Das Schnäppchen-Portal Groupon will für seinen Börsengang bis zu 750 Millionen Dollar (520 Millionen Euro) bei den Anlegern einsammeln. Um das Datum und den Stückpreis für die einzelne Aktie machte Groupon noch ein Geheimnis. Mit dem Schritt an sich war schon seit Monaten gerechnet worden, dennoch findet er starke Beachtung. Anleger reißen sich derzeit um Internetfirmen. So hatte die Aktie des beruflichen Netzwerks LinkedIn an ihrem ersten Tag ihren Wert in der Spitze fast verdreifacht. Hält die Euphorie für Internetfirmen an, gilt es als wahrscheinlich, dass das soziale Netzwerk Facebook den Start an der Börse wagt. Auch der Spieleentwickler Zynga (Farmville) soll den Gang an die Börse planen.

LinkedIn hat mit aktuell 7,5 Milliarden Dollar einen Wert wie der Baukonzern Hochtief. Der Wert von Groupon wird auf mindestens das Doppelte veranschlagt. Das würde in etwa dem Börsenwert des Sportartikel-Herstellers Adidas entsprechen. Für einen Börsengang von Facebook halten Anleger sogar einen Gesamtwert von 60 Milliarden Euro für möglich.

Wegen der gigantischen Summen befürchten viele Beobachter eine neue Internetblase.

Groupon-Gründer Andrew Mason hatte erst vor einem halben Jahr ein sechs Milliarden Dollar schweres Kaufangebot von Google abgelehnt. Offenbar ist sein Kalkül aufgegangen. Mason ist einer der Großaktionäre von Groupon, hinter dem eine ganze Reihe von Investoren stecken, die mit ihrem Geld das Wachstum erst ermöglicht haben. Sie hoffen nun auf große Renditen.

Wie schnell Groupon wächst, verriet die Firma erstmals in ihrem Börsenprospekt: Im zweiten Quartal 2009, kurz nach dem Start, lag der Umsatz bei rund drei Millionen Dollar. Im ersten Quartal 2011 erwirtschaftete Groupon annähernd 645 Millionen Dollar. Die Zahl der Nutzer wuchs in der gleichen Zeit von 152.000 auf mehr als 83 Millionen weltweit. Doch das Wachstum kostet: Im zweiten Quartal 2011 machte das Unternehmen 146 Millionen Dollar Verluste.

Groupon bringt Nutzer zusammen, die am Kauf bestimmter Produkte oder Dienstleistungen interessiert sind, und sichert ihnen damit Rabatte bei Händlern oder Herstellern. Groupon selbst kassiert dafür eine Provision. Das Geschäftsmodell ist so erfolgreich, dass sich immer mehr Nachahmer finden. So zieht Google jetzt seinen eigenen Schnäppchen-Dienst namens Google Offers auf.