Ökostrom Die Atomkonzerne werden immer grünerSeite 3/3

Umweltverbände und Klimaschützern lassen die Bekenntnisse der Stromkonzerne kalt. "Dass sie inzwischen zu den größten Investoren gehören, sagt doch nichts über die Ernsthaftigkeit und Nachhaltigkeit ihres Engagements aus", so Peter Ahmels, Ökostromexperte der Deutschen Umwelthilfe. Ihnen ginge es nur darum, Marktanteile zu sichern.

Innovative Entwicklungen wie vernetzte, dezentrale Kleinkraftwerke oder intelligente Stromnetze kämen dagegen nicht von ihnen, sondern von unabhängigen Stromanbietern. "Die reale Politik der großen Energieversorger ist nicht die ihrer Ökostrom-Sparten", sagt Ahmels, "tatsächlich kämpfen sie doch täglich zurzeit für die Beibehaltung der alten Strukturen und der Kernkraft."

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Wie stark sich die Ökostrombranche in den vergangenen 15 Jahren verändert hat, weiß man beim Windpark-Entwickler wpd. Der Marktführer in Deutschland plant, betreibt und verkauft Ökostromprojekte. Anfangs waren es vor allem kleine Fonds mit Geldern von wohlhabenden Privatleuten, die in grüne Technologien einstiegen. Der Markt war übersichtlich, fast kuschelig.

Heute reden die Bremer mit internationalen Stromkonzernen und milliardenschweren Infrastrukturfonds und Staatsfonds. Gleich vier Offshore-Windparks hat wpd in der Vergangenheit an den Energiekonzern EnBW verkauft – die Baden-Württemberger hatten immensen Nachholbedarf im Bereich Ökostrom.

"Wir hatten in den Verhandlungen den Eindruck, dass EnBW diese Windparks wirklich bauen will", sagt ein wpd-Sprecher. Natürlich gäbe es in Stuttgart unterschiedliche Interessen. "Aber gerade in diesen Tagen sind alle Anlagen im Pilotprojekt Baltic I errichtet worden, sodass wir die Entwicklung sehr positiv sehen."
 

 
Leser-Kommentare
    • Ghassi
    • 06.09.2010 um 10:55 Uhr

    Die Atomlobby ist eine wirklich bedeutende und einflussreiche Vertretung der Stromriesen. Auch in Südafrika wird weiterhin hinter vorgehaltener Hand auf Atomenergie gesetzt, sodass der Staatskonzern ESKOM an vier möglichen Standorten im Lande eine AKW-Errichtung grundsätzlich für möglich hält, trotz der teilweise massiven Proteste aus der Bevölkerung. Anbei empfehle ich ein wirklich sehr interessantes Interview mit einem Bundestagsabgeordneten, der die Atomstrompolitik in Deutschland und Südafrika thematisiert:
    http://2010sdafrika.wordp...

    • Halapp
    • 06.09.2010 um 11:12 Uhr

    Bei Googel einmal "Schiefergas" eingeben.
    Dann wird ein neuer, möglicherweise bedeutender Konkurrent
    auf dem Energiemarkt sichtbar.
    Wir haben enormer Möglichkeiten Energie zu nutzen . Sie wird
    nie ausgehen.
    Nur wir sollten die preiswerteste Energie immer zuerst nutzen und die andern Versorgungsmöglichkeiten vorbereiten
    und technisch entwickeln. Forschung und Entwicklung bleiben
    wichtig. Fotovoltaik kommt wohl am Schluß. Wer langsamer fährt hat weniger Repoweringprobleme.
    In Deutschland wollen die Ökos das "Teuerste" zuerst durch-
    setzten. Warum eigentlich?
    Der Klimawandel der verhindert werden soll, ist in keinem
    andern Industrieland ein ernsthaftes Thema. Nur der Ökokämpfer Röttgen behält den esotherischen Glauben.
    Mal sehen was ihm jetzt wieder einfällt um den Kernenergiekommpromis
    von hinten aufzudröseln.

  1. Wenn die großen Stromkonzerne sich jetzt ökologisch geben ist das ungefähr so wie in der Lebensmittelbranche, wo die Großen Bio-Produkte verkaufen: Macht sich gut fürs Image, man ist im Konkurenzmarkt präsent und kann Einfluß nehmen, aber das richtige Geld verdient man weiter auf die herkömmliche Art. Aber der Bio-Großhändler muß zumindest nicht die Maut an Rewe, Metro o.ä. bezahlen wenn er den Bioladen beliefern will. Und diese haben auch keinen Einfluß auf die Höhe der Maut. Deshalb gehört die Infra-Struktur "Stromnetz" in unabhänge Hände, damit eine Gleichbehandlung aller Anbieter beim Stromtransport gewährleistet ist.

  2. Na ja, mal sehen, ob die "nicht-erneuerbare" Energiebranche auch erneuerbar ist.

    • joG
    • 06.09.2010 um 11:33 Uhr

    .....solchen vorziehen sollte, die CO2 ausstoßen ist vertretbar. Die Idee, dass man daher mehr zahlen muss als Verbraucher ist politisch durchgesetzt. Das ist nicht neu im Energiesektor. Schließlich hatte man ihn Monopolistisch organisiert. Das machen Bürokratien gerne, weil sich mit Monopolunternehmen u.a. besser verhandeln lässt. Das sieht man jetzt mit der Steuer, die man dafür verlangt, dass man die Atomanlagen Enteignung rückgängig macht. Da teilen sich Staat und Monopol die Gewinne auf dem Rücken der Menschen.

    Das wäre viel schwieriger, wenn der Strommarkt dezentral wäre und Strom nicht so undurchsichtig subventioniert würde.

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