Microsoft will sich ein neues Geschäftsfeld erschließen: Der weltgrößte Softwarehersteller interessiert sich nach einem Bericht des Wall Street Journal für Skype und ist bereit, 8,5 Milliarden Dollar für den Online-Telefondienst zu bezahlen. Der hohe Preis ist offenbar das Ergebnis eines Bieterwettstreits. Kreisen zufolge hatten auch Facebook und Google ihr Interesse an Skype angemeldet.

Für Microsoft wäre es die größte Übernahme in der Firmengeschichte. Dessen größtes Geschäft sind nach wie vor das Betriebssystem Windows und die Office Büroprogramme. Seit Jahren versucht der von Bill Gates gegründete Konzern neue Geschäftsbereiche zu erschließen. Skype könnte Microsoft etwa in seinem schwächelnden Smartphone-Geschäft neuen Auftrieb geben.

Skype, das bei dem Kaufprozess von den Banken Goldman Sachs und JP Morgan beraten werden soll, hatte im vergangenen Jahr mehr als 500 Millionen registrierte Nutzer, die mit dem Dienst rund um den Globus telefonieren. Allerdings zahlen davon nur 8,1 Millionen Kunden für diesen Service. 

2003 gegründet, wurde die Firma zwei Jahre später für 3,1 Milliarden Dollar von eBay gekauft. 2009 dann übernahm eine Investoren-Gruppe unter Beteiligung von Silver Lake, dem Canada Pension Plan Investment Board und Andreessen Horowitz den Mehrheitsanteil. Das Internet-Auktionshaus hält noch etwa ein Drittel der Anteile.

Skype hatte im vergangenen August einen Börsengang angekündigt, aber nie einen genauen Zeitpunkt genannt. Dem Wall Street Journal zufolge sollte die Aktienplatzierung eine Milliarde Dollar einbringen. In der Vergangenheit habe das Unternehmen sich aber bereits für fünf bis sechs Milliarden Dollar zum Kauf angeboten.