Irreführende Werbung Opel hält trotz Klagedrohung an Kampagne fest

Lebenslange Garantie: So wirbt Opel aktuell für seine Autos. Trotz Beanstandung durch die Wettbewerbszentrale will der Autobauer an der Werbung festhalten.

"Wir werden unser Konzept nicht ändern", sagte Opels Marketing-Geschäftsführer Alain Visser und betonte: "Wir werben mit einer lebenslangen Garantie, weil die Garantie lebenslang ist." Es gebe keinen Grund, die Werbung zu ändern.

Die Zentrale zur Bekämpfung unlauteren Wettbewerbs (Wettbewerbszentrale) in Bad Homburg sieht das anders. Sie hatte den Hersteller am Dienstag abgemahnt, die "irreführende Blickfangwerbung" nicht zu wiederholen. Denn aus Sicht des Vereins gilt die Garantie keineswegs "lebenslang". Dies werde aber in der Anzeigenkampagne "großdimensioniert" suggeriert.

Es gebe stattdessen zahlreiche Einschränkungen. So endet die Opel- Garantie bei 160.000 Kilometern Laufleistung, Materialkosten müssen bereits ab 50.000 Kilometern anteilig vom Autobesitzer getragen werden: "Eine "Lüge" im Blickfang kann nicht durch einen Sternchenhinweis "aufgeklärt" oder relativiert werden", hatte Reiner Münker, Präsidiumsmitglied der Wettbewerbszentrale, betont.

Sorgen wegen einer möglichen juristischen Auseinandersetzung hat Visser nach eigenem Bekunden nicht: "Ich habe noch keine Werbung gesehen, wo alles erklärt wurde." Der Hersteller gehe davon aus, dass sich der Kunde beim Händler über die Details informiere.

Auch die öffentliche Debatte stört Opel nicht wirklich. Visser macht stattdessen deutlich, dass eine solche Reaktion erwartet worden sei. "Die Initiative entstand nicht über Nacht, sie wurde über Monate entwickelt. Das Versprechen in unsere Qualität ist eine strategisch wahnsinnig wichtige Aussage. Der Neid der Konkurrenz gibt uns kein unangenehmes Gefühl."

Die Wettbewerbszentrale hatte von Opel bis Freitag eine Unterlassungserklärung verlangt. Andernfalls werde man beim Landgericht Darmstadt Klage gegen Opel einreichen. Visser sagte, Opel werde fristgerecht reagieren, die Kritik aber nicht akzeptieren: "Wir werden keine Unterlassungserklärung unterschreiben."

Die Zentrale zur Bekämpfung unlauteren Wettbewerbs e. V. sieht sich als "Selbstkontrollinstitution der gesamten Wirtschaft mit der Aufgabe, den Wettbewerb im Interesse der Allgemeinheit zu schützen".

 
Leser-Kommentare
    • joG
    • 18.08.2010 um 18:10 Uhr

    ""Eine "Lüge" im Blickfang kann nicht durch einen Sternchenhinweis "aufgeklärt" oder relativiert werden", hatte Reiner Münker, Präsidiumsmitglied der Wettbewerbszentrale, betont."

    Warum galt das nicht für die politischen Wahlsprüche "Die Rente ist sicher" und die Kasse garantiere die beste medizinische Versorgung und dass man den sozialen Stand am Mund nicht ansehen könne? Haftet nun Blüm oder die Regierung oder sonst wer?

  1. Die Garantie ist nicht lebenslang.
    Zumindest ein Weichmacher gehört in das Großgedruckte, der zu genauerem Hinsehen animiert.
    Die Garantie gebührt nur dem Erstbesitzer. Der Zweitbesitzer könnte noch nicht einmal klagen, weil er keinen Vertrag mit Opel hat.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    die Garantie geht auch auf weitere Besitzer über, es wird hierzu ein Aufkleber mitgeliefert der in das Serviceheft eingeklebt wird. Auf diesem Aufkleber sind alle Daten die für Opel und für den Kunden wichtig sind hinterlegt.

    ... ist eben "Lebenslang" und gilt, ohne Ausnahme, bis zur Verschrottung. Inzwischen hat sich herausgestellt, dass dies nur ein leerer "Werbespruch" ist. Die Einschränkungen sind Umfassend wie bei jeder anderen Werbung auch. Für mich ist dieser Betrugsversuch erst recht ein Grund, keinen Opel zu kaufen.

    die Garantie geht auch auf weitere Besitzer über, es wird hierzu ein Aufkleber mitgeliefert der in das Serviceheft eingeklebt wird. Auf diesem Aufkleber sind alle Daten die für Opel und für den Kunden wichtig sind hinterlegt.

    ... ist eben "Lebenslang" und gilt, ohne Ausnahme, bis zur Verschrottung. Inzwischen hat sich herausgestellt, dass dies nur ein leerer "Werbespruch" ist. Die Einschränkungen sind Umfassend wie bei jeder anderen Werbung auch. Für mich ist dieser Betrugsversuch erst recht ein Grund, keinen Opel zu kaufen.

    • mo_ro
    • 18.08.2010 um 18:33 Uhr

    Die bieten auch eine lebenslange Rücknahmegarantie bei Nichtgefallen und halten das auch seit Jahrzehnten ein - durften aber, als sie nach Deutschland kamen, nicht damit werben. Warum nicht?? Und die hatten noch nicht mal ein Sternchen mit einschränkender Fußnote (wie es übrigens ALLE Anbieter von Handy-Tarifen machen!), weil es keine Einschränkungen GIBT. Durften trotzdem nicht damit werben.

    In dem Sinne: Go, Opel, go! Haut die dicken Nägel rein!

  2. Ein Auto, das schon bei 160000 km ans Ende seines "Lebens" gelangt, muß ja eine ziemliche Fehlkonstruktion sein.

    Ist doch interessant, wie Opel seine eigenen Produkte einschätzt!

  3. die Garantie geht auch auf weitere Besitzer über, es wird hierzu ein Aufkleber mitgeliefert der in das Serviceheft eingeklebt wird. Auf diesem Aufkleber sind alle Daten die für Opel und für den Kunden wichtig sind hinterlegt.

    • rabro
    • 19.08.2010 um 0:09 Uhr

    Eine Vollgarantie von 50 000 km ist wirklich nichts Besonderes.Und nach 150 000km ist Nichts mehr unter Garantie?Auch nicht die Sauerstoffsensoren und Katalysatoren?Schade,-das wirft Opel ganz aus dem Rennen.
    Natuerlich wird es genuegend Naive [Dumme] geben,die auf diese garantie reinfallen.
    Die Werbung ist definitiv irrefuehrend,eben weil unehrlich,und sollte nicht erlaubt sein.Sonst wird die Werbung nicht ernster genommen als die Wahlversprechen politischer Kandidaten.
    Die Werbeindustrie selbst hat viel zu verlieren,wenn diese Art der Werbung zur Norm werden sollte.

  4. ... ist eben "Lebenslang" und gilt, ohne Ausnahme, bis zur Verschrottung. Inzwischen hat sich herausgestellt, dass dies nur ein leerer "Werbespruch" ist. Die Einschränkungen sind Umfassend wie bei jeder anderen Werbung auch. Für mich ist dieser Betrugsversuch erst recht ein Grund, keinen Opel zu kaufen.

  5. Leben gilt im allgemeinen Sprachgebrauch allen Erscheinungsformen der Natur - einen toten Gegenstand "Leben" zu attestieren ist einfach nur noch völlig daneben.

    Hat der Opel vielleicht eine kleine Depression - die muss dann auf dem Standstreifen ausgesessen werden ?

    Die möglichenweiteren Beschwerden mag sichjede /r selbst ausmalen!!!

    Schönen Tag noch wünscht Wendelstein

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

  • Quelle dpa, Reuters
  • Kommentare 9
  • Versenden E-Mail verschicken
  • Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
  • Artikel Drucken Druckversion | PDF
  • Schlagworte Werbung | Fest | Opel | Darmstadt | Bad Homburg
  • Artikel-Tools präsentiert von:

Service