Meist werden Bauernhöfe innerhalb der Familie weitergegeben
So auch bei Obstbauer Siegel: Von den Bürgergeldern bezahlte er Bewässerungssystem, den Trecker und die Bepflanzung von zwei Hektar Land. Als Gegenleistung muss er in den nächsten 15 Jahren zwischen vier und acht Prozent seines Gewinns an die Regionalwert AG abtreten und sich vor den Aktionären verantworten. "Die Unternehmen müssen ausführlich über ihre Tätigkeiten berichten – und sich auf der Hauptversammlung auch den Fragen der Aktionäre stellen", sagt Hiß.
Der Unternehmer trägt einen grauen Anzug und ein schwarzes T-Shirt. Seine welligen Haare sind zurück gegelt, seine Unterlippe ziert ein kleiner Bart. Sein Äußeres zeigt nicht, dass der Unternehmer selbst aus der Landwirtschaft stammt. Sein Vater betrieb bereits in den fünfziger Jahren einen der ersten Ökobauernhöfe der Region. Hiß’ Lebensweg war damit vorgezeichnet. "Es wurde vorausgesetzt, dass ich den Betrieb übernahm. Sonst hätten wir ihn schließen müssen", sagt er. 28 Jahre habe er sich dort "abgearbeitet".
Doch schnell sei klar geworden, dass der aufwendige Anbau von Bioprodukten verhältnismäßig unrentabel war. "Mir ging es nicht schlecht. Aber die Bauern, die weniger auf soziale und ökologische Wertschöpfung setzten, fuhren höhere Gewinne ein. Das ärgerte mich", sagt Hiß heute. Der Landwirt überlegte, wer die hohen Investitionskosten der biologischen Landwirtschaft tragen könne – und kam auf den Konsumenten, die Bürger der Region. Das Geschäftsmodell der Regionalwert AG war geboren.
Aus dem Land- wurde ein Betriebswirt. Per Fernstudium hat er sich in Social Banking and Finance an der britischen Universität Plymouth weitergebildet. Für seine "unternehmerische Leistung für Nachhaltigkeit" würdigte ihn der Rat für Nachhaltige Entwicklung mit dem Deutschen Nachhaltigkeitspreis. Hiß’ regionales Modell für Freiburg, es könnte Vorbildcharakter haben. So haben bereits Städte wie Stuttgart, München und Wien ihr Interesse an dem Regionalwert-Modell bekundet.
Zudem löst Hiß das Nachfolgeproblem vieler Landwirte: Meist werden Bauernhöfe innerhalb der Familie weitergegeben. Gibt es keine Kinder oder entscheiden sich diese für einen anderen Beruf, sterben die Betriebe. Solche Höfe kauft die Regionalwert AG nun auf – und verpachtet sie Ökolandwirten. Auch seinen eigenen Söhnen nimmt Hiß damit den Druck, unter dem er als Jugendlicher gelitten hat. "Meine Kinder sind nicht gezwungen, sich für die Landwirtschaft entscheiden. Unser Hof ist bereits verpachtet", sagt Hiß.
Obstbauer Siegel wäre wohl froh gewesen, wenn er einen Hof geerbt hätte. Seine Zukunft sind die kleinen zierlichen Pflanzen auf dem schmalen Feld bei Freiburg, die einmal volle Himbeeren abgeben sollen.
Sie haben jetzt Zeit zum wachsen.
- Datum 23.08.2010 - 18:22 Uhr
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- Serie Die Bessermacher
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danke für den informativen Artikel!
Aber wenn das Unternehmen Höfe kauft, ist ein Teil des Geldes wenigstens relativ wertsicher in Grund und Boden angelegt.
Vielleicht ist die Regionalwert AG aber auch "nur" ein Grundbesitzveredelungsunternehmen, das erstens durch Pooling von landwirtschaftlichen Nutzflächen im Wege von darauf folgenden Flurbereinigungsverfahren größere, effiziente Produktionseinheiten schafft, wie sie auch die Ökobranche braucht, um wirtschaftlich überleben zu können und/oder zweitens darauf spekuliert, dass aus dem einen oder anderen Acker Bauland wird. Und letztlich wären, an geeigneten Standorten, auch Windräder eine interessante Veredelungsoption. So gesehen könnte das Geschäftsmodell unter günstigen Umständen sogar tatsächlich auch wirtschaftlich aufgehen.
http://www.badische-zeitu...
obwohl ich den Zusammenhang jetzt nicht so wirklich kapiert habe ... vielleicht erklären sie mir nochmal, warum noch mehr Windräder von Vorteil wären ... in DIESEM Zusammenhang ???
... weil man mit Windrädern aufgrund staatlicher Preisgarantien gutes sicheres Geld verdient werden kann, vorausgesetzt, man hat einen geeigneten Standort. Die soll es im Schwarzwald ja geben.
Grundsätzlich wird es ja auch der Regionalwert AG bzw. ihren Aktionären darum gehen, dass sie Gewinne schreibt. Wenn nicht, würde ich empfehlen, das Geld, statt in eine AG, in eine zweckgebundene Stiftung zu geben, aus deren Erträgnissen dann die als förderungswürdig bewerteten Projekte finanziert werden könnten. Dann bliebe wenigstens das eingesetzte Kapital erhalten.
... weil man mit Windrädern aufgrund staatlicher Preisgarantien gutes sicheres Geld verdient werden kann, vorausgesetzt, man hat einen geeigneten Standort. Die soll es im Schwarzwald ja geben.
Grundsätzlich wird es ja auch der Regionalwert AG bzw. ihren Aktionären darum gehen, dass sie Gewinne schreibt. Wenn nicht, würde ich empfehlen, das Geld, statt in eine AG, in eine zweckgebundene Stiftung zu geben, aus deren Erträgnissen dann die als förderungswürdig bewerteten Projekte finanziert werden könnten. Dann bliebe wenigstens das eingesetzte Kapital erhalten.
... weil man mit Windrädern aufgrund staatlicher Preisgarantien gutes sicheres Geld verdient werden kann, vorausgesetzt, man hat einen geeigneten Standort. Die soll es im Schwarzwald ja geben.
Grundsätzlich wird es ja auch der Regionalwert AG bzw. ihren Aktionären darum gehen, dass sie Gewinne schreibt. Wenn nicht, würde ich empfehlen, das Geld, statt in eine AG, in eine zweckgebundene Stiftung zu geben, aus deren Erträgnissen dann die als förderungswürdig bewerteten Projekte finanziert werden könnten. Dann bliebe wenigstens das eingesetzte Kapital erhalten.
deren ersten Teil ich nun sogar verstanden habe ...
jedoch den zweiten ... mmh - ich ... keine Volkswirtschaftstudium und so ... iss mir jetztä irgendwie zu hoch ...
" ... zweckgebundene Stiftung zu geben, aus deren Erträgnissen dann die als förderungswürdig bewerteten Projekte finanziert werden könnten. Dann bliebe wenigstens das eingesetzte Kapital erhalten."
?????
Trotzdem vielen Dank für ihre Mühe und ihren Erklärungsversuch! Liegt nicht an ihnen, sondern an meinem mehr intuitiv gepolten Poetengehirn, das manchmal gewissen Beschränkungen unterworfen zu sein scheint!
deren ersten Teil ich nun sogar verstanden habe ...
jedoch den zweiten ... mmh - ich ... keine Volkswirtschaftstudium und so ... iss mir jetztä irgendwie zu hoch ...
" ... zweckgebundene Stiftung zu geben, aus deren Erträgnissen dann die als förderungswürdig bewerteten Projekte finanziert werden könnten. Dann bliebe wenigstens das eingesetzte Kapital erhalten."
?????
Trotzdem vielen Dank für ihre Mühe und ihren Erklärungsversuch! Liegt nicht an ihnen, sondern an meinem mehr intuitiv gepolten Poetengehirn, das manchmal gewissen Beschränkungen unterworfen zu sein scheint!
deren ersten Teil ich nun sogar verstanden habe ...
jedoch den zweiten ... mmh - ich ... keine Volkswirtschaftstudium und so ... iss mir jetztä irgendwie zu hoch ...
" ... zweckgebundene Stiftung zu geben, aus deren Erträgnissen dann die als förderungswürdig bewerteten Projekte finanziert werden könnten. Dann bliebe wenigstens das eingesetzte Kapital erhalten."
?????
Trotzdem vielen Dank für ihre Mühe und ihren Erklärungsversuch! Liegt nicht an ihnen, sondern an meinem mehr intuitiv gepolten Poetengehirn, das manchmal gewissen Beschränkungen unterworfen zu sein scheint!
Kurze Erklärung: Zur Förderung förderungswürdiger Zwecke gründet man gerne eine Stiftung. Das von den Stiftern in eine Stiftung eingezahlte Kapital darf nicht verbraucht werden. Es fließt in sichere Anlagen, aus deren Erträgen (Zinsen) dann die Stiftung die Projekte finanziell unterstützt, die sie nach ihrer Satzung für förderungswürdig hält. Hier eine ausführliche Erklärung: http://de.wikipedia.org/w...
Das Geld, das Aktionäre einer AG zur Verfügung stellen, wird jedoch (zumindest teilweise) verloren gehen, wenn die AG dieses in unprofitable Projekte investiert.
Kurze Erklärung: Zur Förderung förderungswürdiger Zwecke gründet man gerne eine Stiftung. Das von den Stiftern in eine Stiftung eingezahlte Kapital darf nicht verbraucht werden. Es fließt in sichere Anlagen, aus deren Erträgen (Zinsen) dann die Stiftung die Projekte finanziell unterstützt, die sie nach ihrer Satzung für förderungswürdig hält. Hier eine ausführliche Erklärung: http://de.wikipedia.org/w...
Das Geld, das Aktionäre einer AG zur Verfügung stellen, wird jedoch (zumindest teilweise) verloren gehen, wenn die AG dieses in unprofitable Projekte investiert.
Kurze Erklärung: Zur Förderung förderungswürdiger Zwecke gründet man gerne eine Stiftung. Das von den Stiftern in eine Stiftung eingezahlte Kapital darf nicht verbraucht werden. Es fließt in sichere Anlagen, aus deren Erträgen (Zinsen) dann die Stiftung die Projekte finanziell unterstützt, die sie nach ihrer Satzung für förderungswürdig hält. Hier eine ausführliche Erklärung: http://de.wikipedia.org/w...
Das Geld, das Aktionäre einer AG zur Verfügung stellen, wird jedoch (zumindest teilweise) verloren gehen, wenn die AG dieses in unprofitable Projekte investiert.
ah, o.k.
ja, danke - für den Link und ihre Erklärung. Ich glaube ich verstehe es jetzt besser!
Es muss also klar sein, dass es eine sichere Anlage ist !
Ich nehme an, sicher im Hinblick auf bisherige Erfahrungswerte. Denn: gibt's auf dieser Welt sowas wie absolute Sicherheit ???
Nochmals vielen Dank für ihre Erklärung !
... aber jede Menge langjährig erfolgreich tätiger Stiftungen, deren Kapital erhalten bleibt und die mit dessen Erträgen sehr viel Gutes für die Gesellschaft tun.
Warum die ganze Diskussion? Ich habe gewisse Schwierigkeiten, ein wirtschaftlich tragfähiges Geschäftsmodell der Regionalwert AG zu erkennen - mit den von mir kurz angerissenen denkbaren Ausnahmen ("Grundbesitzveredelung"), von denen ich jedoch nicht weiß, wie real sie überhaupt sind.
(Über die Regionalwert AG als evtl. Abschreibungsgesellschaft möchte ich erst gar nicht spekulieren. So ein Modell lohnte sich für die Kapitalgeber eigentlich nur bei einer Verlustzuweisung von größer hundert Prozent, die aber meines Wissens steuerlich gar nicht mehr möglich sind.)
... aber jede Menge langjährig erfolgreich tätiger Stiftungen, deren Kapital erhalten bleibt und die mit dessen Erträgen sehr viel Gutes für die Gesellschaft tun.
Warum die ganze Diskussion? Ich habe gewisse Schwierigkeiten, ein wirtschaftlich tragfähiges Geschäftsmodell der Regionalwert AG zu erkennen - mit den von mir kurz angerissenen denkbaren Ausnahmen ("Grundbesitzveredelung"), von denen ich jedoch nicht weiß, wie real sie überhaupt sind.
(Über die Regionalwert AG als evtl. Abschreibungsgesellschaft möchte ich erst gar nicht spekulieren. So ein Modell lohnte sich für die Kapitalgeber eigentlich nur bei einer Verlustzuweisung von größer hundert Prozent, die aber meines Wissens steuerlich gar nicht mehr möglich sind.)
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