Hypo Real Estate Bundesregierung verteidigt HRE-Bonuszahlungen

Guter Rat sei teuer, so begründet die Bundesregierung Boni in Höhe von 25 Millionen Euro bei der Hypo Real Estate. Der Bund der Steuerzahler spricht von einem Skandal.

Zentrale der Hypo Real Estate in Unterschleißheim bei München

Zentrale der Hypo Real Estate in Unterschleißheim bei München

Die Boni seien notwendig gewesen, um gute Mitarbeiter zu halten, sagte Michael Offer, Sprecher des Bundesfinanzministeriums, am Montag in Berlin. Der Aufbau der Bad Bank der Hypo Real Estate (HRE) sei eine der komplexesten Transaktionen in der deutschen Finanzgeschichte. In sie sollten Giftpapiere im Wert von etwa 185 Milliarden Euro ausgelagert werden. "Für diese Operation braucht die Bank erfahrene und gute Mitarbeiter", sagte Offer.

Politiker aller Parteien äußerten sich empört, als bekannt wurde , dass der marode Finanzkonzern seinen Bankmanagern vor Kurzem noch Boni in Höhe von 25 Millionen Euro gezahlt hat. Die HRE hatte im Jahr 2009 insgesamt 2,2 Milliarden Verlust gemacht, die Vorstandsgehälter waren auf 500.000 Euro begrenzt worden.

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Der staatliche Bankenrettungsfonds Soffin hatte die Boni geprüft und keine Verstöße gegen die Vergütungsauflagen festgestellt. Zudem hatten Mitarbeiter auf alte Zusagen gepocht und mit Klagen gedroht.

Der Bund der Steuerzahler sprach angesichts der Staatsgarantien für die HRE von mehr als 140 Milliarden Euro von einem Skandal. Weder habe die Bank es geschafft, auf eigenen Füßen zu stehen, noch sei sie in der Situation, diese Zahlungen eigenständig finanzieren zu können, sagte Verbandsvizepräsident Reiner Holznagel Handelsblatt Online . Vor wenigen Tagen hatte der Bund der Bank zusätzliche Staatsgarantien von 40 Milliarden Euro bewilligt.

Die Bundesregierung zeigte Verständnis für die Kritik. "Wenn Menschen sagen, uns fällt schwer, das zu verstehen, dann kann die Bundesregierung das auch gut nachvollziehen", sagte Vize-Regierungssprecher Christoph Steegmans.

 
Die HRE verteidigte sich gegen die Kritik. "Die Sonderzahlungen entsprachen dem Interesse der Bank und aus unserer Sicht auch dem Interesse des Eigentümers", sagte ein Sprecher in München. Auch für das Jahr 2010 plant die Bank nach Informationen aus Branchenkreisen ein variables Vergütungssystem. Der Vorstand habe dieses bereits beschlossen. Das Finanzministerium stellte aber klar, dass es vergleichbare Bonuszahlungen wie für das Jahr 2009 nicht mehr geben soll: Die Auszahlung der bis zu 25 Millionen Euro habe einmaligen Charakter gehabt, erklärte das Finanzministerium. 

An dem Vorstand der HRE hält die Bundesregierung trotz der umstrittenen Bonuszahlungen fest. Der Vorstand, der gerade die Auslagerung von Milliarden-Giftpapieren in die Bad Bank vorbereite, genieße das Vertrauen von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU), sagte Offer.

 
Leser-Kommentare
  1. Man jammert darüber, wie Banken das Ihnen von Anlegern anvertraute Geld zum Fenster rauswerden und verfährt dabei ganz genauso. Wie mit Steuergeld umgegangen wird, ist eine Frechheit. Dem Bürger sagt man "Gürtel enger schnallen", und verplempert Geld für Griechenland, die HRE und das Prestige-Objekt "Stuttgart21". Es wird Zeit, dass die Volksvertreter lernen, dass nicht sie der Souverän sind.

    • bkkopp
    • 20.09.2010 um 16:57 Uhr

    Die HRE wurde, nolens volens, unter Steinbrück gerettet. Damit ist sie in ihrer Eigentums- und Aufsichtsstruktur sein Kind.

    Es hat noch niemand erklärt, warum die HRE, oder ein Teil davon als Deutsche Pfandbriefbank, überhaupt weiterleben muss. Die HRE ist die Bad Bank und sollte als ganzes abgewickelt werden. Es gibt reichlich Bankkapazität in Deutschland. HRE/Deutsche Pfandbriefbank werden von niemandem gebraucht.

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    • joG
    • 20.09.2010 um 17:35 Uhr

    ....aber seit Jahren. In den 80ern war das auch bereits in Bezug auf die Landesbanken klar. Die gibt es auch noch.

    • joG
    • 20.09.2010 um 17:35 Uhr

    ....aber seit Jahren. In den 80ern war das auch bereits in Bezug auf die Landesbanken klar. Die gibt es auch noch.

  2. "Die Boni seien notwendig gewesen, um gute Mitarbeiter zu halten..."

    - Äh, halten? Waren das nicht die, die die HRE erst so hineingeritten haben? Die Mitarbeiter bekamen schon damals Boni für "gute Leistungen" (das Ergebnis ist bekannt), und nun bekommen sie Boni, damit sie bleiben? Aufregen tu´ ich mich da sowieso nicht mehr, das ist in heutigen Zeiten schon eher was zum Schmunzeln. Jaja, Fatalismus ist alles was bleibt...

    Was - ernsthaft gesprochen - schlicht den Regeln einer (ungezügelten) Marktwirtschaft entspricht, ist der Fakt, dass die Mitarbeiter vertragsgemäß auf die Boni-Zusagen pochen können. Wenn hier wieder einmal jemand geschlampt hat, dann die Politik. Wenn ich Mitarbeiter wäre würde ich auch auf die vertraglich vereinbarten Zahlungen bestehen. Schließlich ist mir mein Hemd das nächste, man muss in heutiger Zeit schauen, wo man bleibt. Oder?

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    "Wenn ich Mitarbeiter wäre würde ich auch auf die vertraglich vereinbarten Zahlungen bestehen. Schließlich ist mir mein Hemd das nächste, man muss in heutiger Zeit schauen, wo man bleibt. Oder?"

    Nein. Der Mensch ist ein Tier, das soziale Kontakte sucht, und damit kein Egoist. Und wenn meine Firma, also mein soziales Umfeld im Berufsleben, sterbend am Boden liegt, dann fang ich nicht an die Taschen nach Wertvollem zu durchsuchen. Warum verstecken die Neokapitalisten ihre Moral eigentlich immer hinter einer pervertierten "Professionalität".

    Das Pochen auf die Bonuszahlungen wirkt auf mich - um beim Bild zu bleiben - wie Leichenfledderei.

    Das mag größtenteils so sein. Für Manager und Führungskräfte in unserer schönen Marktwirtschaft könnte aber etwas anderes zutreffen:

    http://www.heise.de/tp/fo...

    Das liest sich für mich plausibel. Unser Wirtschaftssystem basiert darauf, Gewinn und Profit auf Kosten anderer zu machen. Es gehört zum Beruf von Managern, das Leben anderer Menschen systematisch zu verschlechtern, und ihnen die Lebensgrundlagen zu entziehen: Sowohl den Lohnabhängigen, als auch der Konkurrenz. Nur so lassen sich dauerhaft Gewinne und Renditen erzielen.

    Das sind ausgezeichnete Selektionsmechanismen zur gezielten Zucht von Soziopathen. Die Soziopathen wiederum gestalten die Lebensumstände der Gesellschaft so, dass sie ihresgleichen entgegenkommt. Wie das praktisch aussieht, kann man am Agitieren der Bertelsmannstiftung, der INSM und anderer Einflüsterungsagenturen beobachten. Wer versucht, normal und menschlich zu bleiben, hat von vorne herein verloren und landet früher oder später in der Umerziehunganstalt. (JobCenter) Dort geht er dann zugrunde, oder wird ebenfalls zum Soziopathen.

    Der Mensch trägt in sich das Potenzial zum Schwein, aber auch zum empathischen Miteinander. Unsere Gesellschaft, wie sie sich seit 20 Jahren entwickelt, begünstigt eindeutig Ersteres.

    "Wenn ich Mitarbeiter wäre würde ich auch auf die vertraglich vereinbarten Zahlungen bestehen. Schließlich ist mir mein Hemd das nächste, man muss in heutiger Zeit schauen, wo man bleibt. Oder?"

    Nein. Der Mensch ist ein Tier, das soziale Kontakte sucht, und damit kein Egoist. Und wenn meine Firma, also mein soziales Umfeld im Berufsleben, sterbend am Boden liegt, dann fang ich nicht an die Taschen nach Wertvollem zu durchsuchen. Warum verstecken die Neokapitalisten ihre Moral eigentlich immer hinter einer pervertierten "Professionalität".

    Das Pochen auf die Bonuszahlungen wirkt auf mich - um beim Bild zu bleiben - wie Leichenfledderei.

    Das mag größtenteils so sein. Für Manager und Führungskräfte in unserer schönen Marktwirtschaft könnte aber etwas anderes zutreffen:

    http://www.heise.de/tp/fo...

    Das liest sich für mich plausibel. Unser Wirtschaftssystem basiert darauf, Gewinn und Profit auf Kosten anderer zu machen. Es gehört zum Beruf von Managern, das Leben anderer Menschen systematisch zu verschlechtern, und ihnen die Lebensgrundlagen zu entziehen: Sowohl den Lohnabhängigen, als auch der Konkurrenz. Nur so lassen sich dauerhaft Gewinne und Renditen erzielen.

    Das sind ausgezeichnete Selektionsmechanismen zur gezielten Zucht von Soziopathen. Die Soziopathen wiederum gestalten die Lebensumstände der Gesellschaft so, dass sie ihresgleichen entgegenkommt. Wie das praktisch aussieht, kann man am Agitieren der Bertelsmannstiftung, der INSM und anderer Einflüsterungsagenturen beobachten. Wer versucht, normal und menschlich zu bleiben, hat von vorne herein verloren und landet früher oder später in der Umerziehunganstalt. (JobCenter) Dort geht er dann zugrunde, oder wird ebenfalls zum Soziopathen.

    Der Mensch trägt in sich das Potenzial zum Schwein, aber auch zum empathischen Miteinander. Unsere Gesellschaft, wie sie sich seit 20 Jahren entwickelt, begünstigt eindeutig Ersteres.

  3. Der Bund macht doch auch Milliardenverluste, da kann der Steuerzahler doch die paar Millionen Boni für hochkompetentes Bankpersonal ebenfalls bezahlten.

    Ich verstehe das Gejammer überhaupt nicht. Es ist doch geradezu ein Zeichen von Qualität in unseren Tagen Milliarden zu versenken. Stuttgart 21 ist hier ebenso ein schönes Beispiel oder die Verlängerung der Laufzeiten für Atomkraftwerke.

    Es gibt mir ein Gefühl von Sicherheit zu sehen, wie großzügig auch mein Geld ausgegeben wird. Würde tatsächlich gespart werden, müsste ich mich sorgen, dass die Lage wirklich ernst wäre.

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  4. diese Politiker es wieder soweit, das es zu Arbeiteraufständen kommen wird mit allen Folgen und die Geschichte sich wiederholt !

  5. aus diesem Grund bezahlte Söldner. Es wäre wohl sehr gefährlich dem Volk noch Waffen in die Hand zu geben.
    Da haben unsere Politiker wohl gelernt!

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    ...der "Staatsbürger in Uniform" abgeschafft werden.

    Der "Staatsbürger ohne Uniform" ist schon längst dauerhaft verdächtig (siehe BKA-Gesetz und SWIFT-Abkommen).

    braucht man gegen die eigene Bevölkerung und nicht um die Waffen in vermeintlich sichere/kompetente Hände zu geben.
    Wenn die Konsequenz der aus Furcht gewählten/legitimierten Führungsriege der Staatsterror ist (Legitimierung aufrecht erhalten), dann brauch ich mehr als nur eine Polizei.

    Zum Thema: obszön.
    Und: eigentlich ist unter #51 alles gesagt.

    ...der "Staatsbürger in Uniform" abgeschafft werden.

    Der "Staatsbürger ohne Uniform" ist schon längst dauerhaft verdächtig (siehe BKA-Gesetz und SWIFT-Abkommen).

    braucht man gegen die eigene Bevölkerung und nicht um die Waffen in vermeintlich sichere/kompetente Hände zu geben.
    Wenn die Konsequenz der aus Furcht gewählten/legitimierten Führungsriege der Staatsterror ist (Legitimierung aufrecht erhalten), dann brauch ich mehr als nur eine Polizei.

    Zum Thema: obszön.
    Und: eigentlich ist unter #51 alles gesagt.

  6. Man stelle sich vor, das Personal in Krankenhäusern oder Industriebetrieben, die Minus machen, werden mit Bonuszahlungen bedacht weil sonst die Ärzte und das Pflegepersonal ins Ausland zu geht.Eine utopische Vorstellung. Lieber wird wegen roter Zahlen das Krankenhaus Peronal abgebaut oder das Haus geschlossen. Bei den banken? Genau das Gegenteil. Hier werden Unfähige Manager mit Millionen gehalten. Sollen die doch gehen.... schlechter kann es deswegen auch nicht gehen in der Bank. Die Reaktionen der Politiker zeigenmal wieder, wer dieses Land regiert. Politiker nehmen Banker in Schutz. Steuergelder werden immer schneller verteilt. Der Ausverkauf hat nicht begonnen- sondern es ist 5 vor 12 . Jeder nimmt noch schnell was er kriegen kann.

    Eine Leser-Empfehlung
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    Gedanken werden immer mehrfach gedacht :-)

    Gedanken werden immer mehrfach gedacht :-)

  7. "Die Boni seien notwendig gewesen, um gute Mitarbeiter zu halten,"

    Für diese Operation braucht die Bank erfahrene und gute Mitarbeiter",

    Wenn ich diese beiden Sätze lese denke ich mir was würde wohl ein Feuerwehrmann, oder ein Polizist oder Ärzte oder oder oder dazu sagen !

    Stellen wir uns doch einmal vor all diese Leute kämen auf den Gedanken diese beiden Sätze auf sich an zu wenden.

    Wenn sich diese Menschen sich hinstellen würden und sagen :

    Wir wollen sagen wir einmal 100 000 Euro Bonus im Jahr oder wir gehen ! Was wäre wohl die Antwort unserer Bundesregierung ?

    Dabei ist deren Arbeit wirklich alternativlos !

    Aber Feuerwehrleute, Ärzte, Polizisten wissen halt was soziale Verantwortung ist !

    Dafür bekommen Sie keine Boni !

    LG

    Klaus

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    Motto der restlichen 20 Mio Arbeitnehmer: Wer arbeitet macht Fehler, wer Fehler macht wird nicht befödert, (Wohin auch immer),er bekommt den Malus.
    Deswegen leistet sich unsere Ministerialbürokraie zum Arbeits,- auch ein Beamtenrecht als tiefengestaffeltes Besoldungssystem.

    Ich frage mich angesichts des Bundeshaushaltes und das bald jeder 4.Euro für Zins u. Tilgung ausgegeben werden muß wie die Bundesländer allein die zukünftig anfallenden 650 Milliarden Pensionslasten schultern wollen, zumal die als Rückstellungen im Bundeshaushalt nirgends zu finden sind. Oder wird dann dafür wieder ein neuer Sonderfond kreiert?

    • Hickey
    • 21.09.2010 um 8:42 Uhr

    Bezüglich Gier brauchen wir.

    Maßlose Gier sollte mit ein paar Jahren Haft bestraft werden.

    Motto der restlichen 20 Mio Arbeitnehmer: Wer arbeitet macht Fehler, wer Fehler macht wird nicht befödert, (Wohin auch immer),er bekommt den Malus.
    Deswegen leistet sich unsere Ministerialbürokraie zum Arbeits,- auch ein Beamtenrecht als tiefengestaffeltes Besoldungssystem.

    Ich frage mich angesichts des Bundeshaushaltes und das bald jeder 4.Euro für Zins u. Tilgung ausgegeben werden muß wie die Bundesländer allein die zukünftig anfallenden 650 Milliarden Pensionslasten schultern wollen, zumal die als Rückstellungen im Bundeshaushalt nirgends zu finden sind. Oder wird dann dafür wieder ein neuer Sonderfond kreiert?

    • Hickey
    • 21.09.2010 um 8:42 Uhr

    Bezüglich Gier brauchen wir.

    Maßlose Gier sollte mit ein paar Jahren Haft bestraft werden.

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