Golf von Mexiko BP gibt Mitschuld an Ölpest zu
Im eigenen Untersuchungsbericht zur Ölpest hat der Energiekonzern BP Fehler eingestanden. Ingenieure hätten Messergebnisse falsch interpretiert, heißt es darin.
© Joe Raedle/Getty Images

Aufräumarbeiten am Golf von Mexiko: Die Ölpest kommt BP teuer zu stehen
Mehr als vier Monate nach Beginn der Ölpest im Golf von Mexiko – am 20. April war die Bohrinsel Deepwater Horizon explodiert – hat der britische Betreiberkonzern BP seinen Abschlussbericht über die Ursachen des Unglücks vorgelegt. Der Multi gesteht darin ein, zumindest teilweise für die Umweltkatastrophe verantwortlich zu sein.
Der Konzern sieht die Unglücksursache vor allem in einer Fehleinschätzung von BP-Ingenieuren. Diese hätten am späten Nachmittag des Unfalltags abschließend testen wollen, wie hoch der Druck am Bohrloch ist, ob man also abschließende Bohrarbeiten fortsetzen könne. Dabei hätten sie die Resultate der Messung falsch interpretiert und dadurch einen Hinweis auf die drohende Explosion übersehen.
BP sieht aber neben dem eigenen Fehlverhalten auch eine Mitschuld von Transocean . Der Tiefsee-Bohrspezialist ist Eigentümer der gesunkenen Deepwater Horizon , weist eine Mitschuld an dem Unfall aber zurück. Das Schweizer Unternehmen hofft so, Entschädigungsforderungen von vorn herein abzuwehren.

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BP dürfte dies schwerer fallen, auch wenn der damalige Vorstandsvorsitzende Tony Hayward im Juni vor dem US-Kongress beteuert hatte, es gebe keine Hinweise darauf, dass auf der Plattform aus Kostengründen bei der Sicherheit gespart worden sei. Die Ergebnisse des Berichts dürften somit auch Aufschluss geben über das weitere Vorgehen des Konzerns, etwa über seine künftige Verteidigungsstrategie gegen Regressansprüche aus den USA.
Nach eigenen Angaben zahlte BP bislang Entschädigungen in Höhe von 347 Millionen Dollar an Betroffene in der Region. Hinzu kommen rund 20 Milliarden Dollar, die der Konzern auf Druck von US-Präsident Barack Obama für die Einrichtung eines Entschädigungsfonds bereitstellen will . Gezahlt werden soll für Geschäfts- und Gehaltsausfälle, entgangene Gewinne und gesundheitliche Folgeprobleme.
- Natur in Gefahr
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Anfangs hieß es noch, dass aus den Lecks unter der explodierten Bohrinsel Deepwater Horizon nach Schätzungen des Ölkonzerns BP und der Behörden täglich rund 5000 Barrel Öl schießen würden. Das sind knapp 800.000 Liter der zähen schwarzen Masse. Mittlerweile hat die US-Regierung ihre Schätzung deutlich nach oben korrigiert. Sie liegt nun zwischen 35.000 und 60.000 Barrel pro Tag. Das wären bis zu 9,5 Millionen Liter. Seit Wochen weisen Forscher auf entsprechende Mengen hin.
Bedroht ist nicht nur die Küstenregion des amerikanischen Bundesstaates Louisiana, wo das Öl bereits auf Land getroffen ist. Nach Angaben der Wetter- und Ozeanografiebehörde der USA (NOOA) kommt es auch zu Auswirkungen für Tiere und Pflanzen entlang der Küsten der Nachbarstaaten Mississippi, Alabama und Florida. Derzeit schätzt NOOA, dass allein in Louisiana zehn Tierschutzgebiete betroffen sind.
Die Sumpflandschaften in der Region sind artenreiche Ökosysteme, die fast 40 Prozent der Feuchtgebiete der USA ausmachen.
- Meerestiere
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Louisianas Ministerium für Natur und Fischerei sieht 445 Fischarten, 45 Säugetierarten, 32 Amphibienarten und 134 Vogelarten unmittelbar durch den wabernden Ölteppich in Gefahr.
Meeressäuger, wie die Delfinart Großer Tümmler oder der Pottwall können sich im klebrigen Öl verfangen, wenn sie zum Luftholen auftauchen. Der Karibik-Manati, eine bereits gefährdete Seekuhart, wandert entlang der Golfküste in warme Gewässer.
Auch einige Schildkrötenarten könnten unter dem Öl leiden. Gerade beginnt die Zeit, in der sie ihre Eier an den Stränden ablegen und auf Futtersuche sind.
Einige Umweltschützer fürchten sogar, dass der Alligator Schwierigkeiten bekommen könnte, im brackigen Mündungsgebiet des Mississippi-Delta Nahrung zu finden. Viele Fischarten, die auf seinem Speiseplan stehen, könnten vom Öl eingefangen werden.
- Vögel
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Eine Vielzahl an Vogelarten lebt und zieht an der Golfküste entlang, um hier Eier zu legen, Nester zu hüten und nach Futter zu suchen. Allein an der Küste Louisianas zählt man rund fünf Millionen Zugvögel in den Sumpfgebieten.
Der offizielle Vogel des Staates Louisiana, der Braunpelikan, hat gerade angefangen auf den Sandinseln, die parallel zur Küstenlinie verlaufen, zu brüten. Weitere rund hundert Zugvögelarten, darunter Schwalben, Ammern und Waldsänger, legen derzeit einen Zwischenstopp in der Region ein.
Hinzu kommen zahlreiche Vogelarten, die an den Stränden nisten.
- Pflanzen
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Besonders die weitverbreiteten Mangrovenwälder an der Küste des Golfs von Mexiko reagieren sehr empfindlich auf eine Ölverschmutzung. Sie sterben ab, sobald das Öl ihre Luftöffnungen in den Wurzeln verklebt.
Dies ist nicht nur ein ökologisches Problem. Die Mangroven spielen auch eine wichtige Rolle im Küstenschutz. Gerade in der Region vor Louisianas Küste kommt es immer wieder zu starken Hurrikans. Die Mangroven bieten als eine Art natürliche Barriere Schutz für das gesamte Mississippi-Delta.
Künftige Stürme könnten größere Schäden anrichten, weil Mangroven nur langsam nachwachsen.
- Fischerei
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Der Golf von Mexiko ist der einzige Ort, an dem der Blauflossenthun im Westatlantik seine Laichgründe hat. Die Laichzeit hat gerade begonnen und die Meerestiere sind ohnehin eine gefährdete Art. Ihre Eier schwimmen an der Wasseroberfläche und auch die Larven bleiben in den oberen Wasserschichten, die direkt vom Öl verseucht sind.
Auch der Menaden, eine Heringsart, ist direkt vom Öl betroffen. Die Fische ziehen ihre Nahrung aus dem Wasser, indem sie es filtern. So kann das Öl direkt in ihren Organismus gelangen.
In den Gewässern vor der US-Küste leben zudem riesige Mengen Austern, Krabben, Muscheln und weitere Fische.
Noch geht die örtliche Industrie zwar nicht von einem dramatischen Einfluss auf die Fischereibetriebe aus. Dennoch geht die Furcht um. Einige Krabbenfischer haben bereits BP, Transocean und die anderen an dem Bohrvorhaben beteiligten Konzerne Halliburton sowie Cameron wegen Fahrlässigkeit verklagt.
Insgesamt belaufen sich die Kosten für BP auf mehrere Milliarden – für die Beseitigung der Schäden , für Schadensersatz- und Strafzahlungen. Der Konzern rechnet mit mehr als 32 Milliarden Dollar, um alle Forderungen im Zusammenhang mit der Ölpest begleichen zu können. Experten gehen aber davon aus, dass diese Summe bei Weitem nicht ausreichen wird . Unlängst hatte der Londoner Multi damit begonnen, Teile des Geschäfts zu verkaufen , um alle Ausgaben stemmen zu können.
BP hofft deshalb auch auf die Untersuchungen der US-Behörden , die nachweisen könnten, dass auch andere Firmen wie Transocean für das Unglück verantwortlich sind. Der Energiekonzern könnte dann wiederum von ihnen Schadensersatzforderungen einklagen. Erste Nachforschungen der amerikanischen Offiziellen sollen diese Argumentation stützen. So soll die Schweizer Firma zahlreiche Wartungsarbeiten auf der Deepwater Horizon nicht ordnungsgemäß durchgeführt haben. Dies gilt etwa für die Überprüfung des Notfallventils am Meeresboden, das den Ölfluss nach der Explosion eigentlich hätte stoppen sollen.
Der Unfall im Golf von Mexiko hat die bisher schwerste Ölpest in der Geschichte der USA ausgelöst. Nach Behördenangaben flossen rund 780 Millionen Liter Rohöl ins Meer . Der Ölfluss konnte erst Mitte Juli provisorisch mit einer Abdeckhaube gestoppt werden. Die endgültige Versiegelung des Bohrlochs soll im Laufe des Septembers abgeschlossen sein.
- Datum 08.09.2010 - 14:12 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa, Reuters, AFP
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Na dann wollen wir mal hoffen, dass die Ingenieure die Messergebnisse an den Druckbehältern der Atomkraftwerke die nächsten 30 Jahre immer richtig interpretieren!
Es gibt Überschriften, die einen wirklich noch überraschen können...
BP gibt also zu, daß die Explosion einer BP-Plattform über einem BP-Bohrloch etwas mit BP zu tun haben könnte.
Na, wenn das mal keine voreilige Äußerung war...
BP heißt ausgeschrieben 'Big Problem', vermute ich.
Und da hat mein Lebensgefährte ein tolles Patent (zur Zeit deutschlandweit,bald auch weltweit) um sehr große Mengen Öl aus dem Wasser aufzunehmen ,die Ausbreitung zu verhindern und auch abzuschöpfen----und sage und schreibe niemanden hat es interessiert:Er hat jetzt wochenlang alle möglichen Zuständigen angemailt,antelefoniert oder angeschrieben.Ob BP,Umweltministerium oder Präsident Obama;
Ich weiß dazu nur eines --die wollen und wollten keine Hilfe
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