Einzelhandel Schlecker schließt bis zu 800 Filialen
Deutschlands größte Drogeriemarkt-Kette hat drei Jahre Verlust hinter sich. Schließungen und ein neues Image sollen die Wende bringen.
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Bis zu 800 Filialen von Deutschlands größter Drogeriemarktkette Schlecker sollen in den kommenden Monaten geschlossen werden. Das sagte Lars Schlecker der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. Der Sohn des Firmengründers Anton Schlecker äußerte sich nicht zu der Zahl der Mitarbeiter, die dadurch ihren Arbeitsplatz verlieren werden.
Das Unternehmen mit europaweit 11.000 Märkten beschäftigte in Deutschland zuletzt rund 34.000 Mitarbeiter, europaweit sind es etwa 47.000.
Die Kette habe drei Jahre Verlust hinter sich, sagte Schlecker der Zeitung. Für 2011 könne er noch nichts sagen, aber es sei eine deutliche Trendwende zu sehen. Das Unternehmen könne beim Umsatz bald von dem viel kleineren Konkurrenten DM überholt werden. "Es kann schon sein, dass wir mal ein Jahr auf die Nummer 2 zurückfallen. Aber wer uns kennt, weiß, wir werden wieder angreifen. Die renovierten Filialen verzeichnen dauerhaft ein Umsatzplus von 20 bis 30 Prozent."
Die Geschwister Meike und Lars Schlecker beteuerten gegenüber der Zeitung, dass die Zeit versteckter Kameras und Dumping-Löhne vorbei sei. Die Gewerkschaft ver.di hatte Schlecker immer wieder vorgeworfen, gerade Mitarbeiterinnen kleiner Filialen zu drangsalieren und Leiharbeiter schlecht zu bezahlen. "Bei Schlecker hatte sich langsam eine Angstkultur eingeschlichen", sagte der 39-Jährige. Jetzt trete er persönlich in Führungskräfteseminaren auf und werbe für einen sozialen Umgang mit den Kassiererinnen. "Ich habe klargestellt, dass Abmahnungen kein Mittel zur Personalentwicklung sind."
ver.di zufrieden mit neuen Grundsätzen
Seit einem halben Jahr rüstet Schlecker seine Filialen um: Bessere Beleuchtung, breitere Gänge und ein überarbeitetes Sortiment sollen die Läden kundenfreundlicher machen, bis Jahresende sollen 400 Märkte modernisiert werden – bislang sei dies allerdings erst bei 60 erreicht, sagte Lars Schlecker. "Wenn das neue System erst eingespielt ist, bauen wir im Jahr 1.500 Filialen um."
Die Gewerkschaft ver.di hatte sich zufrieden geäußert über die neuen Grundsätze, die ihr vorab vorgelegt wurden. "Das ist das erste Mal, dass ich bei Schlecker nachvollziehbare Managementmethoden erkenne", hatte Achim Neumann, der zuständige ver.di-Handelssekretär dazu gesagt.
- Datum 13.06.2011 - 20:02 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, AFP, dpa, Reuters
- Kommentare 44
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Ich glaube ich werde Sucker nicht vermissen.
Anmerkung an die Redaktion: Fehler im vorletzten Absatz, erste Zeile "rüstet seine".
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Dann mal richtige Arbeitsplätze in Deutschland schaffen, den Angestellten einen richtigen Lohn zahlen und sie auch so respektvoll behandeln, dann wird das mit dem Image auch wieder was.
Ich habe mittlerweile das Gefühl dass immer mehr Menschen auch darauf achten...so kann man auch solidarisch sein...
und nach der Umstrukturierung möchten wir gerne auch Beweise sehen, gelle? Solange die nicht vorliegen, gehe ich zu dm.
und nach der Umstrukturierung möchten wir gerne auch Beweise sehen, gelle? Solange die nicht vorliegen, gehe ich zu dm.
Nie mehr Schlecker. Seitdem bekannt wurde, wie dort die Angestellten behandelt werden, gehe ich dort nicht mehr hin.
Wird auch bei jeder anderen Kette so gemacht.
Ich habe noch das große Glück, einen Privat-Drogisten in der Nachbarschaft zu haben. Solche kleinen Familienunternehmen müssen gestützt werden; dort kommt das Geld auch bei denjenigen an, die in dem Laden arbeiten - und das ist es eben der Firmeninhaber selbst und seine Familie. Serviceprobleme gibt es in solchen Läden auch nicht: was nicht da ist, wird auf dem schnellsten Weg besorgt.
Die "Abstimmung mit den Füßen" ist die einzige wirksame Art diesen Menschenschindern auf die Füße zu treten. Sobald der deutsche Verbraucher merken sollte, dass er sich und seinesgleichen schadet wenn er da einkauft, wird sich was ändern.
Wir machen die Albrechts, Scharz, Kamprad, Haub zu Multimilliardären und die schänden unsere Mitbürger mit Lohndumping.
Ich habe noch das große Glück, einen Privat-Drogisten in der Nachbarschaft zu haben. Solche kleinen Familienunternehmen müssen gestützt werden; dort kommt das Geld auch bei denjenigen an, die in dem Laden arbeiten - und das ist es eben der Firmeninhaber selbst und seine Familie. Serviceprobleme gibt es in solchen Läden auch nicht: was nicht da ist, wird auf dem schnellsten Weg besorgt.
Die "Abstimmung mit den Füßen" ist die einzige wirksame Art diesen Menschenschindern auf die Füße zu treten. Sobald der deutsche Verbraucher merken sollte, dass er sich und seinesgleichen schadet wenn er da einkauft, wird sich was ändern.
Wir machen die Albrechts, Scharz, Kamprad, Haub zu Multimilliardären und die schänden unsere Mitbürger mit Lohndumping.
Kein Wunder, dass dm den Konkurrenten zu überholen droht. In einer Schlecker-Filiale ist alles gedrängt und eng, die Mitarbeiter erschöpft. Eine dm Filiale hat, bei vergleichbaren Preisen, genug Platz zum Einkaufen und freundliches, ausgeruhtes Personal.
Muss man dafür echt ein Führungskräfteseminar? Man sollte die Leute einfach mal in ihren Filialen zum Einkaufen schicken...
war in der Nähe eines Hotels in Hessen wo ich meist einbuche.
Über die Jahre wurde das Angebot immer "dünner", von zwei Mitarbeiterinnen auf eine reduziert... und schliesslich ganz geschlossen.
Ich vermisse den Laden nicht wenn sowieso nichts mehr in den Regalen war.
Das scheint eine hausgemachte Pleitewelle zu sein durch systematisches abwürgen des Kundenservices.
Ich hatte mich bei Schlecker beschwert, weil ich von einem mit einer aufmunitionierten Schusswaffe bewaffneten (und wie sich später herausstellte: waffenscheinlosen) von Schlecker beauftragten Privatsheriff über eine Viertelstunde eingesperrt wurde, bis die Polizei eintraf. Der Sheriff hatte den ganzen Laden abgeriegelt, weil er sich nicht traute, einen einen schmächtigen unbewaffneten Verdächtigen festzunehmen. Die Sache endete prompt blutig, und ich hatte Glück, dass ich körperlich unverletzt davon kam. Schlecker befand es weder für nötig, den kriminellen Wachdienstmitarbeiter zu verfolgen, noch sich bei mir zu entschuldigen.
Zum weiterlesen: http://berlin2011.wordpre...
ist ein Begriff aus dem kriminellen Milieu: Da in diesen Drogeriemärkten meist nur eine Kassiererin sitzt, die zudem auch kein Telefon hat, ist es besonders einfach, diese Märkte zu überfallen. Dass Schlecker jetzt Privatsheriffs mit Schusswaffen auffährt zeigt, wie verzweifelt die Geschäftsleitung schon ist.
ist ein Begriff aus dem kriminellen Milieu: Da in diesen Drogeriemärkten meist nur eine Kassiererin sitzt, die zudem auch kein Telefon hat, ist es besonders einfach, diese Märkte zu überfallen. Dass Schlecker jetzt Privatsheriffs mit Schusswaffen auffährt zeigt, wie verzweifelt die Geschäftsleitung schon ist.
Wer seine Mitarbeiter so behandelt hat sollte den Laden dicht machen. Es ist das Beste.
Ich kaufe seit Jahren aus diesem Grunde nur noch bei DM und wünsche dieser Drogeriekette weiterhin guten Umsatz und das sie ihre Mitarbeiter weiter fair behandelt.
Die Zeiten des Wandels dieses Unternehmens sind längst überfällig und hoffe auch das der angesagten Wandel den richtigen Weg geht.
Der Imageverlust ist mitunter durch einige offen gewordenen Fälle der letzten Jahre deutlich gesunken und wo schon längers der Marktanteil wegbricht wurde dennoch lange am alten System festgehalten und mal kurz neue Einnahmequellen fociert. Eine davon stoß auf heftigen Widerstand der Lieferanten, da dies an modernes Raubrittertum erinnerte. Hier wurde keine gesetzlichen Nachfristen bei Lieferverzögerung gedultet und sofort Vetragsstrafen wegen angeblichem Umsatzverlust in Rechnung gestellt. Das Handelsblatt berichtete darüber.
Nach einigen Monaten kam Besinnung und Wandel, daß solch ein Wirken kein Mittel für ein gutes Miteinander ist.
Eins möge bitte noch seitens des ZEIT recherchiert werden. Arbeitsverträge bei Wieder- und Neueinstrellungen sollten nicht über eine 3. Hand aka Zeitarbeit im Osten stattfinden um nicht das örtliche lohnniveau auszutricksen.
So manche Firmengündungen zu diesem Zwecke nehmen auch noch gerne selbstverständlich die Subventionen mit!
Ich selbst kaufe schon seit Jahren bei Schlecker nichts mehr ein. Aus Protest.
Jetzt warte ich mal ab, wie sich diese Firma entwickelt.
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