Die Gruppe Lulz Security, Computerspezialisten, denen es nach eigenen Angaben vor allem um mehr Spaß in der virtuellen Welt geht, hat nach ebenfalls eigenen Angaben den japanischen Konzern Sony angegriffen. Von der Internetseite des Filmstudios Sony Pictures, über die unter anderem von Sony produzierte Filme erworben werden können, seien mehr als eine Million sensibler Nutzerdaten gehackt worden, teilte Lulz Security mit.

Bei Sony Pictures seien unter anderem Passwörter, E-Mail-Adressen und Wohnadressen von Nutzern der Internetseite abgezogen worden, verbreitete Lulz Security über den Kurznachrichtendienst Twitter. Auch Geburtsdaten der betroffenen Nutzer sowie andere bei der Website angegebene Daten seien gehackt worden.

Zum Beweis veröffentlichten die Hacker eine Auswahl an Datensätzen im Internet. In Stichproben des US-Blogs "This Is My Next" erwiesen sich die Daten als authentisch. Dem Blog zufolge wurden 39.000 Kombinationen aus E-Mail-Adresse und Passwort sowie 12.500 mit E-Mail-Adresse, Passwort, Anschrift und Geburtsdatum ins Netz gestellt.

Der Datendiebstahl sei leicht gewesen, da die Passwörter unverschlüsselt bei Sony aufbewahrt wurden, erklärte Lulz Security und nannte den Vorfall "sehr peinlich für Sony". Es sei der Gruppe nicht darum gegangen, als "tolle Hacker" gelobt zu werden, sondern eben auf diese Sicherheitslücke hinzuweisen. Wegen mangelnder Ressourcen hätten die Hacker allerdings nur einen Teil der ihnen zugänglichen Informationen herunterladen können. Von Sony wurde der erneute Datendiebstahl zunächst nicht bestätigt. "Wir untersuchen diese Angaben", erklärte der Vizepräsident von Sony Pictures Entertainment Jim Kennedy.

Sony war erst im April Ziel eines Hacker-Angriffs gewesen. Dabei wurden unter anderem sensible Daten von weltweit etwa Hundert Millionen Kunden des Playstation Network gehackt. Daraufhin hatte Sony das Angebot zunächst gestoppt. Sony ist gerade dabei, die wochenlang abgeschalteten Netzwerke wieder vollständig hochzufahren. Das Management beteuerte wiederholt, nach dem riesigen Datendiebstahl alles Erdenkliche für mehr Sicherheit getan zu haben. Danach gab es allerdings noch mehrere kleinere Sicherheitspannen.

Hinweis der Redaktion: Den direkten Link auf die veröffentlichten Datensätze haben wir aus unserem Angebot entfernt. Es sind sensible Daten, an deren Verbreitung wir uns nicht beteiligen.