Warenhaus-Konzern Karstadt ist gerettet
Der Verkauf von Karstadt ist gerichtlich bestätigt. Nach langer Verhandlung hat Investor Nicolas Berggruen den Warenhaus-Konzern übernommen. Die Mitarbeiter frohlocken.
Das monatelange Ringen um die Übernahme des Warenhaus-Konzerns Karstadt durch Investor Berggruen ist zu Ende. Der Unternehmer hat alle Unterschriften der Gläubiger des Vermieter-Konsortiums Highstreet vorliegen. "Nun ist Herr Berggruen in der Pflicht, Kapital und Ressourcen einzusetzen und zu beweisen, wie sein Plan für Karstadt gelingen kann", heißt es in einer Stellungnahme von Highstreet. Nach der Zustimmung des Amtsgerichts Essen ist der Verkauf an Berggruen nun rechtskräftig.
Der künftige Eigentümer hat sich optimistisch für die Zukunft der Warenhauskette geäußert. "Karstadt wird jetzt, glaube ich, ein sehr aufregendes Leben haben", sagte Berggruen im Karstadt-Haus am Kurfürstendamm in Berlin. Auch Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) sieht eine gute Überlebenschance für den Konzern und seine rund 25.000 Mitarbeiter. "Karstadt ist zwar noch nicht über den Berg", sagte sie. Aber es gebe eine realistische Chance dafür, dass das Unternehmen erfolgreich arbeiten werde.
Karstadt-Geschäftsführer Thomas Fox zeigte sich in einer ersten Stellungnahme ebenfalls erleichtert. "Nach der Insolvenz kann wieder investiert werden", sagte er. Man wolle zukünftig sehr viel Geld in die Modernisierung der Warenhäuser stecken.
Am Vorabend hatte Berggruen die letzte Hürde zum Fortbestehen des Konzerns genommen. Nach langen Verhandlungen stimmte schließlich auch die Gruppe der sogenannten Mezzanine-Investoren von Highstreet den von Berggruen geforderten Mietnachlässen zu. Jedoch fehlten zunächst noch die Unterschriften der einzelnen Investoren, weswegen die Frist auf Freitagmittag verschoben wurde. Zuvor hatten bereits die Anleihegläubiger eingewilligt. Die Kondition des Investors war, dass die Mieten von 86 der 120 Karstadt-Immobilien gesenkt werden.
Ohne eine Einigung hätte Karstadt das endgültige Aus gedroht. Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg hatte bereits vorsorglich eine Sitzung des Gläubigerausschusses einberufen , um kurzfristig das Ende des Traditionskonzerns zu besiegeln. Eine endgültige Einigung musste bereits dreimal verschoben werden.
Berggruen hatte im Juni von Insolvenzverwalter Görg den Zuschlag für Karstadt bekommen, feilschte aber seither mit Highstreet um Zugeständnisse bei den Mieten. Die 25.000 Mitarbeiter will Berggruen – anders als seine Mitbewerber – schonen.
Wie an vielen Standorten löste die Nachricht vom erfolgten Verkauf im Stammhaus des Konzerns in Wismar große Freude aus. "Wir haben lange gehofft und gebangt. Nun sind wir einfach froh und erleichtert, dass es weitergeht", sagte Betriebsratschefin Viola Hopp. Die stellvertretende Vorsitzende der Gewerkschaft Verdi, Margret Mönig-Raane, empfand "große Erleichterung". Görg dankte den Mitarbeitern, Kunden und Lieferanten für ihre Unterstützung während der Insolvenz.
- Datum 03.09.2010 - 15:32 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa, Reuters
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Karstadt wird übernommen...jetzt freuen sich alle, mit Grund? Immobilie verkaufen, teuer anmieten, in Konkurs führen, sowas nennt man einen "Rollover".... Löhne gekürzt... ich nenne das Asozial nach den Regeln des Turbokapitalismus...
Die vorzügliche Karstadtausbildung und der gute Service in diesem Kaufhaus waren das große Plus. Ich freue mich mit den Mitarbeitern über den Erhalt ihrer Arbeitsplätze.
Ich bin mir sicher, dass die Kunden sich auch sehr freuen, wenn am Konzept nicht noch mehr herumgedoktert wird.
Die Hereinnahme von Konzessionsunternehmungen in die Filialen war keine gute Idee.
Karstadt ist gerettet wenn es die nächsten, mindestens 5 Jahre zumindest schwarze Nullen schreibt und sich weiter stabilisiert. Schlieilich warten z,B. einige Renovierungskosten auf ihre baldige Erledigung.
Und - daran führt kein Weg vorbei - die PK sind zu hoch - lassen sich allerdings durch natürliche Fluktuation abschmelzen was allerdings die Service-Qalität nicht grad zu erhöhen scheint.
Karstadt ist gerettet wenn es die nächsten, mindestens 5 Jahre zumindest schwarze Nullen schreibt und sich weiter stabilisiert. Schlieilich warten z,B. einige Renovierungskosten auf ihre baldige Erledigung.
Und - daran führt kein Weg vorbei - die PK sind zu hoch - lassen sich allerdings durch natürliche Fluktuation abschmelzen was allerdings die Service-Qalität nicht grad zu erhöhen scheint.
Middelhof hat Verträge für völlig überteuerte Mieten abgeschlossen. Die Hintergründe sind bekannt, auch wieviel Middelhof davon in die eigene Tasche gesteckt hat. Diese wirtschaftskriminellen "Eliten" können sich heute alles erlauben.
Karstadt ist gerettet wenn es die nächsten, mindestens 5 Jahre zumindest schwarze Nullen schreibt und sich weiter stabilisiert. Schlieilich warten z,B. einige Renovierungskosten auf ihre baldige Erledigung.
Und - daran führt kein Weg vorbei - die PK sind zu hoch - lassen sich allerdings durch natürliche Fluktuation abschmelzen was allerdings die Service-Qalität nicht grad zu erhöhen scheint.
Das "Sterben" von Karstadt begann schon viel früher in den Siebzigern. Papa Deuss steuerte den "Tanker Karstadt", investierte wegen der zugesagten Pnesionen in die Immoblilien was Karstadt immobil machte.
Die permanente Investition in das Selbstbewusstsein der Karstädter bewirkte, dass die Zuwendung zum Kunden kippte. Kunden wurden notwendiges Übel - "Kunde droht mit Umsatz".
Dann das Harzburger Modell für die Führung - neue Zentrale in Essen wo wegen der Führungstransparenz die Fahrstühle in die oberen Etagen fuhren. Nur nicht bis in die oberste Etage.
Die "Entmachtung" der Einkäufer/Abteilungsleiter vor Ort, die bislang das Credo "all Business is local" gewährleistet hatten. Karstadt verlor damals schon seine fähigsten Kräfte. Das war auch der Anfang vom Ende.
Mal sehen ob Berggruens Manager begreifen wo die Krankheitsverursacher nach wie vor sitzen.
Diejenigen die jetzt heulen und maulen, ein halbes Jahrhundert lang ihrer Firma die Treue gehalten zu haben, haben diese genau so zerstört wie HBV mit ihren destruktiven Ansätzen. Dass die Mitarbeiter jetzt dafür zahlen sollten sie ihrer Gewerkschaft genau so vorrechnen wie irgend jemandem.
Die Arrogantesten im Handel waren doch die Karstädter - oder?
Und - wenn Bergruen nicht aufräumt - sie werden es wieder.
Erst betteln vor ihren Häusern und jetzt Nase hoch - wie man schon wieder sieht.
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