Der US-Autogigant General Motors (GM) ist zurück an der Börse . Zu Handelsbeginn auf dem Parkett an der Wall Street in New York stiegen die Aktien des weltgrößten Autoherstellers um mehr als acht Prozent und verteuern sich nun kontinuierlich. Der Ausgabekurs betrug 33 Dollar.

Dass die Wertpapiere aus Detroit begehrt sein würden, stand schon Tage vor dem Börsengang fest . Der Autokonzern hatte die Zahl der Aktien deshalb um knapp ein Drittel auf 478 Millionen erhöht. Damit sammelte das Unternehmen aus Detroit 15,77 Milliarden Dollar ein. Zudem gab der Konzern für 4,35 Milliarden Dollar Vorzugsaktien aus. Einschließlich der Möglichkeit für Investoren, durch eine Mehrzuteilungsoption weitere Anteile zu zeichnen, fließen GM bis zu 23,1 Milliarden Dollar zu.

GM kehrt damit eineinhalb Jahre nach seiner Pleite an die Börse zurück – und zwar mit der größten Aktienplatzierung aller Zeiten. Den bisherigen Rekord gelang der chinesischen AgBank in diesem Jahr mit 22,1 Milliarden Dollar. In den USA hielt den Rekord bisher das Kreditkartenunternehmen Visa mit 19,7 Milliarden Dollar im Jahr 2008.

Die neuen Anteilseigner von GM sitzen vor allem in den USA und Kanada. Beteiligten zufolge gehen mehr als 90 Prozent der Anteile an Investoren aus dieser Region. Auf größere Anlagefonds aus dem Nahen Osten und Asien sowie andere institutionelle Anleger aus dem Ausland entfielen weniger als fünf Prozent des Gesamtvolumens des Börsengangs.

Präsident Barack Obama lobte den Schritt als "Meilenstein" in der wechselvollen Geschichte des Traditionskonzerns und als Erfolg für die gesamte amerikanische Autoindustrie. Die milliardenschweren Hilfen des Staates für die Branche waren anfangs in den USA sehr unpopulär. Inzwischen sind die Kritiker jedoch weitgehend verstummt, da der Staat deutlich weniger Geld riskiert als zunächst befürchtet.

Das liegt vor allem an der rasanten Entwicklung von GM, das vor Jahresfrist durch Staatshilfen in Höhe von 50 Milliarden Dollar vor dem Aus bewahrt worden war. Seitdem ist der Staat auch größter Anteilseigner mit 60,8 Prozent des Kapitals. Mehr als die Hälfte des Erlöses aus den Aktienverkäufen streicht deshalb jetzt der Staat ein, dessen Anteil an dem Autobauer sich damit fast halbiert.

Der Aktienkurs müsste jedoch noch um 47 Prozent auf fast 49 Dollar steigen, damit die Regierung ihre gesamte Investition zurückbekommt. Bei diesem Preis würde GM mit 90 Milliarden Dollar bewertet. Zum Vergleich: Der direkte US-Rivale Ford hat einen Marktwert von 57 Milliarden Dollar, Weltmarktführer Toyota kommt auf 131 Milliarden Dollar und Volkswagen auf 68 Milliarden Dollar.

Experten haben jedoch bereits Zweifel angemeldet, ob GM die hohen Erwartungen der Börse erfüllen kann . Der Autobauer habe trotz seiner überarbeiteten Modellpalette noch einen Nachholbedarf bei verbrauchsarmen Motoren. Der Detroiter Konzern hatte jahrelang auf nicht mehr zeitgemäße Automodelle gesetzt und war vom Umschwung im Verbrauchergeschmack überrascht worden.