Für den europäischen Flugzeugbauer Airbus häufen sich die Probleme: Auch beim Bestseller A320 gibt es seit Monaten technische Schwierigkeiten, an denen noch laboriert wird. An der A-321-Version der British Midland International fielen im August plötzlich die Cockpit-Bildschirme zeitweise aus. Nach Airbus-Angaben kann das Problem nicht sofort technisch gelöst werden.

Kurz zuvor hatte Airbus angekündigt, in allen A-380-Modellen die Turbinen wegen eines gefährlichen Konstruktionsfehlers auszutauschen. Dieser hatte zuletzt zum Triebwerksausfall eines australischen A380 geführt, wobei immer deutlicher wird, dass der Vorfall mit Leichtigkeit zum Unglück hätte führen können.

Ein Airbus-Sprecher erklärte in Toulouse zum Ausfall der Cockpit-Monitore: "Das Problem ist bekannt, und wir haben in enger Zusammenarbeit mit der Untersuchungsbehörde an einer Lösung gearbeitet." Innerhalb der kommenden zwei Wochen werde die englische AAIB an alle betroffenen Airlines Verhaltensregeln für die Piloten versenden. Sie sollten darin für das Phänomen sensibilisiert werden und lernen, damit umzugehen, bis es durch eine technische Lösung schließlich behoben werde. Der Sprecher bestätigte damit einen Bericht des Wall Street Journals , das von einer bevorstehenden weltweiten Warnung des Flugzeugherstellers vor fehlerhafter Elektrik berichtete.

Vorangegangen war im August ein Zwischenfall an Bord einer A321 der British Midlands auf einem Nachtflug von der sudanesischen Hauptstadt Khartum nach Beirut. Die A321 ist die Langversion der zweistrahligen A320, die es auch in der verkürzten Form als A319 gibt. Der Jet habe mehrere Minuten lang nicht mehr auf die Steuerbefehle der Cockpit-Crew reagiert und sei in eine bedenkliche Schräglage gekommen. Die Zeitung berief sich bei ihren Informationen auf einen Bericht der britischen Luftfahrtbehörde, die in Kürze auch eine Empfehlung an die Airlines veröffentlichen will.