Für Bernd Drouven laufen die Geschäfte prächtig. Kürzlich gab der Vorstandsvorsitzende von Europas größter Kupferhütte Aurubis die Quartalszahlen bekannt. In den ersten drei Monaten des Jahres erwirtschaftete das Unternehmen einen Vorsteuergewinn von 219 Millionen Euro, ein Plus von knapp 80 Prozent zum Vorjahreszeitraum.

Es sind vor allem die hohen Kupferpreise, die den Gewinn steigen lassen. Erst am Wochenanfang notierte die Tonne Kupfer an der Londoner Metallbörse bei mehr als 9.100 US-Dollar und könnte damit bald die Höchstmarke von 10.000 US-Dollar Anfang des Jahres knacken. Drouven ist fest davon überzeugt, am Jahresende einen Vorsteuergewinn von mehr als 260 Millionen Euro verkünden zu können.

Aurubis' Gewinn steigt wegen der Energiewende. Der beschlossene Atomausstieg nach dem Reaktorunglück von Fukushima und die ambitionierten Klimaschutzziele feuern das Wachstum der grünen Technologien an. "Der Trend hin zu erneuerbaren Energien treibt unsere Kupfernachfrage", sagt Drouven. Ob Windrad, Solarkollektor oder Stromkabel: Überall, wo Strom produziert und geleitet wird, egal, ob öko oder nicht, findet sich der Rohstoff.

200 Kilometer Kupferdraht in einem Windrad

Allein in einem Windrad-Generator werden nach Angaben der Wirtschaftsvereinigung Metalle mehr als 200 Kilometer Kupferdraht verbaut. Der Offshore-Windspezialist Repower braucht für jede seiner 6-Megawatt-Anlagen rund drei Tonnen Kupfer – und das nur in der Turbine. Dazu kommt noch der Kupferanteil im Seekabel, um den Ökostrom über mehrere Dutzend Kilometer von hoher See an Land zu transportieren.

Auch die Solarbranche ist auf das rote Gold angewiesen. CIGS-Dünnschichtzellen verwenden etwa zur Stromproduktion die Verbindung Kupfer-Indium-Diselenid. In Solarkollektoren hat Kupfer vor allem als robuster Wärmeleiter eine Bedeutung, ebenso in Heizkesseln, Erdwärmepumpen und Elektroleitungen.

"Die besondere Bedeutung von Kupfer für die hochspezialisierte deutsche Wirtschaft wird sich durch den Ausbau der erneuerbaren Energien und Elektromobilität noch steigern", schreibt das Umweltbundesamt in einem aktuellen Themenpapier. Aurubis wirbt inzwischen sogar gezielt mit der Energiewende. " Ohne Kupfer kein Ökostrom ", heißt es auf der Homepage, Windmühlen drehen sich passend dazu im Wind.