RohstoffOhne Kupfer keine Energiewende
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 Aurubis fürchtet hohe Strompreise

Doch das Unternehmen, das sich vor drei Jahren von Norddeutsche Affinerie in Aurubis umbenannte, ist in einer paradoxen Situation. Zwar verschaffen gerade die deutschen Ausbauziele – bis 2050 soll der Ökostrom-Anteil auf 80 Prozent steigen – den Hamburgern neue Kunden.

Allerdings fürchtet Drouven genau diese Entwicklung. Denn sein Geschäft ist extrem stromintensiv, und nichts fürchtet der Manager mehr als hohe Strompreise. Allein die Elektrolysebäder in der Kupferproduktion stehen unter 36.600 Ampere.  Zum Vergleich: In einem Haushalt beträgt die maximale Stromstärke in der Regel 16 Ampere, sonst fliegt die Sicherung raus. Jedes Jahr verbraucht Aurubis in Deutschland eine Milliarde Kilowattstunden Strom. Vergangenes Jahr kostete das den MDax-Konzern knapp 60 Millionen Euro.

Die Strompreise werden in den kommenden Jahren wegen des steigenden Ökostrom-Anteils und den höheren Preisen für Emissionszertifikate wahrscheinlich anziehen. "Die Energiewende bedeutet für Aurubis eine große Unsicherheit", sagt Drouven. Das Unternehmen sei auf eine verlässliche Stromversorgung und auf "wirtschaftliche" – sprich: günstige – Strompreise angewiesen. "Wenn sich die Strompreise verdoppeln, haben wir ein Existenzproblem." Unverhohlen droht Drouven mit einer Abwanderung ins Ausland.

Zahlreiche Ausnahmen senken Strompreis

Doch auch wenn Aurubis über hohe Energiepreise klagt: Zum Gesamtbild gehört, dass die Politik dem Unternehmen als energieintensiven Industriekonzern, der im internationalen Wettbewerb steht, zahlreiche Ausnahmen gewährt. So ist es teilweise von der Umlage aus dem Erneuerbaren-Energien-Gesetz (EEG-Umlage) befreit, die im vergangenen Jahr 3,5 Cent je Kilowattstunde betrug.

Auch auf die Ökosteuer von zwei Cent je Kilowattstunde erhält das Unternehmen einen Rabatt. Bislang erhielt der Stromversorger von Aurubis - zurzeit ist das Vattenfall - zudem die CO2-Emissionszertifikate kostenlos. Erst ab 2013 müssen Energieversorger für die Zertifikate zahlen. Auch hier hofft der Konzern, dass die Politik die zusätzlichen, indirekten Belastungen kompensiert.

Um seine Kosten zu senken, feilt Aurubis vor allem an der Energie- und Materialeffizienz in der Produktion. Seit 1990 hat das Unternehmen den Stromverbrauch je produzierter Tonne Kupfer um 54 Prozent gesenkt.

Im Recycling ist das Unternehmen sogar Weltmarktführer. Im westfälischen Lünen betreibt es die größte Metall-Recyclinganlage der Welt. Natürlich ist das nicht nur edles Umweltbewusstsein, sondern vor allem Kostenreduzierung: Aurubis spart sich so den Einsatz teuren Kupfererzes. Etwa ein Drittel lässt sich in der Produktion durch Kupferschrott, Schlacken oder Aschen ersetzen.

Das Umweltbundesamt (UBA) ist angesichts solcher Zahlen voll des Lobes – und das bei einem Konzern, der während der achtziger Jahre immer wieder wegen seiner Schadstoffemissionen in der Kritik stand.  

Allerdings glauben UBA-Fachleute, dass sich die Menge des eingesetzten Recyclingmaterials weltweit noch steigern ließe, zu viel lande noch ungenutzt im Müll. Das wiederverwertete Material hat die gleiche Qualität wie der Primärrohstoff. "Das Recycling-Potenzial von Kupfer ist nur zur Hälfte ausgeschöpft", sagt UBA-Präsident Jochen Flasbarth.

Zu Herzen nehmen sich das inzwischen vor allem Kupferdiebe. In jüngster Zeit mehren sich die Berichte über Kriminelle, die es auf Kupferkabel an Bahnanlagen, auf kupferne Dachrinnen oder Heizungsrohre abgesehen haben. Kupferklau ist ein lukratives Geschäft. Ein Berliner Schrotthändler zahlt inzwischen für sauberen Kupferdraht ohne Isolierung fünf Euro das Kilo. 

 
Leserkommentare
    • _bla_
    • 01.09.2011 um 9:14 Uhr

    Denn der in Ampere angegebene Strom alleine verrät nichts darüber wie viel Leistung (Watt) wirklich benötigt wird. Erst zusammen mit der Spannung(Volt) kann die benötigte Leistung errechnet werden.

    Man kann das etwa mit der Situation in einer Wasserkraftwerk vergleichen: Um viel Leistung zu erzielen, wird nicht einfach nur eine hohe Durchflussmenge benötigt, die in dieser Analogie dem Strom entspricht, sondern auch ein großer Höhenunterschied (Spannung). Weder ein hoher Durchfluss mit geringem Höhenunterschied ergibt eine hohe Leistung, noch ergibt eine großer Höhenunterschied eine hohe Leistung, wenn nur sehr wenig Wasser fließt.

    Zur Kupferelektrolyse wird pro Zelle eine Gleichspannung von 0.4 bis 1 V benötigt, im Haushalt sind jedoch 230 V Wechselspannung üblich, mit in der Regel drei getrennten Phasen, so das maximal 3*16 A*230 V = 11,04 kW Leistung genutzt werden können. Im Elektrolysebad ergeben sich 0.4V * 36600 A = 14,64 kW Leistung.
    Es ist aber davon auszugehen, das viele Elektrolysezellen in Reihe geschaltet sind. Um wirklich den Leistungsbedarf des Kupferproduzenten abschätzen zu können, wäre es daher erforderlich zu wissen, mit welcher Spannung er seine Elektrolysebäder betreibt und wie viele er betreibt. Dazu kommen dann noch Übertragungs- und Wandlungsverluste.

    4 Leserempfehlungen
  1. Wann immer ich einen Artikel über erneuerbare Energien lese oder über die Zukunft der Energieproduktion, Kraftwerksschließungen und so weiter, fällt mantraartig immer dieselbe Phrase: "aber dann steigen die Kosten." oder "Der Strom wird dann teurer werden"

    Wenn ich in den letzten Jahren eins gelernt habe, dann: Der Strom ist noch nie wirklich dauerhaft billiger geworden (also haben erneuerbare Energien nichts mit dem steigenden Strompreis zu tun) und: Thesen werden durch dauerhafte Wiederholung in den Kopfen der Leuten zu Fakten.

    Insofern möchte ich die Medien dazu aufrufen, diesen Trend umzudrehen. Bitte wiederholt in euren Artikeln oft genug, dass der Strom viel billiger wird und dass die Kosten sinken werden und alles ganz toll und viel besser wird.

    Natürlich hat das nichts mit der tatsächlichen Faktenlage zu tun, bietet aber weniger Gelegenheiten ("Also eigentlich könnten wir die Preise jetzt senken, aber alle erwarten eine Preissteigerung. Machen wirs halt und kaufen wir uns alle neue Ferraris davon.") und führt zu mehr positiven Denken in der kleinen, imaginären Welt ("In der Zeitung steht, dass die Preise sinken. Gottseidank!").

    4 Leserempfehlungen
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    ...könnten die Preise durch EE irgendwann sinken, wenn die alten Anlagen abgeschrieben sind (aber weiter ausreichend produzieren) und insgesamt größtenteils nur noch Wartungsbedarf entsteht. Aber zugegeben, das kann noch Jahrzehnte dauern.

    Warum ausgerechnet die größten Energieverschwender von der EEG-Umlage ausgenommen sind, ist auch mal wieder logisch. Es entspricht einer Subvention, da wir ja nur noch total zollbefreiten Markt kennen, muss logischerweise alles gepampert werden, was in China einige Cent billiger geht.

    Offenbar reicht das den Unternehmen trotzdem noch nicht, am liebsten würde man wohl filterlos Kohle verbrennen, wie es in China gemacht wird. Ausgegraben von am Existenzminimum und ohne Schutz arbeitenden Wanderarbeitern. Wahrlich, Kapitalismus und Freihandel bringt uns allen Fortschritt und Wohlstand...

    "Der Strom ist noch nie wirklich dauerhaft billiger geworden (also haben erneuerbare Energien nichts mit dem steigenden Strompreis zu tun)"

    Das ist ja grausam. Was ist denn das für eine Aussagenlogik? Wenn Sie das Kausalitätsprinzip so mit Füßen treten, wundert es mich nicht, dass man Ihnen Ökostrom als günstige Alternative verkaufen kann.

    Selbst phänomenologisch, also ganz ohne analytische Betrachtung, lässt sich Ihre Aussage widerlegen:
    Schauen Sie sich doch einfach einmal die Tarife an die Ihr Stromanbieter im Angebot hat. Atom/Kohle-Tarif und Erneuerbare Energien-Tarif, den ja immer mehr Anbieter im Sortiment haben. Welcher ist günstiger?

    ...könnten die Preise durch EE irgendwann sinken, wenn die alten Anlagen abgeschrieben sind (aber weiter ausreichend produzieren) und insgesamt größtenteils nur noch Wartungsbedarf entsteht. Aber zugegeben, das kann noch Jahrzehnte dauern.

    Warum ausgerechnet die größten Energieverschwender von der EEG-Umlage ausgenommen sind, ist auch mal wieder logisch. Es entspricht einer Subvention, da wir ja nur noch total zollbefreiten Markt kennen, muss logischerweise alles gepampert werden, was in China einige Cent billiger geht.

    Offenbar reicht das den Unternehmen trotzdem noch nicht, am liebsten würde man wohl filterlos Kohle verbrennen, wie es in China gemacht wird. Ausgegraben von am Existenzminimum und ohne Schutz arbeitenden Wanderarbeitern. Wahrlich, Kapitalismus und Freihandel bringt uns allen Fortschritt und Wohlstand...

    "Der Strom ist noch nie wirklich dauerhaft billiger geworden (also haben erneuerbare Energien nichts mit dem steigenden Strompreis zu tun)"

    Das ist ja grausam. Was ist denn das für eine Aussagenlogik? Wenn Sie das Kausalitätsprinzip so mit Füßen treten, wundert es mich nicht, dass man Ihnen Ökostrom als günstige Alternative verkaufen kann.

    Selbst phänomenologisch, also ganz ohne analytische Betrachtung, lässt sich Ihre Aussage widerlegen:
    Schauen Sie sich doch einfach einmal die Tarife an die Ihr Stromanbieter im Angebot hat. Atom/Kohle-Tarif und Erneuerbare Energien-Tarif, den ja immer mehr Anbieter im Sortiment haben. Welcher ist günstiger?

  2. ...könnten die Preise durch EE irgendwann sinken, wenn die alten Anlagen abgeschrieben sind (aber weiter ausreichend produzieren) und insgesamt größtenteils nur noch Wartungsbedarf entsteht. Aber zugegeben, das kann noch Jahrzehnte dauern.

    Warum ausgerechnet die größten Energieverschwender von der EEG-Umlage ausgenommen sind, ist auch mal wieder logisch. Es entspricht einer Subvention, da wir ja nur noch total zollbefreiten Markt kennen, muss logischerweise alles gepampert werden, was in China einige Cent billiger geht.

    Offenbar reicht das den Unternehmen trotzdem noch nicht, am liebsten würde man wohl filterlos Kohle verbrennen, wie es in China gemacht wird. Ausgegraben von am Existenzminimum und ohne Schutz arbeitenden Wanderarbeitern. Wahrlich, Kapitalismus und Freihandel bringt uns allen Fortschritt und Wohlstand...

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    es ist Ihnen also angenehmer, wenn die Kupferproduktion aus Preisgründen in Deutschland nicht mehr aufrecht erhalten wird und dafür in China, wo es einige Cent billiger ist.
    Wieviele Cent ? Je Gramm oder je Tonne .
    Wir leben in dieser Welt, in der es uns so gut geht wie niemals zuvor, wegen des Wettbewerbs, bitte die Jammerlappen in der Küche lassen.

    es ist Ihnen also angenehmer, wenn die Kupferproduktion aus Preisgründen in Deutschland nicht mehr aufrecht erhalten wird und dafür in China, wo es einige Cent billiger ist.
    Wieviele Cent ? Je Gramm oder je Tonne .
    Wir leben in dieser Welt, in der es uns so gut geht wie niemals zuvor, wegen des Wettbewerbs, bitte die Jammerlappen in der Küche lassen.

  3. Sie sollten doch mal einen Beitrag über diese kriminellen Machenschaften schreiben.

    Vielleicht tun sie es ja , wenn der erste ICE verunglückt ist und es viele Tote gibt, nur bweil ein paar Kupferdiebe Erdungskabel usw. gestohlen haben.

  4. es ist Ihnen also angenehmer, wenn die Kupferproduktion aus Preisgründen in Deutschland nicht mehr aufrecht erhalten wird und dafür in China, wo es einige Cent billiger ist.
    Wieviele Cent ? Je Gramm oder je Tonne .
    Wir leben in dieser Welt, in der es uns so gut geht wie niemals zuvor, wegen des Wettbewerbs, bitte die Jammerlappen in der Küche lassen.

    Antwort auf "Tatsächlich..."
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    "es ist Ihnen also angenehmer, wenn die Kupferproduktion aus Preisgründen in Deutschland nicht mehr aufrecht erhalten wird und dafür in China, wo es einige Cent billiger ist."

    ...in solchen Bereichen macht ein Zoll oder ähnliches, absolut Sinn. Aber das zu denken, gleicht heutzutage fast schon Gotteslästerung und verstößt gegen das erste Gebot des total befreiten Kapitalismus: alles was die Kosten senkt ist prinzipiell gut, jede Beschränkung prinzipiell schlecht.

    "Wir leben in dieser Welt, in der es uns so gut geht wie niemals zuvor, wegen des Wettbewerbs"

    Sprich bitte nur für dich. Diese Ansicht dürften Millionen von Menschen so nicht teilen. Nicht nur die, deren Lebensraum vergiftet wird:
    http://www.epochtimes.de/...
    sondern auch die, die hier keinen Job mehr haben, weil die Chinesen immer einige Cents billiger sind, etwa die 40% arbeitslosen Jugendlichen in Spanien. Oder die Niedriglöhner, die mit unterstem Lohnniveau konkurrieren sollen.

    "bitte die Jammerlappen in der Küche lassen."

    Bitte die Scheuklappen und die kapitalistische rosa-Brille absetzen.

    "es ist Ihnen also angenehmer, wenn die Kupferproduktion aus Preisgründen in Deutschland nicht mehr aufrecht erhalten wird und dafür in China, wo es einige Cent billiger ist."

    ...in solchen Bereichen macht ein Zoll oder ähnliches, absolut Sinn. Aber das zu denken, gleicht heutzutage fast schon Gotteslästerung und verstößt gegen das erste Gebot des total befreiten Kapitalismus: alles was die Kosten senkt ist prinzipiell gut, jede Beschränkung prinzipiell schlecht.

    "Wir leben in dieser Welt, in der es uns so gut geht wie niemals zuvor, wegen des Wettbewerbs"

    Sprich bitte nur für dich. Diese Ansicht dürften Millionen von Menschen so nicht teilen. Nicht nur die, deren Lebensraum vergiftet wird:
    http://www.epochtimes.de/...
    sondern auch die, die hier keinen Job mehr haben, weil die Chinesen immer einige Cents billiger sind, etwa die 40% arbeitslosen Jugendlichen in Spanien. Oder die Niedriglöhner, die mit unterstem Lohnniveau konkurrieren sollen.

    "bitte die Jammerlappen in der Küche lassen."

    Bitte die Scheuklappen und die kapitalistische rosa-Brille absetzen.

    • Karl63
    • 01.09.2011 um 10:54 Uhr

    ist das entscheidende Stichwort. Überall dort, wo Altkupfer in größeren Mengen anfällt (z.B. ausgemusterte Starkstromkabel) funktioniert es ja schon sehr gut. Wobei, die Zeiten wo man PVC - Isolierungen einfach irgendwie "abgefackelt" hat und dadurch die Umwelt mit Dioxinen belastet (vergiftet) wurde, das ist zumindest in der Bundesrepublik kein Thema mehr.
    Wo noch ein erheblicher Optimierungsbedarf besteht, ist das Recycling von Kupfer aus ausgedienter Elektronik und Elektrogeräten im Haushalt. Wer beispielsweise einen ausgedienten Föhn entsorgen will, der muss den immer noch zum nächsten Wertstoffhof bringen - selbst in einer Großstadt ist das immer noch ein (zu) weiter Weg.
    Es landen immer noch erhebliche Mengen an Kupfer völlig sinnlos in der Müllverbrennung und die Zustände beim "Recycling" von Elektronikschrott in der dritten Welt sind einfach völlig unhaltbar.
    Für eine führende Industrienation sollte eine Recyclingquote von 100% bei Kupfer als Bestandteil von Elektronik durchaus machbar sein, allein es fehlt der (politische) Wille, vieles ist irgendwo (auf halbem Wege) stecken geblieben.
    Es ist nachvollziehbar, kurzfristig führt der steigende Anteil von Strom aus regenerativen Quellen zu steigenden Preisen. Die entscheidende Frage dabei ist jedoch, ob sich dies nicht langfristig in einen Vorteil verwandelt, weil die Preise für Strom aus regenerativen Quellen sinken werden und Kohle, Erdgas und Uran teurer werden.

  5. Also ich kenn mich ja jetzt nicht so gut in der Wirtschaft aus wie ich gerne würde, aber eine Firma die ihren vor-Steuer-GEWINN um 90 % steigern konnte spricht bei steigenden Stromkosten (wenn sie sich verdoppeln) von Existenproblemen. Gleichzeitig würde ich als Laie jedoch erwarten das der Kupferpreis ebenso steigt (mit steigender Nachfrage)?

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    ...ist:

    1) Kupfer kostet auf dem Weltmarkt alle Firmen etwa gleich viel (auch die Chinesen)

    2) Umweltstandards (und da zähle ich eine EEG-Umlage dazu) kosten regional und sind damit ein *Standortnachteil* (zumindest was den Standort der Fertigung angeht, die Entscheider selbst wohnen dann schon gerne hier oder in der sauberen Schweiz)

    Der Mechanismus wird auch gerne als "Race to the Bottom" bezeichnet. Jeder der seinen Markt für alle (zoll und bedingungslos) frei gibt, macht sich erpressbar. Der Druck Löhne und Standards nach unten anzupassen und generell sehr anspruchslos zu werden, ja sogar Subventionen an Großkonzerne zu zahlen etc. senkt den Wohlstand des entsprechenden Volkes.

    Einigermaßen gut wirtschaften, können nur die Länder, die im *Race* gerade die Nase vorn haben. Alle anderen verlieren. Deshalb steht ja auch halb Europa auf der Kippe, während in D der Wohlstand stagniert, aber immerhin die Wirtschaft wächst. Perverserweise sind wir auch noch stolz darauf, alle anderen zu ruinieren. Wir sind halt gerade mal vorne im *Race*, dank Reallohnsenkung, Leiharbeit usw. auf hohem Bildungs- und Infrastrukturniveau.

    ...ist:

    1) Kupfer kostet auf dem Weltmarkt alle Firmen etwa gleich viel (auch die Chinesen)

    2) Umweltstandards (und da zähle ich eine EEG-Umlage dazu) kosten regional und sind damit ein *Standortnachteil* (zumindest was den Standort der Fertigung angeht, die Entscheider selbst wohnen dann schon gerne hier oder in der sauberen Schweiz)

    Der Mechanismus wird auch gerne als "Race to the Bottom" bezeichnet. Jeder der seinen Markt für alle (zoll und bedingungslos) frei gibt, macht sich erpressbar. Der Druck Löhne und Standards nach unten anzupassen und generell sehr anspruchslos zu werden, ja sogar Subventionen an Großkonzerne zu zahlen etc. senkt den Wohlstand des entsprechenden Volkes.

    Einigermaßen gut wirtschaften, können nur die Länder, die im *Race* gerade die Nase vorn haben. Alle anderen verlieren. Deshalb steht ja auch halb Europa auf der Kippe, während in D der Wohlstand stagniert, aber immerhin die Wirtschaft wächst. Perverserweise sind wir auch noch stolz darauf, alle anderen zu ruinieren. Wir sind halt gerade mal vorne im *Race*, dank Reallohnsenkung, Leiharbeit usw. auf hohem Bildungs- und Infrastrukturniveau.

  6. "es ist Ihnen also angenehmer, wenn die Kupferproduktion aus Preisgründen in Deutschland nicht mehr aufrecht erhalten wird und dafür in China, wo es einige Cent billiger ist."

    ...in solchen Bereichen macht ein Zoll oder ähnliches, absolut Sinn. Aber das zu denken, gleicht heutzutage fast schon Gotteslästerung und verstößt gegen das erste Gebot des total befreiten Kapitalismus: alles was die Kosten senkt ist prinzipiell gut, jede Beschränkung prinzipiell schlecht.

    "Wir leben in dieser Welt, in der es uns so gut geht wie niemals zuvor, wegen des Wettbewerbs"

    Sprich bitte nur für dich. Diese Ansicht dürften Millionen von Menschen so nicht teilen. Nicht nur die, deren Lebensraum vergiftet wird:
    http://www.epochtimes.de/...
    sondern auch die, die hier keinen Job mehr haben, weil die Chinesen immer einige Cents billiger sind, etwa die 40% arbeitslosen Jugendlichen in Spanien. Oder die Niedriglöhner, die mit unterstem Lohnniveau konkurrieren sollen.

    "bitte die Jammerlappen in der Küche lassen."

    Bitte die Scheuklappen und die kapitalistische rosa-Brille absetzen.

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    Und wenn wir jetzt den Kupferimport verzollen, dann kostet alles wo Kupfer enthalten ist den entsprechenden Betrag mehr und wird auf dem Weltmarkt teurer.
    Tolle Idee!

    Und wenn wir jetzt den Kupferimport verzollen, dann kostet alles wo Kupfer enthalten ist den entsprechenden Betrag mehr und wird auf dem Weltmarkt teurer.
    Tolle Idee!

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