Online-Konkurrenz Zweitgrößte US-Buchhandelskette Borders ist insolvent

Wirtschaftskrise, Lesegeräte und die starke Konkurrenz im Internet haben Borders in die Pleite getrieben. Das Unternehmen will neu anfangen.

Fußgänger vor einer Filiale der Broders Buchhandelskette in San Francisco, Kalifornien

Fußgänger vor einer Filiale der Broders Buchhandelskette in San Francisco, Kalifornien

Der Bankrott hatte sich seit Monaten abgezeichnet. Trotz neuer Führungskräfte, Stellenstreichungen und einer Umschuldung war es Borders nicht gelungen, die anhaltenden Verluste einzugrenzen. Nun ging das Unternehmen zum Insolvenzgericht, um Schutz vor seinen Gläubigern zu suchen und hofft auf einen Neustart. Dazu hat sich Borders einen frischen Kredit über 505 Millionen Dollar gesichert. 

Dem Unternehmen sei das Geld ausgegangen, räumte Firmenchef Mike Edwards in einer Mitteilung ein. Mithilfe der Mitarbeiter, Buchverlage und Kreditgeber werde es Borders aber gelingen, der Insolvenz zu entkommen, sagte er. Das Unternehmen kündigte an, 30 Prozent der Filialen zu schließen. Damit fallen etwa 200 Standorte weg.

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Borders leidet darunter, dass viele Kunden seit der Wirtschaftskrise kaum noch Geld für Bücher ausgeben oder lieber beim Online-Unternehmen Amazon einkaufen. Auch der in den USA weit fortgeschrittene Siegeszug der elektronischen Bücher macht Borders zu schaffen. Die Lesegeräte gehen inzwischen zu Spottpreisen ab umgerechnet 100 Euro über die Theke. Auch Apple war mit seinem Tablet-Computer iPad in den Markt eingestiegen.

In den ersten neun Monaten des Jahres 2010 summierte sich das Minus auf 185 Millionen Dollar. Gesamtjahreszahlen liegen noch nicht vor. Auch der US-Rivale Barnes & Noble hat Probleme und erwägt zurzeit, sich selbst zu verkaufen.

 
Leser-Kommentare
  1. Weg mit den verstaubten Regalen und Leitern der altmodischen Buchhandlungen, hieß es damals bei Borders, und herein mit Konzertcafés, Kinderspielräumen und Wohlfühl-Leselounges. Aber seriöse Buchkäufer zogen erfahrene Fachbuchhändler vor.

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    "Aber seriöse Buchkäufer zogen erfahrene Fachbuchhändler vor." - Ich war bis vor kurzem in den USA, und habe gern in diesen neuen Buchläden geschmökert (Borders, aber später meist im Barnes & Noble), im buchladeninternen Café gesessen und dort auch gekauft. Und ich halte mich für seriös.

    Ich habe aber auch zunehmend bei Amazon.com gekauft - denn erstens waren die vielfach billiger (gern mal 30% oder so - keine Buchpreisbindung in den USA -, und vielfach konnte man ein sehr gutes gebrauchtes für noch viel billiger kriegen), zweitens hatten die das Buch mit großer Sicherheit (die Lieferzeit für ein nicht vorrätiges Buch kann in den USA gern zwei Wochen betragen), und dann konnte man bei Amazon von zu Hause aus auch virtuell stöbern und Kundenrezensionen nachlesen.

    Ich fand das Personal bei Borders und Barnes & Noble durchgängig freundlich und - durch den Computer - auch gut informiert. Aber gegen Amazon konnten sie einfach nicht an. Schade. Ich gebe zu, auch ich trage eine Mitschuld.

    "Aber seriöse Buchkäufer zogen erfahrene Fachbuchhändler vor." - Ich war bis vor kurzem in den USA, und habe gern in diesen neuen Buchläden geschmökert (Borders, aber später meist im Barnes & Noble), im buchladeninternen Café gesessen und dort auch gekauft. Und ich halte mich für seriös.

    Ich habe aber auch zunehmend bei Amazon.com gekauft - denn erstens waren die vielfach billiger (gern mal 30% oder so - keine Buchpreisbindung in den USA -, und vielfach konnte man ein sehr gutes gebrauchtes für noch viel billiger kriegen), zweitens hatten die das Buch mit großer Sicherheit (die Lieferzeit für ein nicht vorrätiges Buch kann in den USA gern zwei Wochen betragen), und dann konnte man bei Amazon von zu Hause aus auch virtuell stöbern und Kundenrezensionen nachlesen.

    Ich fand das Personal bei Borders und Barnes & Noble durchgängig freundlich und - durch den Computer - auch gut informiert. Aber gegen Amazon konnten sie einfach nicht an. Schade. Ich gebe zu, auch ich trage eine Mitschuld.

  2. "Aber seriöse Buchkäufer zogen erfahrene Fachbuchhändler vor." - Ich war bis vor kurzem in den USA, und habe gern in diesen neuen Buchläden geschmökert (Borders, aber später meist im Barnes & Noble), im buchladeninternen Café gesessen und dort auch gekauft. Und ich halte mich für seriös.

    Ich habe aber auch zunehmend bei Amazon.com gekauft - denn erstens waren die vielfach billiger (gern mal 30% oder so - keine Buchpreisbindung in den USA -, und vielfach konnte man ein sehr gutes gebrauchtes für noch viel billiger kriegen), zweitens hatten die das Buch mit großer Sicherheit (die Lieferzeit für ein nicht vorrätiges Buch kann in den USA gern zwei Wochen betragen), und dann konnte man bei Amazon von zu Hause aus auch virtuell stöbern und Kundenrezensionen nachlesen.

    Ich fand das Personal bei Borders und Barnes & Noble durchgängig freundlich und - durch den Computer - auch gut informiert. Aber gegen Amazon konnten sie einfach nicht an. Schade. Ich gebe zu, auch ich trage eine Mitschuld.

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