Das Internet-Unternehmen AOL erwägt laut einem Zeitungsbericht zusammen mit mehreren Finanzinvestoren den Kauf des Online-Pioniers Yahoo. Die Überlegungen seien erst in einer sehr frühen Phase und könnten auch zu keinem konkreten Angebot führen, schränkte das Wall Street Journal allerdings unter Berufung auf informierte Personen ein.

Die Interessenten hätten in den vergangenen Wochen Gespräche über eine gemeinsame Offerte mit dem Yahoo-Rivalen AOL sowie dem Medienkonzern News Corp geführt, sagte eine mit den Verhandlungen vertraute Person zudem der Agentur Reuters.

Yahoo sei noch nicht kontaktiert worden. Ob es zu einer Offerte komme, hänge auch davon ab, ob sich Yahoo vorher von Vermögensanteilen in Asien – wie dem 40-Prozent-Anteil an der chinesischen Internet-Plattform Alibaba – trenne. Yahoo, AOL und News Corp lehnten eine Stellungnahme ab.

Yahoo kommt schon seit Jahren nicht zur Ruhe. Erst wollte Microsoft den Konzern kaufen . Nach Widerstand des Verwaltungsrates gab der Windows-Riese den Plan jedoch auf und vereinbarte später lediglich eine enge Partnerschaft im Suchmaschinengeschäft. Yahoo-Chefin Carol Bartz sucht nun nach einem dauerhaften Geschäftsmodell. Ein Kapital von Yahoo sind die Hunderte Millionen Kunden, die zum Beispiel die E-Mail-Dienste des Unternehmens nutzen. AOL ist dabei, sich von einem großen Anbieter von Internet-Zugängen zum Spezialisten für Online-Inhalte zu wandeln.

Der Markt reagierte mit Kursgewinnen auf die Übernahmeberichte: Der Aktienkurs des Unternehmens schoss nachbörslich 9,5 Prozent in die Höhe, nachdem er bereits mit einem Plus von sechs Prozent aus dem Handel gegangen war. An der Börse in Tokyo legte Yahoo rund fünf Prozent zu. An dem japanischen Ableger besitzt der US-Mutterkonzern 35 Prozent.