Der frühere Herstellungsleiter des öffentlich-rechtlichen Kinderkanals (Kika), Marco K., muss für fünf Jahre und drei Monate ins Gefängnis. Das Landgericht Erfurt hat den 44-Jährigen wegen Bestechlichkeit und Untreue verurteilt.

Der Manager des Kika hatte gestanden, mit Scheinrechnungen und fingierten Aufträgen bei dem Erfurter Sender eine Millionensumme veruntreut zu haben. Mit dem Geld finanzierte er seine Spielsucht. Die Scheinrechnungen an eine Berliner Produktionsfirma summierten sich zwischen 2005 und 2010 auf 4,6 Millionen Euro. Das Geld teilten sich der ehemalige Herstellungsleiter und die inzwischen insolvente Firma. Der MDR geht von einem Schaden von ingesamt 8,2 Millionen Euro aus, der seit 2002 entstanden ist. Die früheren Fälle sind juristisch jedoch verjährt.

Die Staatsanwaltschaft hatte sechs Jahre und acht Monate Haft gefordert. Die Verteidigung plädierte wegen Untreue auf eine Freiheitsstrafe von nicht mehr als dreieinhalb Jahren. Der MDR habe aufgrund fehlender interner Kontrollsysteme eine erhebliche Mitschuld an den Taten, argumentierte die Verteidigerin. Zugleich habe es das Erfurter Casino versäumt, den Angeklagten zu sperren.

Die Richter werteten das Geständnis des Angeklagten und die für die Tat ausschlaggebende Spielsucht als strafmildernd. Die Verantwortung liege dennoch in erster Linie bei dem Kika-Manager selbst, sagte der Vorsitzende Richter Thomas Schneider. "Die Taten haben Sie sich ausgedacht und über Jahre geschickt eingefädelt." Der Verurteilte solle zügig eine Therapie beginnen, appellierte Schneider. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Es ist der bislang größte Betrugsskandal im öffentlich-rechtlichen Rundfunk.