Stuttgart 21 ist nicht nur ein Bahnhofsprojekt. Auf dem Gelände soll auch ein großes Einkaufszentrum für 500 Millionen Euro entstehen: das "Quartier am Mailänder Platz".

Wie Handelsblatt Online berichtet, steckt Stuttgarts Verkehrs- und Umweltministerin Tanja Gönner (CDU) möglicherweise in einem Interessenkonflikt im Zusammenhang mit dem Bauvorhaben. Sie sei tätig für eine Stiftung des Hamburger Shoppingcenter-Betreibers ECE, der als Projektentwickler in das Einkaufszentrum auf dem Stuttgarter Gelände investieren wolle.

Die Grünen kritisierten ihre Doppelrolle scharf. "Frau Gönner sollte sich überlegen, ob sie sich aus der Stiftung zurückzieht", sagte der Vorsitzende des Bundestags-Verkehrsausschusses, Winfried Hermann. Anderenfalls sei nicht gewährleistet, dass Gönner ihre Entscheidungen im Zusammenhang mit dem Projekt unabhängig treffe. Auch der Architekt des Bahnhofsprojekts, Christoph Ingenhoven, sei Mitglied des Stiftungsrats bei ECE.

"Die betreffenden Personen müssen darlegen, dass kein Interessenkonflikt besteht, wenn sie gleichzeitig für eine Stiftung arbeiten, die von Stuttgart 21 profitiert", sagte der Grünen-Politiker Hermann. "Das ist ein weiteres Beispiel für die Spätzle- und Maultaschen-Connection, wie wir sie aus Baden-Württemberg kennen: Von Lothar Späth bis Stefan Mappus sehen wir eine zu große Nähe zu wirtschaftlichen Interessen", sagte Hermann.