Ökostrom Die Atomkonzerne werden immer grüner
Energieversorger wie RWE und E.on sind inzwischen die größten Investoren in Ökostrom. Die Branche für erneuerbare Energie beäugt ihr Engagement mit Skepsis. Von M. Uken
© Barbara Sax/AFP/Getty Images

Für seine Energiewende setzt Deutschland vor allem auf Windstrom
Zwei Jahre lang zogen sich die Verhandlungen hin, so groß war die Misstrauen. Sollte der Bundesverband Windenergie tatsächlich die Windstrom-Tochter von Vattenfall als Mitglied akzeptieren? Der Aufnahmeantrag war heiß umstritten, auf zahlreichen Versammlungen wurde gerungen, Satzungsänderungen diskutiert.
Schließlich betreibt Vattenfall auch die Atomkraftwerke Brunsbüttel und Krümmel. Immer wieder betont die Windenergie-Lobby den Systemkonflikt: Atomstrom im Netz blockiere den Ausbau der erneuerbaren Energien . Am Ende wurde Vattenfall Wind aufgenommen. Die grüne Sparte bekennt sich jetzt zur "umfassenden und nachhaltigen Förderung der Windenergienutzung" und zu "demokratischen Erzeugungs- und Vermarktungsstrukturen".
Die Anekdote erzählt viel über das Verhältnis der Ökostrombranche gegenüber den etablierten Energiekonzernen E.on, RWE, Vattenfall und EnBW. Mit Skepsis werden deren Aktivitäten verfolgt. Wie ernst ist den Vieren die Energiewende tatsächlich, fragen sich die Ökos der ersten Stunde.
Gerade beim Thema Offshore-Windenergie, wo milliardenschwere Investitionen nötig sind, die bislang nur die großen Energiekonzerne stemmen können, befürchten sie ein neues Oligopol. "Die Diskussion über das Verhältnis zu den vier großen Atomkonzernen und ihren Ökostromsparten ist in unserem Verband sehr lebendig", sagt ein Sprecher des Bundesverbands Windenergie. Vattenfall Wind ist bislang die einzige Ökostrom-Tochter, die Mitglied des Branchenverbands ist.
Alle vier Energiekonzerne haben in den vergangenen Jahren "grüne Töchter" bekommen. Mit ihrem Milliarden-Budgets sind die Konzerne in Deutschland als Investoren nicht mehr wegzudenken. RWE Innogy ist etwa nach dem Kauf des niederländischen Versorgers Essent der größte Betreiber von Windparks an Land in Deutschland: 500 Megawatt Erzeugungskapazität hat RWE im Portfolio. Das entspricht knapp zwei Prozent der installierten Windkraftkapazität.
Die Essener investieren in Deutschland jährlich 1,4 Milliarden Euro in den Ausbau von Ökostrom, vor allem in den Kauf von Windparks in Großbritannien, Biomasse-Anlagen und Wasserkraftwerken. Das entspricht rund 25 Prozent der Gesamtinvestitionen des RWE-Konzerns.
"Die Windanlagen-Bauer sind begeistert von uns, weil sie einen Kunden haben, der Investitionen im großen Stil anschiebt", ist RWE Innogy-Chef Fritz Vahrenholt überzeugt . Die Gefahr, dass RWE kleinere, mittelständische Unternehmen verdränge, sieht er nicht. "Die Öko-Branche sollte sich doch freuen, wenn wir auch kommen", sagt er. "Es gilt doch immer noch der alte Bibelspruch: Lieber ein reuiger Sünder als 99 Gerechte."
- Datum 06.09.2010 - 11:49 Uhr
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Ganz offensichtlich ist, dass die Energiekonzerne den Anschluß an den Öko-Strommarkt verschlafen haben. Um ihnen Zeit und Geld zu verschaffen, werden jetzt die Laufzeiten der AKWe verlängert. Damit sie den Markt doch noch übernehmen können.
Das was unsere Regierung da macht, ist nicht nur Kungelei, nein es ist als Korruption zu bezeichnen. Firmen, die jahrelang in alternative Energien investiert haben, haben das nachsehen. Der technische Fortschritt, der in Zukunft den deutschen Markt durch weltweite Geschäfte ankurbeln könnte, wird sehr geschwächt. Vom strahlenden Dreck, den die Allgemeinheit später entsorgen muss, will ich gar nicht mehr reden. Was hier im Moment passiert, ist ein großes Verbrechen an der Umwelt und der Bevölkerung. Es wird nicht ohne Folgen bleiben für unsere blind gewordene Regierung.
Frau Merkel und ihre Brüderles bekommen die Quittung schon vor der nächsten Wahl.
Da nützt es auch nichts, dass sie hier die vier großen Stromkonzerne als die größten Investoren auf dem Ökö-Strommarkt bezeichnen.
Ich habe jedenfalls schon Konsequenzen gezogen und alle meine Stromzähler beim RWE abgemeldet. Ich bin jetzt bei GreenPeace Energy und kann nur jedem empfehlen auch auf einen alternativen Anbieter zu wechseln. Sozusagen als erstes Zeichen einer kommenden Veränderung.
Es stimmt nicht, dass nur Deutschland alles verschlafen hat und die ökologische Energiezukunft bereits gesichert ist.
Die "Ökoenergien" sind beinahe alle (mit Ausnahme der Wasserkraft und Bioenergie) volatil und unterscheiden sich damit von Gas-, Kohle- und Atomkraftwerken. Der einzige kostendeckende regenerative Energiegewinnung geht über Windkraft. Alles andere, z.B. Solarkraft lohnt sich ohne Subvention in Mitteleuropa nicht.
Es gelingt uns immer noch nicht Strom in großen Mengen preisgünstig zu speichern, deshalb kann volatile Energie nur zu einem Teil eingespeist werden. Auch die Summe aller Windkraftwerke ist noch sehr volatil, der Diversifizierungseffekt ist geringer als man das als Laie zunächst vermutet. Es gibt deshalb zwei Märkte den kurzfristigen Day-ahead Handel und den langfristigen Handel mit Futures. Die kurzfristigen Überschüsse aus den regenerativen Energie konkurrieren untereinander. Die Baseload-Energie ist nicht primär in Konkurrenz zu der regenerativen Energie, sonder komplementär.
Aus diesem Grund nehmen fast alle renommierten Energieforscher an (Vgl. Gutachten der Regierung), dass längere Laufzeiten sogar mehr Ökoeinspeisung ermöglicht.
Ich kämpfe seit mehr als einem Jahrzehnt für Ökostrom, aber leider ist man eben immer ignoranten Menschen ausgesetzt, die die ewige Mär verbreiten, dass wir von jetzt auf gleich 100% Ökoenergie haben können. Dass Atomstrom für Ökostrom gebraucht wird, ist eine wahre (wenn auch denunzierte) Tatsache.
Es stimmt nicht, dass nur Deutschland alles verschlafen hat und die ökologische Energiezukunft bereits gesichert ist.
Die "Ökoenergien" sind beinahe alle (mit Ausnahme der Wasserkraft und Bioenergie) volatil und unterscheiden sich damit von Gas-, Kohle- und Atomkraftwerken. Der einzige kostendeckende regenerative Energiegewinnung geht über Windkraft. Alles andere, z.B. Solarkraft lohnt sich ohne Subvention in Mitteleuropa nicht.
Es gelingt uns immer noch nicht Strom in großen Mengen preisgünstig zu speichern, deshalb kann volatile Energie nur zu einem Teil eingespeist werden. Auch die Summe aller Windkraftwerke ist noch sehr volatil, der Diversifizierungseffekt ist geringer als man das als Laie zunächst vermutet. Es gibt deshalb zwei Märkte den kurzfristigen Day-ahead Handel und den langfristigen Handel mit Futures. Die kurzfristigen Überschüsse aus den regenerativen Energie konkurrieren untereinander. Die Baseload-Energie ist nicht primär in Konkurrenz zu der regenerativen Energie, sonder komplementär.
Aus diesem Grund nehmen fast alle renommierten Energieforscher an (Vgl. Gutachten der Regierung), dass längere Laufzeiten sogar mehr Ökoeinspeisung ermöglicht.
Ich kämpfe seit mehr als einem Jahrzehnt für Ökostrom, aber leider ist man eben immer ignoranten Menschen ausgesetzt, die die ewige Mär verbreiten, dass wir von jetzt auf gleich 100% Ökoenergie haben können. Dass Atomstrom für Ökostrom gebraucht wird, ist eine wahre (wenn auch denunzierte) Tatsache.
Die Atomlobby ist eine wirklich bedeutende und einflussreiche Vertretung der Stromriesen. Auch in Südafrika wird weiterhin hinter vorgehaltener Hand auf Atomenergie gesetzt, sodass der Staatskonzern ESKOM an vier möglichen Standorten im Lande eine AKW-Errichtung grundsätzlich für möglich hält, trotz der teilweise massiven Proteste aus der Bevölkerung. Anbei empfehle ich ein wirklich sehr interessantes Interview mit einem Bundestagsabgeordneten, der die Atomstrompolitik in Deutschland und Südafrika thematisiert:
http://2010sdafrika.wordp...
Bei Googel einmal "Schiefergas" eingeben.
Dann wird ein neuer, möglicherweise bedeutender Konkurrent
auf dem Energiemarkt sichtbar.
Wir haben enormer Möglichkeiten Energie zu nutzen . Sie wird
nie ausgehen.
Nur wir sollten die preiswerteste Energie immer zuerst nutzen und die andern Versorgungsmöglichkeiten vorbereiten
und technisch entwickeln. Forschung und Entwicklung bleiben
wichtig. Fotovoltaik kommt wohl am Schluß. Wer langsamer fährt hat weniger Repoweringprobleme.
In Deutschland wollen die Ökos das "Teuerste" zuerst durch-
setzten. Warum eigentlich?
Der Klimawandel der verhindert werden soll, ist in keinem
andern Industrieland ein ernsthaftes Thema. Nur der Ökokämpfer Röttgen behält den esotherischen Glauben.
Mal sehen was ihm jetzt wieder einfällt um den Kernenergiekommpromis
von hinten aufzudröseln.
Wenn die großen Stromkonzerne sich jetzt ökologisch geben ist das ungefähr so wie in der Lebensmittelbranche, wo die Großen Bio-Produkte verkaufen: Macht sich gut fürs Image, man ist im Konkurenzmarkt präsent und kann Einfluß nehmen, aber das richtige Geld verdient man weiter auf die herkömmliche Art. Aber der Bio-Großhändler muß zumindest nicht die Maut an Rewe, Metro o.ä. bezahlen wenn er den Bioladen beliefern will. Und diese haben auch keinen Einfluß auf die Höhe der Maut. Deshalb gehört die Infra-Struktur "Stromnetz" in unabhänge Hände, damit eine Gleichbehandlung aller Anbieter beim Stromtransport gewährleistet ist.
Na ja, mal sehen, ob die "nicht-erneuerbare" Energiebranche auch erneuerbar ist.
.....solchen vorziehen sollte, die CO2 ausstoßen ist vertretbar. Die Idee, dass man daher mehr zahlen muss als Verbraucher ist politisch durchgesetzt. Das ist nicht neu im Energiesektor. Schließlich hatte man ihn Monopolistisch organisiert. Das machen Bürokratien gerne, weil sich mit Monopolunternehmen u.a. besser verhandeln lässt. Das sieht man jetzt mit der Steuer, die man dafür verlangt, dass man die Atomanlagen Enteignung rückgängig macht. Da teilen sich Staat und Monopol die Gewinne auf dem Rücken der Menschen.
Das wäre viel schwieriger, wenn der Strommarkt dezentral wäre und Strom nicht so undurchsichtig subventioniert würde.
Es stimmt nicht, dass nur Deutschland alles verschlafen hat und die ökologische Energiezukunft bereits gesichert ist.
Die "Ökoenergien" sind beinahe alle (mit Ausnahme der Wasserkraft und Bioenergie) volatil und unterscheiden sich damit von Gas-, Kohle- und Atomkraftwerken. Der einzige kostendeckende regenerative Energiegewinnung geht über Windkraft. Alles andere, z.B. Solarkraft lohnt sich ohne Subvention in Mitteleuropa nicht.
Es gelingt uns immer noch nicht Strom in großen Mengen preisgünstig zu speichern, deshalb kann volatile Energie nur zu einem Teil eingespeist werden. Auch die Summe aller Windkraftwerke ist noch sehr volatil, der Diversifizierungseffekt ist geringer als man das als Laie zunächst vermutet. Es gibt deshalb zwei Märkte den kurzfristigen Day-ahead Handel und den langfristigen Handel mit Futures. Die kurzfristigen Überschüsse aus den regenerativen Energie konkurrieren untereinander. Die Baseload-Energie ist nicht primär in Konkurrenz zu der regenerativen Energie, sonder komplementär.
Aus diesem Grund nehmen fast alle renommierten Energieforscher an (Vgl. Gutachten der Regierung), dass längere Laufzeiten sogar mehr Ökoeinspeisung ermöglicht.
Ich kämpfe seit mehr als einem Jahrzehnt für Ökostrom, aber leider ist man eben immer ignoranten Menschen ausgesetzt, die die ewige Mär verbreiten, dass wir von jetzt auf gleich 100% Ökoenergie haben können. Dass Atomstrom für Ökostrom gebraucht wird, ist eine wahre (wenn auch denunzierte) Tatsache.
Das Gutachten der Regierung ist mindestens zu zwei Dritteln von den Kernkraftwerksbetreibern finanziert. Für mich alles andere als eine belastbare Quelle.
Eine Verlängerung der Kernkraftwerkslaufzeiten wird primär dazu führen, dass zukunftweisende Energiekonzepte mit kleinen, dezentralen Gasblockheizkraftwerken mit Kraft-Wärmekopplung und einem intelligenten Energiemix aus erneuerbaren Energien auf Jahre hinausgezögert wird. Anstatt die Dezentralisierung der Energieerzeugung voranzutreiben und damit langfristig die Strompreise gering zu halten ist die Regierung vor den Partialinteressen der großen vier Energieversorger eingeknickt. Durch die Laufzeitverlängerung wird nun deren Oligopol und damit deren Marktmacht zementiert. Das freut vielleicht die Aktionäre, führt aber zurück in die energiepolitische Steinzeit.
Das Gutachten der Regierung ist mindestens zu zwei Dritteln von den Kernkraftwerksbetreibern finanziert. Für mich alles andere als eine belastbare Quelle.
Eine Verlängerung der Kernkraftwerkslaufzeiten wird primär dazu führen, dass zukunftweisende Energiekonzepte mit kleinen, dezentralen Gasblockheizkraftwerken mit Kraft-Wärmekopplung und einem intelligenten Energiemix aus erneuerbaren Energien auf Jahre hinausgezögert wird. Anstatt die Dezentralisierung der Energieerzeugung voranzutreiben und damit langfristig die Strompreise gering zu halten ist die Regierung vor den Partialinteressen der großen vier Energieversorger eingeknickt. Durch die Laufzeitverlängerung wird nun deren Oligopol und damit deren Marktmacht zementiert. Das freut vielleicht die Aktionäre, führt aber zurück in die energiepolitische Steinzeit.
Offshore WKA erhalten 15 Ct/kwh, im Ausland gar noch mehr. NUR dort investieren diese Großkonzerne. Onshore WKA kann man fast an einer Hand abzählen denn hier beträgt die Förderung nur 4-9 Ct/kwh.
Volkswirtschaftlich sinnvoller wäre es in den Südländern endlich WKA zu bauen da dort mit 9 Ct/kwh Windstrom weit günstiger zu haben ist als mit 15 Ct/kwh im Meer.
@Marlies Uken hat wieder mal schlecht recherchiert.
Schon letztes Jahr war der EE-Stromanteil bei 16,3%. Für dieses Jahr kann man mit 17-18% rechnen.
Und das obwohl Ukens Prognose von 7 GWp Zubau bei PV NICHT eintrifft.
Deshalb:
http://www.atomausstieg-s...
Hallo achimvr
ein bisschen viel der Ehre: Eine Prognose von neun Gigawatt Zubau für Solaranlagen habe ich sicherlich nicht getätigt, das überlasse ich den Experten. Aber herzlichen Dank, dass Sie mir so viel Expertise zutrauen ;-)!
Besten Gruß
M.Uken
Hallo achimvr
ein bisschen viel der Ehre: Eine Prognose von neun Gigawatt Zubau für Solaranlagen habe ich sicherlich nicht getätigt, das überlasse ich den Experten. Aber herzlichen Dank, dass Sie mir so viel Expertise zutrauen ;-)!
Besten Gruß
M.Uken
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