Fukushima-Folgen : Tepco beantragt Staatshilfe

Der Fukushima-Betreiber kann seine finanziellen Probleme nicht mehr ohne den Staat lösen. Allein für die Stromproduktion braucht Tepco mehr als acht Milliarden Euro.
Tepco-Präsident Masataka Shimizu (2.v.r.) bei einem Besuch einer Notunterkunft in der vergangenen Woche © Yoshikazu Tsuno/AFP/Getty Images

Zwei Monate nach der Katastrophe im zerstörten japanischen Atomkomplex Fukushima sind die Kassen der Betreiberfirma Tepco leer. "Es ist extrem schwierig, Mittel zu besorgen", heißt es in einer Stellungnahme von Konzernchef Masataka Shimizu, mit der er die Regierung in Tokyo um Hilfe bittet: Tepco braucht die finanzielle Unterstützung durch den Staat.

Das Geld will Tepco für zweierlei nutzen: Zum einen muss das Unternehmen davon Erdöl kaufen, um nach der Abschaltung der Atomreaktoren in Fukushima damit die Elektrizitätswerke weiter betreiben zu können. Nur so könne genügend Strom produziert und Engpässe vermieden werden. Allein dafür berechnet Tepco im laufenden Haushaltsjahr Mehrkosten in Höhe von umgerechnet 8,7 Milliarden Euro.

Zum anderen braucht der Konzern die Unterstützung, um die von dem Unfall Betroffenen zügig zu entschädigen.

Handelsminister Banri Kaieda ermahnte Tepco, die vom Staat erbetene Summe so klein wie möglich zu halten. Auch sollten die Kosten der Katastrophe nicht über eine Erhöhung der Strompreise wieder hereingeholt werden.

Bei dem Erdbeben und dem anschließenden Tsunami am 11. März war die Atomanlage in Fukushima schwer beschädigt worden. Wegen der Unterbrechung des Kühlkreislaufs kam es zu teilweisen Kernschmelzen in den Reaktoren, Wasserstoffexplosionen und der Freisetzung von Radioaktivität. Es ist die schlimmste Atomkatastrophe seit Tschernobyl 1986. Die Regierung hat ein Sperrgebiet im Umkreis von 20 Kilometern um die Atomanlage eingerichtet, Zehntausende Bewohner mussten das Gebiet verlassen und leben seither in Notunterkünften. Derzeit arbeiten rund 800 Techniker und Ingenieure in Fukushima daran, die notwendige stromversorgte Wasserkühlung der Brennstäbe in Druckbehältern und Abklingbecken langfristig wiederherzustellen. Es kann noch Monate dauern, bis die Lage sich nachhaltig stabilisiert hat.

Durch die Natur- und Atomkatastrophe muss auch die mächtige japanische Energiewirtschaft umdenken. So sah sich das Unternehmen Chubu Electric Power nach einer entsprechenden Aufforderung der Regierung jetzt gezwungen, das Atomkraftwerk Hamaoka südwestlich von Tokyo für etwa zwei Jahre abzuschalten. In dieser Zeit sollen nun die Sicherheitsstandards wegen der Erdbeben- und Tsunamigefahr verbessert werden.

Japanische Atomkraftgegner argumentieren seit Langem, dass die seismisch aktive Gegend rund um Hamaoka das AKW zum gefährlichsten im ganzen Land mache. Der am Pazifik gelegene Meiler befindet sich nahe einer tektonischen Erdplatte. Seismologen warnen, dass in der Region ein schweres Erdbeben überfällig sei. Regierungschef Naoto Kan zufolge liegt die Wahrscheinlichkeit eines Bebens der Stärke 8 in den kommenden 30 Jahren bei 87 Prozent.

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Kommentare

10 Kommentare Seite 1 von 2 Kommentieren

Es ist offensichtlich...

Kernkraft und fossile Energien haben keine Zukunft. Die Menschheit kann langfristig nur mit erneuerbaren Energien ueberleben. Natuerlich kann man das nicht von heute auf morgen bewerkstelligen, aber als erstes sollte das Quasi-Energiemonopol gebrochen werden. Die Energiepreise steigen ins Unendliche, und die Quasi-Monopolisten verdienen sich eine goldene Nase, weil nicht ueberall Konkurrenz verfuegbar ist.

Desweiteren sind die grossen Energiekonzerne nur wenig daran interessiert in alternative Energien zu investieren, da die AKWs im Moment mehr fuer sie abwerfen (Subventionen?).

Es wird langsam Zeit.

Staatshilfe

Um was für eine Art Staatshilfe handelt es sich? Um einen Kredit (mit oder ohne Zinsen), um geschenktes Geld? Das ist meiner Meinung nach ein wichtiger Punkt.

Es wäre schon abstrus, sollten meine Landsleute und sämtliche Steuerzahler dort drüben für die Verseuchung ihres Landes zur Kasse gebeten werden. Danke, Tepco.

Die Bevölkerung

wird aber zur Kasse gebeten werden und sogar gebeten werden müssen - ein Unfall wie Fukushima ist von einem Unternehmen allein nicht zu bewältigen, dazu sind die Folgen zu gravierend und langfristig. Es handelt sich eben nicht um ein konventionelles Kraftwerk, das man bei Zerstörung wieder aufbauen könnte oder einen gebrochenen Damm, den man reparieren könnte, was innerhalb von 1 - 2 Jahren machbar wäre. Die Verstrahlung sorgt ja jetzt schon dafür, daß das Land im Umkreis von Fukushima für die nächsten 30 Jahre auf jeden Fall unbewohnbar ist - dieser Zeitraum wird sich verlängern.
Ein GAU wie Fukushima zeigt eben deutlich, daß die Folgen von Atomkraft ganz andere Auswirkungen haben als konventionelle Energieformen.

Japans Atomstrom ist teurer Harakiri_der Steuerzahler zahlt !

Der Supergau von Fukushima zeigt erneut glasklar, wer vom "billigen Atomstrom" einzig profitiert.

Es sind die Atommonopolisten, die Jahrzehnte auf Kosten der Sicherheit Milliarden gescheffelt haben, teure sicherheitstrelevante Nachrüstungen verhindert und die Politik immer kräftig eingeseift haben bzw. in Ihr "System integriert haben"...heißt Klappe halten und zustimmen.

Beim Supergau darf der Steuerzahler die Zeche zahlen, Staatshilfe genant, außerdem soll auch der Strompreis erhöht werden, der Dumnme ist wieder RICHTIG der Normalbürger !

Aber der wird sich hoffentlich weiter lautstark zur Wehr setzen und ein weiter so verhindern.

Ca. 15.000 Teilnehmer bei einer Anti.Akw Demo in Tokio sind für japanische Verhältnisse als kleine Revolution anzusehen. Herr Kan wird diese Bewegung nun nicht mehr einfach ignorieren können und das ist gut so.

Ein AKW hat er ja jetzt aus geologischen Gründen runterfahren lassen, weil die Risiken auch von Ihm als zu hoch eingeschätzt werden. Die drohenden Nachrüstungen werden teuer, das macht diesen Strom noch unattraktiver eine Spirale die auch in Japan hoffentlich bald zum Ausstieg führen wird.
http://www.tagesspiegel.d...
Erneut erhöhte Strahlenwerte im AKW Fukushima
http://diepresse.com/home...
http://diepresse.com/home...

Jeder Atomstrom ist teurer Harakiri_der Steuerzahler zahlt immer

Ruhrstädter 5: Japans Atomstrom ist teurer Harakiri_der Steuerzahler zahlt !
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Lösche Japan ersetze JEDER!
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Das ist bei uns genau so. Der Schadensfall ist nicht versichert. Transport der Brennstoffe, Entsorgung des Mülls.....
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Und wenn man das die als Forschungsmittel "getarnten" Subvetionen da zu rechnet zahlen wir VORHER und HINTERHER.
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Nur in der Zeit in der man mit dem Strom gutes Geld verdienen kann, sind auch unsere AKW's Privateigentum. Davor und danach gehören sie uns allen.
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Das zu dem Märchen preiswerter Atomstrom!
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Gruss
Sikasuu