Strompreise Energiekonzerne kassieren angeblich zu viel

Zwei Milliarden Euro dürften Deutschlands Stromkunden zu viel zahlen. Die geplanten Preiserhöhungen sind laut einer Studie im Auftrag der Grünen nicht gerechtfertigt.

Grund für die zu hohen Zahlungen seien die von 570 Versorgern angekündigten Preiserhöhungen, schreibt die Saarbrücker Zeitung . Die höhere Umlage für Erneuerbare Energien (EEG), mit der die Preisanstiege begründet werden, ließe sich durch Einsparungen ausgleichen, die bisher nicht an die Verbraucher weitergegeben wurden, zitiert die Zeitung aus der Studie.

Die Argumentation der Energiewirtschaft sei "nicht nachvollziehbar". Tatsächlich seien für die Versorger die Einkaufskosten für Strom seit Herbst 2008 um 30 bis 40 Prozent gesunken.

Anzeige

"Die Versorger erhöhen vielfach die Preise, um ihre Gewinne zu steigern", sagte die Energieexpertin der Grünen-Fraktion, Ingrid Nestle, der  Zeitung.

Wie es in der Studie heißt, könnte 2010 für die Strombranche sogar ein Rekordjahr bei den Erträgen werden. Insbesondere die vier größten Versorger Eon, RWE, Vattenfall und EnBW dürften profitieren. "Ihr gesamter Jahresgewinn dürfte bei rund 30 Milliarden Euro liegen", heißt es in der Studie. Nie zuvor hätten die Konzerne höhere Gewinne eingefahren.

In der Tat plant bald jeder zweite Stromversorger zum 1. Januar Preiserhöhungen von im Schnitt sieben Prozent. Das berichtete das Verbraucherportal Verivox. Der Aufpreis der Versorger kostet einen Musterhaushalt mit einem Jahresverbrauch von 4000 Kilowattstunden durchschnittlich 66 Euro zusätzlich. Nach aktuellen Berechnungen von toptarif.de legen die Preise im Januar und Februar bei mindestens 622 Versorgern um durchschnittlich 7,1 Prozent zu, in der Spitze sogar um 19,4 Prozent. Darunter seien auch die Stromriesen RWE, Vattenfall und EnBW.

Gutachter Gunnar Harms beziffert den Schaden für die Stromkunden auf insgesamt zwei Milliarden Euro. Durch den Wechsel des Anbieters könnten Haushalte Verivox zufolge mehr als 200 Euro im Jahr sparen.

Bei den Gasversorgern ist die Entwicklung uneinheitlich: Zum Januar haben Verivox zufolge 81 Anbieter Preiserhöhungen von durchschnittlich sieben Prozent angekündigt, gleichzeitig wollen 38 Gasversorger die Preise im Schnitt um sechs Prozent senken. Während sich einige Versorger günstig im Großhandel eindeckten, müssten andere langlaufende Abnahmeverträge mit höheren Preisen und Ölpreisbindung erfüllen, erläutert das Verbraucherportal zur Begründung.

 
Leser-Kommentare
  1. Zumindest die großen Konzerne erhöhen die Preise nicht nur, um den Gewinn zu steigern, da dieser bereits so groß ist dass die kleine Steigerung prozentual gesehen nicht so groß ist.

    Sie versuchen damit die Akzeptanz der erneuerbaren Energien zu brechen und sind äußerst erfolgreich damit.

    Schließlich sind die Betreiber von Solar- oder Windfarmen meist kleinere Unternehmen, die direkt in Konkurrenz treten mit den Konzernen. Wenn man denen nun einen schlechten Ruf anhängen kann - was am besten geht indem man sagt dass die zu teuer sind - dann werden Neugründungen und Investitionen schwieriger.

    Das ist normales Marktverhalten und wäre nicht sonderlich schlimm, wenn nicht ein de facto-Monopol bestünde. Das ist eigentlich ein Fall der selbsternannten Marktexperten der FDP. Hier könnten sie zeigen, dass sie sich zumindest einen Funken Glaubwürdigkeit bewahrt haben.

    Dass die Kostenseknungen nicht an die Endverbraucher weiteregegeben werden ist bekannt. Dasselbe haben nahezu alle Bäcker vor zwei Jahren gemacht als die Getreidepreise aufgrund von Lagerleerungen kurzzeitig hoch waren. Sie haben das als offiziellen Grund für massive Preissteigerungen genommen (obwohl das schon eine Lüge war weil der Weizenpreis an einer Semmel insgesamt nur 0,5 Cent beträgt), die Preise aber seitdem nicht mehr gesunden obwohl Getreide billiger geworden ist.

    Das ist die real existierende Marktwirtschaft im Bereich der Grundversorgung, wo der Verbraucher nicht ausweichen kann.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Leider haben Sie recht, was tun?... ohne Brot und ohne Strom lebts sich so schlecht...

    Leider haben Sie recht, was tun?... ohne Brot und ohne Strom lebts sich so schlecht...

  2. 2. leider

    Leider haben Sie recht, was tun?... ohne Brot und ohne Strom lebts sich so schlecht...

    Antwort auf "Marktverhalten"
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    0. Stromanbieter wechseln. (aber Vorsicht mit Vorauskasse-Versorgern!! )

    1. Alle Standby Geräte aus der Steckdose ziehen. 1W standby macht im jahr 8,76 kWh = 2 €.

    Diese Maßnahme alleine hat bei uns über 100 € pro Jahr eingespart

    2. Alte Kühlschränke/Eisschranke!! auf A++ umstellen.
    (Keinen A oder A+ vom Verkäufer aufschwätzen lassen sondern A++ !)

    2.5 Energiesparlampen mit 30Watt statt einen 150Watt Halogenfluter. (Lichtfarbe warmweiß!!)

    3. Fetten Stand-PC mit 200Watt Netzteil entsorgen und z.B. einen EEE PC kaufen mit 20 Watt Leistungsaufnahme.

    4. Mit Gas Kochen statt mit Strom.
    Wäsche im Heizungskeller über Nacht trocknen statt im Wäschetrockner.

    5. Waschmaschine/Spülmaschine an Warmwasserleitung anschließen.

    6. Durchlauferhitzer, statt Elektro-Speicher-Warmwassergerät.

    7. Wärmepumpe statt Elektroheizung.

    Jeder kann etwas tun. Nur viele sind zu bequem.

    0. Stromanbieter wechseln. (aber Vorsicht mit Vorauskasse-Versorgern!! )

    1. Alle Standby Geräte aus der Steckdose ziehen. 1W standby macht im jahr 8,76 kWh = 2 €.

    Diese Maßnahme alleine hat bei uns über 100 € pro Jahr eingespart

    2. Alte Kühlschränke/Eisschranke!! auf A++ umstellen.
    (Keinen A oder A+ vom Verkäufer aufschwätzen lassen sondern A++ !)

    2.5 Energiesparlampen mit 30Watt statt einen 150Watt Halogenfluter. (Lichtfarbe warmweiß!!)

    3. Fetten Stand-PC mit 200Watt Netzteil entsorgen und z.B. einen EEE PC kaufen mit 20 Watt Leistungsaufnahme.

    4. Mit Gas Kochen statt mit Strom.
    Wäsche im Heizungskeller über Nacht trocknen statt im Wäschetrockner.

    5. Waschmaschine/Spülmaschine an Warmwasserleitung anschließen.

    6. Durchlauferhitzer, statt Elektro-Speicher-Warmwassergerät.

    7. Wärmepumpe statt Elektroheizung.

    Jeder kann etwas tun. Nur viele sind zu bequem.

    • output
    • 28.12.2010 um 8:37 Uhr

    Davon kann nun wirklich keine Rede sein. Tatsächlich kassieren die Stromkonzerne nicht –angeblich- sondern tatsächlich nur noch ab, ohne jedes Schamgefühl.

    Kleinkriminelle, wie die Mafia, sind ein Nichts gegenüber einigen Konzernen, die gleich ganz Deutschland als Geisel nehmen. Die so genannten „systemrelevanten“ Konzerne nehmen Deutschland regelrecht aus! Das hat nichts mehr mit gesellschaftlicher Verantwortung zu tun.

  3. Studien haben bewiesen, dass deutsche Stromkonzerne 30 Mrd. Euro im Jahr unberechtigt zu viel abkassieren.

    HTW-Professor: „Preissteigerungen sind unredlich“
    (19.11.2010) Die Energiekonzerne trieben Spielchen mit den Verbrauchern, meint Professor Uwe Leprich von der HTW des Saarlandes. Denn die Versorger hätten den Strom nach der Krise viel günstiger eingekauft und würden darauf hoffen, dass die Kunden nicht wechseln.
    Quelle: SR-Online

    Und die Politiker schauen zu.

    Eine Leser-Empfehlung
  4. Da wäre ich ja nie darauf gekommen und danke für diese Studie Ende 2010. Die Abzocke läuft nämlich schon seit über einem Jahrzehnt.

    Stetig steigende Strompreise trotz angeblich billigem Atomstrom.

    Bei der Frage bezüglich AKW-Laufzeiten geht es vielmehr um die Abzocke der großen Energiekonzerne und dass damit endlich Schluss sein muss.

    Die Konzerne müssen zerschlagen und die Stromversorgung wieder auf kommunaler und regionaler Ebene geregelt werden. Dann ist zwar noch lange nicht Schluss mit dieser Politik für die Lobbyisten aber ein Anfang wäre gemacht.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Denn mit der Zerschlagung der Großkonzerne würden Sie ja die Zukunftsplanung etlicher Kabinettsmitglieder und Abgeordneten durcheinander bringen!

    Ein bißchen mehr soziale Verantwortung sollten wir Bundesbürger schon haben!

    Ironie aus!

    LG

    Klaus

    Denn mit der Zerschlagung der Großkonzerne würden Sie ja die Zukunftsplanung etlicher Kabinettsmitglieder und Abgeordneten durcheinander bringen!

    Ein bißchen mehr soziale Verantwortung sollten wir Bundesbürger schon haben!

    Ironie aus!

    LG

    Klaus

  5. diese Abzocke - genau wie der EU - Rettungsschirm -
    der Bürger wird ausgelutscht bis zum geht nicht mehr -
    die Deutschen Banken und Konzerne machen märchenhafte Gewinne - und bauen zum Dank Arbeitsplätze ab.

    Es lebe das Grosskapital !!!

  6. Denn mit der Zerschlagung der Großkonzerne würden Sie ja die Zukunftsplanung etlicher Kabinettsmitglieder und Abgeordneten durcheinander bringen!

    Ein bißchen mehr soziale Verantwortung sollten wir Bundesbürger schon haben!

    Ironie aus!

    LG

    Klaus

  7. für dieses Jahr. Man muß sich nur die gewaltigen Gewinne der Energiekonzerne vor Augen führen und schon kann man sich ausmalen wie man als Kunde abgerippt wird. Aber auch die Regierung(en) kassieren von privaten Abnehmern und mittleren Unternehmen die volle Steuer. Große, energieverzehrende Unternehmen haben wohl die bessere Lobby...

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

Service