StrafanzeigenItalienische Justiz ermittelt gegen Rating-Agenturen

Moody's und Standard & Poor's geraten ins Visier der Justiz: Die italienische Staatsanwaltschaft ließ Geschäftsräume der beiden Agenturen durchsuchen. von Reuters

Die Börse in Mailand

Die Börse in Mailand  |  © Vittorio Zunino Celotto/Getty Images

Die italienische Justiz ermittelt gegen die Rating-Agenturen Moody's und Standard & Poor's. Den Ermittlern liegen Strafanzeigen zweier Verbraucherverbände vor. Darin geht es um ungewöhnliche Kursbewegungen an der Mailänder Börse. Die beiden Agenturen sollen sich in ihrer täglichen Arbeit nicht an die Regeln des Geschäfts gehalten haben, teilte die Staatsanwaltschaft im süditalienischen Trani mit.

Ermittler durchsuchten Geschäftsräume der Agenturen in Mailand und beschlagnahmten Material. S&P und Moody's erklärten sich zur Zusammenarbeit mit den Staatsanwälten bereit. Beide Agenturen betonten, sich stets korrekt verhalten zu haben.

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In der ersten Strafanzeige wird die Veröffentlichung eines Moody's-Berichts im Mai 2010 bemängelt, in dem vor Ansteckungsgefahren der Griechenland-Krise für die italienischen Banken gewarnt wird.

Die zweite Anzeige richtet sich gegen S&P. Die Agentur hatte im Mai dieses Jahres mit einer Herabstufung der Kreditwürdigkeit Italiens gedroht. Untersucht wird laut Staatsanwaltschaft auch, ob hinter Kursstürzen am 8. und 11. Juli kriminelle Machenschaften stecken. Damals waren viele Anleger aus Angst vor einem Übergreifen der Schuldenkrise aus den Aktien geflüchtet.

Die Rating-Agenturen stehen aufgrund ihres großen Einflusses auf die Weltwirtschaft seit Monaten in der Kritik. Unter anderem Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble forderte, die Macht der Agenturen aufzubrechen.

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Leserkommentare
    • Pequod
    • 05. August 2011 12:32 Uhr

    Wenn die italienische Justiz den Ratingagenturen vorwirft,
    sich nicht an die Regeln der Geschäfte gehalten zu haben, dann
    haben die nichts anderes getan als was die EU seit ihrem Be-
    stehen praktiziert.

  1. dass in Italien auch strafrechtliche Prozesse geführt werden gegen die Investmentbanken, die mit Interest Swaps Tausende Kommunen an den Rand der zahlungsunfähigkeit getrieben haben - und dabei aktiv von diesen gefährlichen Ratingagenturen unterstützt wurden?

    Darunter Goldman Sachs, diese Firma wird ja demnächst einen Mitarbeiter als EZB-Präsidenten entsenden. Und auch die Deutsche Bank, gegen die Staranwälte antreten, die auch gegen Berlusconi kämpfen.

    Der deutschen Öffentlichkeit von der Staatspresse vorenthalten, will ich hier auf eine exzellente Reportage hinweisen zum Thema Italien & Finanzkrise: http://www.youtube.com/watch?v=bWI-aQRL_ko&feature=channel_video_title

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    .
    ... berichtet ...?"

    Warum, @ahlibaba_zwo, wird wohl nicht berichtet?

    Bundeswachstumsjournalismus.

    Verlautbarungsjournalismus.

    Werberahmen-Contentjournalismus.

    Springerjournalismus.

    Beruhigungsjournalismus.

    "Verantwortlicher" Journalismus
    (... wobei die Verantwortung für's Zeilenhonorar im Vordergrund und damit natürlich im Weg steht)

    Wo sind die Woodwards und Bernsteins des angehenden einundzwanzigsten Jahrhunderts?

    Alle auf Hartz IV und hinter'm Tresen oder der Playstaition?

    • sznuffi
    • 06. August 2011 10:22 Uhr

    könnte viele Antworten haben.
    Was bzw. dürfen wir denn alles wissen ?

    Diese Info hierzu ist auch interessant
    http://zmag.de/artikel/Warum-die-Mainstreammedien-Mainstream-sind

    --

    Daß Italien aktiv wird und überprüft sollte als selbstverständlich angesehen werden.
    Auf das Ergebnis bin ich gespannt.

  2. .
    ... berichtet ...?"

    Warum, @ahlibaba_zwo, wird wohl nicht berichtet?

    Bundeswachstumsjournalismus.

    Verlautbarungsjournalismus.

    Werberahmen-Contentjournalismus.

    Springerjournalismus.

    Beruhigungsjournalismus.

    "Verantwortlicher" Journalismus
    (... wobei die Verantwortung für's Zeilenhonorar im Vordergrund und damit natürlich im Weg steht)

    Wo sind die Woodwards und Bernsteins des angehenden einundzwanzigsten Jahrhunderts?

    Alle auf Hartz IV und hinter'm Tresen oder der Playstaition?

    • CPUX
    • 05. August 2011 17:04 Uhr
    4. [...]

    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen und belegen Sie Ihre Behauptungen. Danke, die Redaktion/jz

    • CPUX
    • 05. August 2011 17:15 Uhr

    sind höchst effiziente Werkzeuge um Staaten oder Börsen nach
    Belieben zu manipulieren. Wenn man dann noch sieht das die
    USA trotz ca. 15 Billionen Dollar Schulden ihr AAA Rating immer noch haben,kann man davon ausgehen das diese Agenturen
    auf min. 1Auge blind sind. Abgestuft werden grundsätzlich EU
    Staaten!

    • CPUX
    • 05. August 2011 17:23 Uhr

    wie soll ich etwas belegen,worauf ich von der Redaktion des
    angesprochenen Magazins noch nicht mal eine Antwort erhalte?
    Ich nenne so etwas totschweigen. Ich weiß, das es kein Recht
    auf Veröffentlichung eines Kommentars gibt, eine kurze Antwort wäre aber schon möglich.Es ist übrigens nicht die Zeit!

    • sznuffi
    • 06. August 2011 10:22 Uhr

    könnte viele Antworten haben.
    Was bzw. dürfen wir denn alles wissen ?

    Diese Info hierzu ist auch interessant
    http://zmag.de/artikel/Warum-die-Mainstreammedien-Mainstream-sind

    --

    Daß Italien aktiv wird und überprüft sollte als selbstverständlich angesehen werden.
    Auf das Ergebnis bin ich gespannt.

  3. @ahlibaba2

    Super Link

    Interessant war der Schluss: Goldman Sachs hat durch die Derivate (credit default swaps) an Griechenland den wahren Schuldenstand des Landes verhindert und dadurch erst ermöglicht, dass die Griechen in die Eurozone aufgenommen wurden.
    Neben Insiderhandel sicher auch der Straftatbestand des Betruges. Man sollte nicht auf den Ratingagenturen herumhacken, wo es doch richtige Kriminelle in dieser Branche gibt - auch wenn diese von sich behaupten, die "Arbeit Gottes zu vollbringen" (L. Blankfein)

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  • Quelle ZEIT ONLINE, Reuters
  • Schlagworte Wolfgang Schäuble | Agentur | Aktie | Anzeige | Bank | Bundesfinanzminister
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