Tablet-Hersteller WeTab-Chef zieht sich zurück

Eigenlob stinkt, heißt es. Für den WeTab-Chef hatte das berufliche Konsequenzen: Wegen selbstverfasster Kritiken zu seinem Tablet-PC lässt er sein Amt ruhen.

Helmut Hoffer von Ankershoffen, WeTab-Chef außer Dienst

Helmut Hoffer von Ankershoffen, WeTab-Chef außer Dienst

Der Hersteller des Tablet-Computers WeTab muss sich mit einer peinlichen Angelegenheit auseinandersetzen: Einer der beiden Geschäftsführer lobte das eigene Produkt im Online-Shop von Amazon unter falschem Namen. Der Blogger Richard Gutjahr machte auf einen entsprechenden Verdacht aufmerksam, so dass sich WeTab-Chef Helmut Hoffer von Ankershoffen nun dafür entschuldigte. Er erklärte zudem, wegen der anhaltenden Diskussionen um seine Person habe er sich entschlossen, seine Position als Geschäftsführer bis auf weiteres ruhen zu lassen. Der bisherige Co-Chef Tore Meyer werde seine Aufgaben nun mit übernehmen.

Das Ende September eingeführte WeTab war in der Fachpresse auf zahlreiche kritische Reaktionen gestoßen. Auch ZEIT ONLINE stellte einige Mängel fest , unter anderem einen leicht abstürzenden Browser , eine lästige Belüftung sowie fehlende technische Features. 

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Von Ankershoffen wollte diesen Eindrücken offenbar auf eigene Initiative entgegen wirken. "Die beiden fraglichen Rezensionen auf Amazon habe ich privat verfasst, ohne mich mit der übrigen Geschäftsführung oder unserer Kommunikationsabteilung abzustimmen", sagte der Unternehmer. Er habe damit seiner Freude über den Marktstart und seine Überzeugung, dass das WeTab ein tolles Gerät ist, Ausdruck verleihen wollen. Inhaltlich stehe er weiter zu dem, was er geschrieben habe. "Ein Fehler war es allerdings, nicht meinen eigenen Namen für die Bewertung zu verwenden."

Gutjahr schrieb in seinem Blog , offenbar habe der Autor der positiven Amazon-Bewertung vergessen, in seinem Account eine Einstellung zum Schutz der persönlichen Angaben vorzunehmen. So konnte nachgewiesen werden, dass das Online-Profil des WeTab-begeisterten Amazon-Kunden zu einem Nutzer mit dem Namen "Helmut Hoffer von Ankershoffen", also des We-Tab-Chefs führte. Eine weitere Bewertung unter anderem Namen führte zum Namen der Frau des Managers. Die unter Pseudonym verfassten Bewertungen hat Amazon inzwischen entfernt.

 
Leser-Kommentare
  1. Das macht jedes Unternehmen, jeder Verlag und jeder Autor in den Onlineforen.

    Die meissten Online User wissen das auch und können das unterscheiden. Zumal es oft die Masse von verschiedenen Meinungen macht.

    Dabei ist egal welches Meinungsforum es ist. Die sind ja auch den Unternehmen bekannt.

    • HH7
    • 05.10.2010 um 10:21 Uhr

    Welcher Unternehmer sorgt heute denn nicht für Bestnoten seiner Produkte?

    4 von 5 Bewertungen, so meine Einschätzung, sind nur Fake.

    Entweder irgendwelche wohlwollenden Testergebnisse von wertlosen Testseiten, welche genau wissen, dass sie es sich mit ihren Kunden im Falle von Negativ-Noten verscherzen oder/und systematische Positiv-Bewertungen durch Unternehmen bzw. beauftragten Agenturen.

  2. Entfernt, bitte verzichten Sie auf das Posten von Werbung. Die Redaktion /ft

  3. Also bei technischen Geräten verlasse ich mich auf Youtube-dort filmen mittlerweile die Kunden per Cam die Erstinbetriebnahme von Geräten und zeigen dort, was diese können und wie sie sich im Betrieb verhalten.

    Das kann man nicht fälschen, weil diese immer negative Seiten aufdecken. Gibts immer öfter auch für Autos, wo dann Normalos die Kiste im Autohaus ausleihen und damit rumfahren-die Unterschiede zu Automagazinen im Fernsehen sind gewaltig und man wird auch nicht mit Raserei auf Formel1-Strecken genervt, sondern es wird durch normale Innenstädte gefahren, wie im echten Leben.

    Ich habe mir mehrere Videos und Livestreams zum Wetab angeschaut und das kann man einfach nicht kaufen, weil es überhaupt nicht der 2010 angemessenen Technik und Bedienfreundlichkeit entspricht. Auch sieht man, dass das Display nichts taugt und der Lüfter röhrt auch gerne.

    Da kann sich Oertel von Anker oder wie er heisst auf Amazon die Finger wund schreiben und den Rezensenten Jesus nennen, es hilft nichts.

    Zum Glück enden damit die Unsitten "virales Marketing", die letztlich nicht dagegen ankommen werden. Im Gegenteil, Firmen, die auf virales Marketing setzen werden einen Nachteil haben. Interessant wird sein, wie sich werbefinanzierte Medien in Zukunft finanzieren wollen, denn Werbung wird es in Zukunft immer weniger geben.

  4. So viel Dilettantismus ist ja fast schon wieder sympathisch. Ich fürchte, es gibt tatsächlich wenige Hersteller, die auf solche Manipulationen verzichten. Andere stellen sich dabei aber wohl ein bisschen schlauer an. Am WeTab gefällt mir der im Vergleich zu anderen Herstellern offene Ansatz, aber viel zu taugen scheint das Gerät ja leider wirklich nicht (wenn man den einschlägigen Reviews glauben darf, ich hatte selbst keins in der Hand).

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa
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