Sparkurs Post erwägt Paketzustellung auszulagern
Postpakete soll einem Bericht zufolge künftig ein Fremdunternehmen ausliefern. Setzt der Konzern den Plan um, wären bis zu 8000 Arbeitsplätze betroffen.
Die Deutsche Post hat bei ihrem Bemühen um geringere Kosten nun offenbar die Paketsparte im Visier. Wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung unter Berufung auf ein Vorstandspapier berichtet , prüft der Logistikkonzern, ob sich eine Vergabe der Paketzustellung an Fremdfirmen lohnt. Verschiedene Varianten dazu würden durchgerechnet. Briefvorstand Jürgen Gerdes habe das Management angewiesen, "wirklich jeden Stein umzudrehen".
Eine vollständige Auslagerung könnte bis zu 140 Millionen Euro sparen – auf Kosten der Beschäftigten, wie die Kommunikationsgewerkschaft DPV fürchtet. 7000 bis 8000 Arbeitsplätze seien durch die Pläne des Post-Vorstands in Gefahr, zitiert die FAZ den DPV-Chef Volker Geyer. In den Fremdfirmen seien die Personalkosten sehr viel geringer, schreibt das Blatt.
Ein Post-Sprecher sagte, in der Briefsparte werde bereits seit geraumer Zeit an der Kostenstruktur gearbeitet . Es stünden aber keinerlei Entscheidungen an. "Es handelt sich um ungelegte Eier." Briefvorstand Jürgen Gerdes habe lediglich alle Bereiche aufgefordert, Vorschläge zu Einsparpotenzialen vorzulegen. Bislang sei allerdings keiner dieser Vorschläge im Vorstand besprochen worden.
- Datum 25.08.2010 - 09:52 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, Reuters
- Kommentare 27
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ein klassiker der kostenoptimierung.
also...paketannahme, bearbeitung und verbringen in die logistikzentren bleibt in haenden der post...die zustellung zum endkunden soll ausgelagert werden.
ein werbeslogan alá "service aus einer hand" passt da schon mal nicht.
btw...meines wissens arbeitet die post heute schon mit subunternehmern bei der auslieferung der pakete.
Bisher ist die Deutsche Post mit der DHL das Unternehmen bei dem ich die Besten Paketerfahrungen hatte.
(OK, UPS war auch gut - aber privat kann man das nicht bezahlen - in meinem Fall eine Adobe Lieferung)
Ich fürchte wenn die Post die Pakete auslagert diese langsamer zugestellt werden - und wer weiß ob nicht ramponierter...
Bisher sind die DHL-Zusteller im Vergleich zur Konkurrenz immer noch die Zuverlässigsten.
Bei einer Fremdvergabe an Dritte befürchte ich das Schlimmste.
...Idee. Im Grunde könnte die Post doch alles an Dienstleistung auslagern, dann bräuchte man nicht mehr als 200-300 Leute in der Verwaltung, die koordinieren hier und da ein bisschen, und man hat mehrere Millionen an Kosten eingespart.
Ich hoffe die machen das nicht, bisher hat mich kein andere Paketzusteller als DHL überzeugt. Bei sehr kleine Sendungen geht noch Hermes (preislich) aber für mich nur zum verschicken, wenn ich was bekomme, achte ich darauf, dass per DHL versendet wird.
Die sind einfach schneller, Sendungen aus Deutschland hab ich in 99% der Fälle am nächsten Tag, bei Hermes dauert es in 99% der Fälle drei Tage. Ich muss allerdings dazu sagen, dass wir großes Glück mit unserem DHL Fahrer haben. Pünktlich, freundlich, engagiert. Da landet keine gelbe Karte im Kasten ohne das überhaupt geklingelt wird.
Eine Bekannte von mir hat mal bei einem alternativen Postbetrieb gearbeitet - was da alles heraus gekommen ist... Briefgeheimnis? Sorgfalt? Alles Fehlanzeige. Ich habe Anweisungen der Geschäftsleitung gesehen - ohne Punkt und Komma geschrieben, Schreibfehler en masse. Ausgefahren wurde die Post von irgendjemand den man gerade verpflichten konnte, aber das waren immerhin 'nur' Briefe. Da sind selten geldwerte Sachen drin.
Seitdem Vertraue ich der Post und zahle gerne mehr. Ich fand daher schon immer bedenklich, wenn die Post Subunternehmer für gewisse Zeiträume oder Abläufe engagierte. Da wird es dann zur Lotterie ob die Pakete ankommen oder irgendwo verschwinden.
Das jetzt zielgerichtet und auf Dauer auszulagern... Meiner Ansicht ein großer Fehler. Ich werde mich umschauen nach einer Postfirma die mir da mehr Sicherheit bietet. Denn bisher sind in all den Jahren nur 2 Päckchen 'verschwunden' die ich mit der Post versendet oder erwartet habe (und bei mi geht da viel über den Postweg). Das würde dann wahrscheinlich nicht mehr so sein, denn dann geht es nur noch um billige Arbeitskräfte und die Motivation eine Lieferung aufzuschlitzen ist dann logischerweise größer.
Ich würde aber auch jedem raten alle Weihnachtsgeschenke 2 Monate vorher zu verschicken, denn um die Weihnachtszeit sind wieder Subunternehmer am mitmischen und dann kann für nichts garantiert werden.
Eine absurde Nachricht:
die Post/DHL stellt auch im Geschäftsbereich Paket schon seit einiger Zeit keine eigenen Angestellte mehr ein. Freie Bezirke werden an Subunternehmer (so genannte Servicepartner) vergeben. Diese werden nicht mehr pauschal oder stundenweise entlohnt, sondern pro Kunden den sie beliefern. Somit gibt DHL das komplette Unternehmerrisiko des Geschäftsfeldes an die Subs weiter. Bei geringem Sendungsaufkommen gibt's dementsprechend weniger Geld - bei gleichen Fixkosten der Unternehmer im Übrigen.
Dieses Konzept benutzt DHL (früher DP Euro Express) seit mehr als zehn Jahren im Bereich Express und hat nun begonnen den kompletten Bereich Paket ebenfalls umzustellen.
Als Gründe sind Kostenersparnis und geringere Arbeitnehmerrechte zu nennen:
DHL zahlt sukzessive immer weniger Sozialabgaben und Steuern. Weniger Mitarbeiter müssen eingestellt werden und keine Überstunden mehr bezahlt werden, da die Unternehmer auch länger als zehn Stunden (nicht unüblich) ohne Zulagen arbeiten. Bei DHL ist es sogar so, dass die Kuriere ab bestimmten Mengen von Kunden pro Kunde weniger (!) Geld bekommen (salary cap). Gleichzeitig trägt DHL keine Kosten für beschädigte Sendungen, sollten sie nicht von (dem wenigen) eigenen Personal in den Umschlagspunkten (HUBs) beschädigt worden sein. Entstehende Regresskosten bei Kundenbeschwerden werden direkt dem Unternehmer von seinen Einkünften abgezogen. Die Prämie für die Versicherung der Pakete kann so ebenfalls weiter gedrückt werden.
...können die Subunternehmer da noch Gewinn machen? Lohnt sich wohl eh nur in Großstädten oder sehr großen Zielgebieten, oder?
...können die Subunternehmer da noch Gewinn machen? Lohnt sich wohl eh nur in Großstädten oder sehr großen Zielgebieten, oder?
Dadurch, dass der Mindestlohn für Postdienste gekippt wurde, geht jetzt das Rarren-Rennen zu Lasten der Arbeitnehmer los.
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