Lebensmittel: Kampf den falschen Versprechen
Grüner Tee hilft gegen Stress, Joghurt stärkt die Abwehrkräfte: Mit umstrittenen Werbeaussagen ködert die Lebensmittelbranche Verbraucher. Die EU will dagegen vorgehen.
Noch fliegt sie, aber zumindest vorläufig mit gestutzten Flügeln. Nach Jahren des Erfolgs erlebte die Firma Red Bull im Oktober 2009 einen schweren Rückschlag. Ihr Energy-Drink basiert unter anderem auf dem ursprünglich aus Ochsengalle gewonnenen Taurin, jahrelang erfolgreich als Muntermacher verkauft. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) untersuchte die Aminosulfonsäure. Ihr Urteil: Ein Zusammenhang zwischen Taurin und dem Energiestoffwechsel sei nicht herstellbar. Red Bull will aber trotzdem an seiner Marketingstrategie festhalten, denn die sei auch durch andere Inhaltsstoffe wie etwa Koffein gerechtfertigt. Unangenehm ist es trotzdem. Schließlich zieren zwei kraftvolle Stiere das Logo der Firma.
Es ist nicht die einzige Entscheidung, die in der Branche für Unruhe sorgt. Jahrelang galten Lebensmittel, die Gesundheit oder Leistungsfähigkeit versprechen, als Wachstumsmarkt. Actimel, Yakult oder eben Red Bull gehören zu den erfolgreichsten Marken. Health oder Functional Food nennt man das. Die Wirkung der Produkte ist meist umstritten, gekauft werden sie trotzdem.
Das könnte sich im kommenden Jahr ändern, denn dann treten wahrscheinlich umfangreiche Werbebeschränkungen in Kraft. Die EU will eine sogenannte Positivliste mit erlaubten Werbesprüchen beschließen. Derzeit prüft die EFSA über 40.000 Vorschläge, die die Lebensmittelindustrie in den vergangenen Jahren eingereicht hat. Bislang geht die Behörde sehr rigoros vor: Rund Neunzig Prozent der Anträge hat sie bereits als wissenschaftlich nicht belegbar abgewiesen.
"Das kommt einem Paradigmenwechsel gleich", sagt Martin Müller. Der Unternehmensberater hilft Firmen, sich auf die neue Rechtslage einzustellen. "In Zukunft muss man den Nutzen seiner Produkte eindeutig belegen, früher reichte es aus, wenn sie lediglich nicht widerlegbar waren." Das Bier gegen Osteoporose oder "zahnschonende" Bonbons: Solche Beispiele wurden schnell vom Markt genommen.
Doch nicht jeder Fall ist so eindeutig: Zum Beispiel gibt es Studien, die belegen, dass grüner Tee den Stress lindert und auch die positive Wirkung von Taurin scheint belegbar, doch werden die aufgrund ihrer wissenschaftlichen Rahmenbedingungen von Verbraucherschützern angezweifelt. Sie kritisieren, die Innovation der Produkte liege nicht in ihrer Zusammensetzung, sondern allein im Marketing. "Viele Firmen nehmen es mit der Wahrheit nicht so genau", sagt Anne Markwardt von Foodwatch. Zudem zögen sie sich auf gut klingende, aber nichtssagende Werbeaussagen zurück, um sich nicht angreifbar zu machen.
Die bisher veröffentlichen Entscheidungen der EFSA treffen die Lebensmittelindustrie hart. Der gesamte Markt der ohnehin umstrittenen Antioxidantien, zu denen unter anderem Vitamin C oder das in Möhren enthaltene Beta-Karotin gehören, wird von der Behörde zudem kritisch gesehen. Auch die gesundheitsfördernde Wirkung vieler Milchsäurebakterien hielten die Gutachter für nicht nachweisbar.
Für die Firma Danone könnte das zum Problem werden. Auch sie arbeitet mit probiotischen Kulturen aus Milchsäure, werbewirksam auf den Namen Casei Defensis getauft. Ob sie die Behörde vom Nutzen ihrer Produkte überzeugen können, ist offen. Danone gibt sich kämpferisch: "Wir stehen zu unserem Produktversprechen", sagt Marion Fürst, Direktorin für Externe Kommunikation. Die Joghurtkulturen seien einzigartig. Dennoch zog die Firma ihren Antrag auf Zulassung bei der EFSA im Frühjahr vorerst zurück. Zu groß war die Sorge vor einer schnellen Ablehnung.




Es ist eine gute Sache, wenn in der Öffentlichkeit nur noch für etwas beworben, das nachweisbar ist. Das sollte in noch mehr Bereichen eingeführt werden.
Zusätzlich ein sehr guter Grund auf Red Bull zu verzichten. Bei den vielen Zusatzstoffen, die heutzutage in Lebensmitteln zu finden sind, weiß man als Verbaucher nicht wirklich, was man zu sich nimmt. Viele kaufen diese Produkte, weil sie an sich gut schmecken.Aber allein auf den Geschmack sollte es nicht ankommen. Wenn man wüsste,dass ein Getränk z.B. ursprünglich aus Taubenkot bestünde,es aber aufgrund von synthetischen Stoffen nach Erdbeeren schmeckt, würde man es auch nicht trinken. Viele Lebensmittel bestehen aber zum größten Teil aus reinen chemischen Industriestoffen, sodass man im Endeffekt gar nicht weiß, was man zu sich nimmt. Das sollte jedem Bedenken machen.
Die Lebensmittelindustrie beruft sich meistens darauf, dass der Vebraucher mit seinem Kauf entscheidet und das Angebot dadurch bestimmt. Leider ist das wahr. Der Konsument ist an sich wie ein kleines Kind, das alles in den Mund steckt, das im schmeckt. Zusätzlich lassen wir uns von der Werbung manipulieren und geben unser Geld für diese künstlichen Produkte aus, weil wir Geld sparen wollen.
Aber an Lebensmitteln sollte ein Mensch nicht sparen, ein Weg zum Becker oder zum Metzger an der Ecke ist zwar kostenintensiver aber letztendlich bezahlen wir wenigstens nicht die Werbung und kaufen damit einigermaßen natürliche Lebensmittel.
Ich mache grundsätzlich einen großen Bogen um farbstoffhaltige Produkte mit E-Variationen und natrülichen Aromen. Zudem kaufe ich keine Markensachen, wenn sie mir verdächtig sind.
Zitat
"Es ist eine gute Sache, wenn in der Öffentlichkeit nur noch für etwas beworben, das nachweisbar ist. Das sollte in noch mehr Bereichen eingeführt werden"
Genau, z.B. bei der Homöopathie und anderer Naturmedizin.
Zusätzlich ein sehr guter Grund auf Red Bull zu verzichten. Bei den vielen Zusatzstoffen, die heutzutage in Lebensmitteln zu finden sind, weiß man als Verbaucher nicht wirklich, was man zu sich nimmt. Viele kaufen diese Produkte, weil sie an sich gut schmecken.Aber allein auf den Geschmack sollte es nicht ankommen. Wenn man wüsste,dass ein Getränk z.B. ursprünglich aus Taubenkot bestünde,es aber aufgrund von synthetischen Stoffen nach Erdbeeren schmeckt, würde man es auch nicht trinken. Viele Lebensmittel bestehen aber zum größten Teil aus reinen chemischen Industriestoffen, sodass man im Endeffekt gar nicht weiß, was man zu sich nimmt. Das sollte jedem Bedenken machen.
Die Lebensmittelindustrie beruft sich meistens darauf, dass der Vebraucher mit seinem Kauf entscheidet und das Angebot dadurch bestimmt. Leider ist das wahr. Der Konsument ist an sich wie ein kleines Kind, das alles in den Mund steckt, das im schmeckt. Zusätzlich lassen wir uns von der Werbung manipulieren und geben unser Geld für diese künstlichen Produkte aus, weil wir Geld sparen wollen.
Aber an Lebensmitteln sollte ein Mensch nicht sparen, ein Weg zum Becker oder zum Metzger an der Ecke ist zwar kostenintensiver aber letztendlich bezahlen wir wenigstens nicht die Werbung und kaufen damit einigermaßen natürliche Lebensmittel.
Ich mache grundsätzlich einen großen Bogen um farbstoffhaltige Produkte mit E-Variationen und natrülichen Aromen. Zudem kaufe ich keine Markensachen, wenn sie mir verdächtig sind.
Zitat
"Es ist eine gute Sache, wenn in der Öffentlichkeit nur noch für etwas beworben, das nachweisbar ist. Das sollte in noch mehr Bereichen eingeführt werden"
Genau, z.B. bei der Homöopathie und anderer Naturmedizin.
... ist eine Aminosulfonsäure.
Außerdem erweckt der Artikel den Eindruck, dass das Taurin im Red Bull wirklich aus der Galle von Ochsen stammt. Dieses wird jedoch synthetisch hergestellt (Nur der Vollständigkeit halber erwähnt).
Liebe MrChicken,
danke für den Hinweis über Taurin.
Grüße
Marcus Gatzke
Liebe MrChicken,
danke für den Hinweis über Taurin.
Grüße
Marcus Gatzke
Liebe MrChicken,
danke für den Hinweis über Taurin.
Grüße
Marcus Gatzke
bitte nicht nur im Lebensmittelrecht.
Auch in der Politik.
@ Tischnachbar: *grins* Vielleicht würde es eine Automation auslösen, wenn man bei der Politik anfangen würde... ;-)
@ Tischnachbar: *grins* Vielleicht würde es eine Automation auslösen, wenn man bei der Politik anfangen würde... ;-)
...aus ochsengalle produziert..." steht doch da, nicht. wenn ich also annehmen darf das der text nicht editiert wurde, dann zeigt sich doch das problem. wenn auf die eine art nicht geworben werden darf wird eben eine andere gefunden. der trick liegt doch darin geschickt das oberflächliche leseverständnis auszunutzen. begrüßenswert wäre die einführung der abgelehnten ampelkennzeichnung. damit wären alle fragen bezüglich der tauglichkeit eines produktes geklärt.
im übrigen hatte ich gestern gelegenheit mir einen speisewochenplan einer universitätsklinik durchzulesen. auf diesem sind allen ernstes 12 (ZWÖLF) zusatzstoffe verzeichnet. unter anderem geschmacksverstärker.
....hat ja schon eh ihre Actimel Werbung geändert. Von der "Geldzurückgerantie" zu "KÖNNEN ihre Abwehrkräfte stärken".
Dass sie zu ihrem jetzigen Werbespruch stehen, ist kein Wunder!
@ Tischnachbar: *grins* Vielleicht würde es eine Automation auslösen, wenn man bei der Politik anfangen würde... ;-)
äußern Verbraucher bei Lebensmitteln aber auch zu einladend. Wer will sich denn heute nicht etwas vermeintlich Gutes tun, indem er fragwürdige Dinge tut - beispielsweise weiterhin Wein trinken (mit 12% Alkohol, einem extrem potenten Giftstoff), aber nur noch Bio - also ohne Rückstände von Pflanzenschutzmitteln. Diese sind, wenn überhaupt, aber nur im ppb Bereich vorhanden und an die Toxizität von Alkohol reichen sie nicht einmal im Ansatz.
Der Verbraucher möchte nun einmal darauf achten, dass er sich sein Übergewicht mit gesunden Lebensmitteln anfrisst - obgleich kaum ein Ernährungsexperte anzweifelt, dass die wichtigste gesundheitsbezogene Ernährungsregel lautet: Nur das Essen, was man auch verbraucht.
So fällt der Lug und Trug auf den fruchtbaren Boden des Selbstbetrugswunsches vieler. Und wenn die Industrie nicht mehr selbst die unbewiesenen und teils hahnebüchenden Informationen zur Verfügung stellt, dann springt sicher irgendein Wellness-Journal ein und behauptet, dass nach low-fat und low-carb jetzt irgendein Lactobacillus das ewige Leben bringt.
Auch wenn es höchste Zeit wurde, den Lügnern das Lügen zu verbieten - gesünder werden wir dadurch nicht, da sich selbst zu belügen auch weiterhin erlaubt bleibt!
Na sowas, aber wissenschaftlich bewiesen ist mittlerweile, dass dieser Alkohol eine positive Wirkung im Kampf gegen Herzkrankheiten hat.
Das ist aber gesundheitspolitisch nicht erwünscht und wird nicht gern publiziert.
Die Einteilung in gut oder böse ist beim Essen Unsinn.
Na sowas, aber wissenschaftlich bewiesen ist mittlerweile, dass dieser Alkohol eine positive Wirkung im Kampf gegen Herzkrankheiten hat.
Das ist aber gesundheitspolitisch nicht erwünscht und wird nicht gern publiziert.
Die Einteilung in gut oder böse ist beim Essen Unsinn.
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