Die Fluggesellschaft Germanwings darf ihre Kunden nicht mit komplizierten Antragsformularen davon abhalten, bei stornierten Flügen Rückerstattungen zu fordern. Mit dem Urteil gab das Landgericht Köln einer Klage des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv) statt.

Germanwings wollte der Verbraucherzentrale zufolge mit abschreckenden Formularen offenbar verhindern, dass Kunden, die ihren gebuchten Flug nicht antreten, im Voraus gezahlte Steuern und Flughafengebühren in Höhe von oftmals nur 20 Euro zurückfordern. Kunden sollten deshalb einen siebenseitigen Erstattungsantrag aus dem Internet herunterladen, ausdrucken, per Hand ausfüllen und ungeknickt mit sämtlichen Original-Reiseunterlagen per Post an die Airline schicken, möglichst per teurem Einschreiben mit Rückschein.

Im Formular verlangte die Lufthansa-Tochter detaillierte und größtenteils überflüssige Angaben zu allen mitreisenden Personen: neben Anschrift, Telefon-, Handy- und Fax-Nummer zum Beispiel Sitzplatz, Sitzreihe, die Anzahl der aufgegebenen Gepäckstücke und die Versicherungsnummer einer eventuell abgeschlossenen Reiserücktrittsversicherung. Insgesamt wollte Germanwings mehr als 50 Angaben pro Person und verlangte noch 5,50 Euro Bearbeitungsgebühr.

Das Landgericht Köln kritisierte dieses Prozedere als einen "erheblichen Lästigkeitsfaktor" und untersagte Germanwings die weitere Verwendung der Formulare. Der vzbv begrüßte das Urteil. Germanwings habe seine Kunden mit seinem umständlichen Erstattungsformular schikaniert, hieß es in einer Mitteilung. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.