Arianna Huffington Eine Medienkönigin versilbert ihre Website
315 Millionen Dollar bezahlt der Internet-Konzern AOL für die "Huffington Post". Deren Chefin Arianna Huffington ist schon jetzt eine der mächtigsten US-Journalistinnen.
© Win McNamee/Getty Images

Die Chefredakteurin der "Huffington Post", Arianna Huffington
Als Arianna Huffington im Mai 2005 mit der Huffington Post in die Welt der Online-Medien aufbrach, nahm sie kaum jemand ernst. Jetzt, keine sechs Jahre später, gilt die Web-Zeitung als eine aufstrebende Macht im amerikanischen Journalismus. Und von den 315 Millionen Dollar, die sich der Internet-Konzern AOL den Kauf der HuffPo kosten lässt, landet ein Löwenanteil bei Huffington und ihren beiden Co-Gründern.
Es ist nur eine der vielen erstaunlichen Wandlungen Huffingtons, die im Juli 1950 als Arianna Stassinopoulos in Griechenland zur Welt kam. Verheiratet mit dem republikanischen Abgeordneten Michael Huffington, war sie Anfang der neunziger Jahre noch als konservative Kommentatorin populär. Nach der Scheidung 1997 wechselte Arianna Huffington ins linksliberale Lager und offenbarte auch ein ausgewachsenes Umwelt-Bewusstsein. 2003 bewarb sie sich erfolglos um den Gouverneursposten in Kalifornien, 2004 bezog sie klar Position für den demokratischen Präsidentschaftskandidaten John Kerry.
In der Huffington Post behielt Huffington zwar ihre liberale Ausrichtung, vor allem gelang es ihr aber, das Portal zu einer Art "digitaler Speakers' Corner" für politische Diskussionen zu machen. Ein Wendepunkt war der Präsidentschaftswahlkampf 2008, in der die Leser in Scharen zur Website strömten – um Kommentare, aber auch Nachrichtenberichte aus dem Wahlkampf zu lesen. Die HuffPo bot zusammen mit den TV-Sender MSNBC einen Gegenpol zu konservativ ausgerichteten Medien wie Fox News oder der Website von Matt Drudge.
Heute ist die Online-Zeitung eine der meistbesuchten Websites der USA. Monatlich wird sie von 25 Millionen Menschen gelesen. Obwohl ein großer Teil der Inhalte seichte Ratgeber-Artikel sind, habe Huffington verstanden, wie Journalismus heute funktioniert, lobte sie der Onlinemedien-Guru Jeff Jarvis. Auf die Frage, warum sie es sich antue, auch teure und stressige Reporter zu beschäftigten, antwortete sie beispielsweise: Weil deren Geschichten mehr Nutzer anlockten.
Von der Übernahme durch AOL erhofft sich Huffington, die auch der neuen Huffington Post Media Group vorstehen wird, weiteres Wachstum – und zwar im Eiltempo. "Dieser Moment wird für die HuffPost so sein wie das Umsteigen vom Schnellzug in den Überschalljet", sagte die 50-Jährige anlässlich der Schaffung der Mediengruppe. Der journalistische Ansatz solle aber ebenso wie die Unternehmenskultur unverändert bleiben.
- Datum 07.02.2011 - 18:11 Uhr
- Quelle dpa, Reuters
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"Heute ist die Online-Zeitung eine der meist besuchten Websites der USA."
Ja, meist wird sie besucht, oft genug aber auch nicht.
Typischer Überkompensationsschaden der Schreibreform: "meist besucht" statt meistbesucht.
Hallo,
wenn Frau Huffington im Juli 1950 geboren wurde, kann sie nicht 50 sein. Eine der beiden Angaben stimmt wohl nicht :)
Moin,
ja für mich heißt das, das die HuffPo für mich passé ist. Wie fefe ("http://blog.fefe.de/"; wohl eher nicht käuflich) nämlich bloggt, kommt der neue AOL-Chefredakteur von Fox News, auch bekannt als Faux News. Und wie tnews formuliert: "Und der neue Chefredakteur kommt von Fox News. Also das, was man eine Quotensau ohne Rücksicht auf Verluste nennen kann (http://www.heise.de/tp/bl...).
HuuPo war ein verbliebenes Sprachrohr der Linksliberalen in den USA. Wenn das an AOL verscherbelt wird verschwindet der Link aus meinen Favoriten so fix, da kann Lucky Luke nicht schneller ziehen.
Und, so meine Vermutung, das wird ganz schnell auch für viele derjenigen gelten die als Leser die HuffPo so attraktiv und wertvoll machten.
Wenn es nicht schade um die HuffPo wäre, würde sich auf meinem Gesicht gerade ein einigermaßen hämisches Grinsen breit machen aus Freude, dass am Ende AOL mal wieder ins XXX greift.
CU
Die wichtigste Information aus dem Artikel für mich ist, dass es AOL noch gibt. Das hätte ich nicht gedacht. Gibt es Altavista noch? Geocities?
Ich muss ja auch zugeben, dass ich AOL gerne als Negativ-Vorbild für den vorgelebten Untergang eines Protals (einer Community, eines Social Networks etc) anführe.
Um der Wahrheit die Ehre zu geben, hat AOL in den letzten Jahren aber eine erstaunliche Strategie an den Tag gelegt: Man hat sich vom jenem möcht mode-anfölligen Portal-Konzept getrennt und setzt auf ein Pferd, das viele schon für tot gehalten hatten: Schreiben. Online. Online Journalismus.
Im Sommer 2009 beschäftigte AOL 2000 Journalisten [1] und seither haben sie ihren virtuellen Newsroom fleißig weiter ausgebaut.
[1] http://techcrunch.com/200...
Na ja, da hat Ms. Huffington schnell mal eben so richtig Kasse gemacht. AOL hat weit über Wert bezahlt (haben wir schon wieder eine neue IT-Blase?) und wird das Konzept ganz sicher totkriegen. Einfach zumüllen und Nutzer vergraulen, haben die immer so gemacht.
Hauptsache ist, dass meine Lieblingssites globalresearch und ZNet in guten Händen bleiben:
http://www.globalresearch...
http://www.zcommunication...
Mit 25 Millionen zu einer der meist besuchten Websites in den USA? Das ich nicht lache! Alleine die deutlich unbekanntere Newssite aus Deutschland Shortnews.de bringt es trotz deutscher Sprache auf 4 Mio. Uniques. Das Contentangebot der Telekom hat 446.291.837 Visits (so viele wiederkehrende Besucher kann man gar nicht doppelt zählen als das man die Huff nicht locker überholt hätte ... Aber AOL hat mit den Käufen der vergangenen Jahre ja immer ein ganz gutes Händchen bewiesen ;)
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