art der Einflussnahme aufbringt. Immerhin kämpft da jemand um's nackte Überleben!
Ist doch ein bisschen übertrieben. Diese Interessengruppen "kämpfen" höchsten um noch mehr Gewinn.
Denn ob die Herren jetzt ein AKW noch länger betreiben dürfen oder ein AKW neu bauen oder doch ein Kohlekraftwerk neubauen oder sich doch am "Energiemix" beteiligen... ist doch "nur" eine Investitionsentscheidung.
Durch den deutschen Atomausstieg hier nachzulesen:
http://de.wikipedia.org/wiki/Atomgesetz_(Deutschland)
dürfen die Herren Stromproduzenten ihre Atomkraftwerke noch solange laufen lassen, bis die vorgeschriebenen Stromerzeugungsquoten voll sind. Eine Verlängerung schiebt nur die Notwendigkeit neuer Investitionen (Bau von neuen Kraftwerken) weiter nach hinten und beschert ihnen hohe Gewinne.
"Kampf um das nackte Überleben" sieht für mich anders aus.
P.S. Ich weiß, dass Wikipedia nicht unbedingt als Quelle optimal ist.
Ist doch ein bisschen übertrieben. Diese Interessengruppen "kämpfen" höchsten um noch mehr Gewinn.
Denn ob die Herren jetzt ein AKW noch länger betreiben dürfen oder ein AKW neu bauen oder doch ein Kohlekraftwerk neubauen oder sich doch am "Energiemix" beteiligen... ist doch "nur" eine Investitionsentscheidung.
Durch den deutschen Atomausstieg hier nachzulesen:
http://de.wikipedia.org/wiki/Atomgesetz_(Deutschland)
dürfen die Herren Stromproduzenten ihre Atomkraftwerke noch solange laufen lassen, bis die vorgeschriebenen Stromerzeugungsquoten voll sind. Eine Verlängerung schiebt nur die Notwendigkeit neuer Investitionen (Bau von neuen Kraftwerken) weiter nach hinten und beschert ihnen hohe Gewinne.
"Kampf um das nackte Überleben" sieht für mich anders aus.
P.S. Ich weiß, dass Wikipedia nicht unbedingt als Quelle optimal ist.
geht, verabschieden wir uns aus der Industrie-Nation.
Jetzt könnte der Morgenthau-Plan aktiviert werden.
Lobby ist schon der richtige Begriff. Auch wenn die Energiekonzerne in allen Feldern vertreten sind, so gibt es ja für jeden Bereich externe Unterstützer / Gegner. Die dann in Summe eine Lobby bilden. Klar ist auch, dass die Energiekonzerne am liebsten nur in Kohle und Atom investieren würden.
Die Frage des Energiemixes ist keine gesellschaftliche Frage, denn die Gesellschaft hat bei den Monopolisten rein gar nix zu entscheiden.
In einem liberalen Markt könnten Kunden ihre Wünsche durch Nachfrage steuern, diesen Markt wird es aber nie geben. Vor allem nicht in einem Geiz ist Geil Deutschland.
Da wurden ein paar Windräder gebaut und schon denken die meisten, dass ist nachhaltig. Wir haben uns von den Energiekonzernen schön verschaukeln lassen. Nachhaltig ist keines der Konzepte.
Würden wir jedoch als Gesellschaft komplett umdenken und massiv und koordiniert Druck ausüben, dann gelänge es vielleicht, was zu bewirken, das mehr idealistischer als rein wirtschaftlicher Natur ist...
...unter gesellschaftlichen und UmweltGesichtspunkten betrachten wollten müßten Sie die Macht der Konzerne zerschlagen. Tun Sie das nicht wird es ihnen einzig um die Gewinnmaximierung gehen.
wenn Sie von "ein paar Windrädern" reden. Wahrscheinlich leben Sie im tiefsten Bayern, wo es so etwas mangels Wind kaum gibt. Kommen Sie doch mal nach Norddeutschland und schauen Sie sich das an. Dort stehen Zehntausende von Windrädern, an der Nordseeküste sieht man ja bald vor lauter "Spargeln" gar nichts anderes mehr! Mich nervt schon einigermaßen, daß diese enorme Menge aufgebaut und investiert wurde und dann heißt es "es wurde nichts gemacht", übrigens auch leider des öfteren in dre "Zeit".
Zum Thema nachhaltig: Rustydust, wo ist denn nun IHR nachhaltiges Konzept? Keine Idee? Meckern kann jeder!
...unter gesellschaftlichen und UmweltGesichtspunkten betrachten wollten müßten Sie die Macht der Konzerne zerschlagen. Tun Sie das nicht wird es ihnen einzig um die Gewinnmaximierung gehen.
wenn Sie von "ein paar Windrädern" reden. Wahrscheinlich leben Sie im tiefsten Bayern, wo es so etwas mangels Wind kaum gibt. Kommen Sie doch mal nach Norddeutschland und schauen Sie sich das an. Dort stehen Zehntausende von Windrädern, an der Nordseeküste sieht man ja bald vor lauter "Spargeln" gar nichts anderes mehr! Mich nervt schon einigermaßen, daß diese enorme Menge aufgebaut und investiert wurde und dann heißt es "es wurde nichts gemacht", übrigens auch leider des öfteren in dre "Zeit".
Zum Thema nachhaltig: Rustydust, wo ist denn nun IHR nachhaltiges Konzept? Keine Idee? Meckern kann jeder!
Angeblich sind wir Menschen das ja. Wenn man allerdings liest, dass auf beiden Seiten der Demarkationslinie 'Laufzeitverlängerung' offenbar nicht über ein nachhaltiges, zukunftsfähiges Energiekonzept für Deutschland, sondern über die Aufträge für das eigene Unternehmen gegrübelt wird, wird mir übel. Um's nackte Überleben geht es hier wohl für niemanden, zumindest nicht für die betroffenen Unternehmensführungen. Wer immer noch nicht erkannt hat, das Atomenergie ein Auslaufmodell ist und entsprechend in andere Richtungen investiert hat (und sich entsprechend auf den lange bekannten Ausstieg vorbereitet hat), der hat es nicht anders verdient, als Einbußen hinehmen zu müssen. Den wahren Kampf ums nackte Überleben können wir, falls wir vergessen haben sollten, wie er aussieht, derzeit an unseren Fernsehgeräten anhand der Bilder aus Pakistan beobachten.
Gilt es denn tatächlich immer noch als akzeptabel und "normal", das privatwirtschaftliche Unternehmen, deren Aktivitäten weitreichende Folgen für ganz Deutschland und seine Bevölkerung haben, ihre Überzeugungen und Entscheidungen allein daran festmachen, welche Aufträge sie erhalten und/oder gefährden könnten? Wes Brot ich ess, des Lob ich sing - und mehr nicht? Ich kann das nicht glauben und hoffe sehr, dass es zumindest einigen Entscheidern nicht nur ums eigene Einkommen, sondern auch ein bischen um eine zukunftsfähige und nachhaltige Energieversorgung geht.
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren