Computer-UnternehmenHewlett-Packard feuert Léo Apotheker

Einer der wenigen Deutschen an der Spitze eines US-Konzerns räumt seinen Posten: Hewlett-Packard entlässt Léo Apotheker. Ihm folgt die ehemalige eBay-Chefin Meg Whitman.

Nach weniger als einem Jahr hat das Computerunternehmen Hewlett-Packard seinen Chef Léo Apotheker mit sofortiger Wirkung entlassen. Der Job an der Spitze des Unternehmens erfordere jetzt zusätzliche Fähigkeiten, begründete Verwaltungsratschef Ray Lane den Rausschmiss des Deutschen.

"Wir befinden uns in einer kritischen Phase und wir brauchen eine erneuerte Führung, um unsere Strategie erfolgreich umzusetzen und unsere Marktchancen in der Zukunft zu nutzen", sagte Lane, der selbst eine aktivere Rolle im Management übernehmen wird. Apothekers Nachfolgerin wird die ehemalige eBay-Chefin Meg Whitman.

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Apotheker hatte vor einigen Wochen – mit Rückendeckung des Verwaltungsrates – einen drastischen Strategieschwenk angekündigt. Er wollte die PC-Sparte abspalten und stattdessen auf das Geschäft mit Software setzen. Dafür kauft HP den britischen Software-Spezialisten Autonomy. Die Ankündigung löste einen massiven Kurseinbruch aus. Es ist unklar, inwieweit die neue Konzernchefin Whitman die jüngsten Entscheidungen zurückdrehen kann oder will.

Apotheker hatte am 1. November vergangenen Jahres die Führung von HP übernommen, nachdem sein populärer Vorgänger Mark Hurd gehen musste. Unter Apotheker war der Aktienkurs um fast die Hälfte eingebrochen. Der ehemalige SAP-Chef hatte nicht nur mehrfach die Geschäftsprognose senken müssen, auch seine Umbaupläne stießen auf viel Kritik.

Für Apotheker ist es schon der zweite Tiefschlag in Folge. Beim Softwarehersteller SAP hatte er den Spitzenposten nach Differenzen mit Gründer Hasso Plattner ebenfalls nach weniger als einem Jahr als alleiniger Firmenchef räumen müssen. Mitarbeiter des Unternehmenssoftware-Spezialisten sagen Apotheker einen schroffen Führungsstil nach.

 
Leserkommentare
  1. Der Versuch HP's PC Sparte bei Ebay zu verkaufen war dann doch wohl zu gewagt. Ob die Konzepte des Herrn Apotheker tragfähig gewesen wären ist fraglich. Er muss aber die Suppe aus Konzeptlosigkeit und Kaputtsparerei auslöffeln, die ihm seine Vorgänger hinterlassen haben.

  2. Mr. Apotheker hat leider WebOS gegen die Wand gefahren, meiner Meinung nach ein Betriebssystem das beste Chancen hatte gegen Apple iOS anzutreten. Vielleicht fährt HP es jetzt ja wieder hoch.

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    Selbst wenn WebOS die technisch eindeutig bessere Lösung gewesen wäre, hätte HP kaum eine Chance gegen einen sehr gut etablierten Anbieter wie Apple gehabt. Dass WebOS die technisch bessere Lösung war, ist aus meiner Sicht ein sehr gewagte und zu belegende Behauptung. Nebenbei bemerkt IOS ist auch nicht "das Gelbe vom Ei". Eines der wesentlichen HP Probleme der Vergangenheit war genau diese "undifferenzierte Technikträumerei". Nochmal: Herrn Apotheker die wesentliche Schuld für das HP Deaster in die Schuhe schieben zu wollen entspringt extremer Realitätsverleugnung.

    Selbst wenn WebOS die technisch eindeutig bessere Lösung gewesen wäre, hätte HP kaum eine Chance gegen einen sehr gut etablierten Anbieter wie Apple gehabt. Dass WebOS die technisch bessere Lösung war, ist aus meiner Sicht ein sehr gewagte und zu belegende Behauptung. Nebenbei bemerkt IOS ist auch nicht "das Gelbe vom Ei". Eines der wesentlichen HP Probleme der Vergangenheit war genau diese "undifferenzierte Technikträumerei". Nochmal: Herrn Apotheker die wesentliche Schuld für das HP Deaster in die Schuhe schieben zu wollen entspringt extremer Realitätsverleugnung.

  3. Selbst wenn WebOS die technisch eindeutig bessere Lösung gewesen wäre, hätte HP kaum eine Chance gegen einen sehr gut etablierten Anbieter wie Apple gehabt. Dass WebOS die technisch bessere Lösung war, ist aus meiner Sicht ein sehr gewagte und zu belegende Behauptung. Nebenbei bemerkt IOS ist auch nicht "das Gelbe vom Ei". Eines der wesentlichen HP Probleme der Vergangenheit war genau diese "undifferenzierte Technikträumerei". Nochmal: Herrn Apotheker die wesentliche Schuld für das HP Deaster in die Schuhe schieben zu wollen entspringt extremer Realitätsverleugnung.

    Antwort auf "Na endlich!"
  4. In der New York Times gab es einen längeren Artikel der auch die Hintergründe ein wenig beleuchtet...

    Andererseits ist dann aber auch die Frage was HP Anbietet:
    Früher waren die Notebooks überhitzender Elektronikschrott - noch in den AMD Zeiten wo alle anderen Intel nutzten.
    -> Allerdings haben sich wohl mittlerweile für die Elitebooks ein paar treue Kunden gefunden und die sind wohl auch gut.

    In Bezug auf Treiber gehört HP zu den Unternehmen dass so ziemlich die schlimmsten auf dem Markt hat. Ich weiß nicht was ich von einem Unternehmen halten soll dass es über mehrere Jahre nicht geschafft wirklich gute Scannertreiber auf den Markt zu bringen. Und dass man das Betriebssystem teilweise neu installieren muss wenn etwas schiefgeht zeugt auch nicht gerade von Kompetenz im Bereich Treiberentwicklung.
    Drucker haben einen ähnlichen Ruf.

    Jetzt kommt dann die Frage auf, will man als Privatkunde Geräte von einem Unternehmen kaufen dass keine Treiber entwickeln kann und dessen Software dadurch auch suspekt ist?

    Bleiben die Geschäftskunden - Server, Workstations - aber für die gibt es etliche andere Anbieter... Und natürlich werden die nicht direkt von HP Produziert sondern nur zusammengeschraubt, die Hardware kommt aus China.
    Und ob nun HP, Dell oder Lenovo eine Workstation zusammenbasteln ist wirklich egal.

    Also was will HP anbieten? - Vor allem auch, wem?

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    • NoG
    • 23.09.2011 um 9:42 Uhr

    schneiden aber nur einen teil des portfolios von hp an.
    insofern sind ihre fragen am ende des beitrages leider nicht viel mehr als polemik.

    • s45k
    • 23.09.2011 um 10:46 Uhr

    @4:
    dass die Hardware aus China kommt, das ist grob gesagt bei ALLEN Technik-Herstellern darf Fall. Das ist längst kein Geheimnis mehr und kann demnach auch nicht gegen HP verwendet werden. Oder meinen Sie, dass Apple den Chip fürs Iphone in München herstellen lässt?

    Hinsichtlich der Treiber ist es grundsätzlich so, dass ein HP Gerät im Allgemeinen sehr gut vom Windows erkannt wird - wie es bei anderen namhaften Herstellern auch der Fall ist.
    Die Qualität manch mitgelieferter Software ist nicht immer berauschend. Hier kann man sowohl für HP und andere Hersteller immer ein negatives Beispiel finden, zumal man sich mit positiven Kommentaren über gut funktionierende Software meist zurückhält.

    Allerdings muss man sich oft auch selber an der Nase nehmen, und sich mal folgendes überlegen: ein günstiger Scanner ist um die EUR 70 zu bekommen. Damit müssen Produktionskosten, Entwicklungskosten für Software/Treiber und ggf. noch kostenloser Support abgedeckt werden. Irgendwann muss man auch als Kunde zugestehen, dass ich für mehr Qualität auch mehr zahlen muss.

    • NoG
    • 23.09.2011 um 9:42 Uhr

    schneiden aber nur einen teil des portfolios von hp an.
    insofern sind ihre fragen am ende des beitrages leider nicht viel mehr als polemik.

    • s45k
    • 23.09.2011 um 10:46 Uhr

    @4:
    dass die Hardware aus China kommt, das ist grob gesagt bei ALLEN Technik-Herstellern darf Fall. Das ist längst kein Geheimnis mehr und kann demnach auch nicht gegen HP verwendet werden. Oder meinen Sie, dass Apple den Chip fürs Iphone in München herstellen lässt?

    Hinsichtlich der Treiber ist es grundsätzlich so, dass ein HP Gerät im Allgemeinen sehr gut vom Windows erkannt wird - wie es bei anderen namhaften Herstellern auch der Fall ist.
    Die Qualität manch mitgelieferter Software ist nicht immer berauschend. Hier kann man sowohl für HP und andere Hersteller immer ein negatives Beispiel finden, zumal man sich mit positiven Kommentaren über gut funktionierende Software meist zurückhält.

    Allerdings muss man sich oft auch selber an der Nase nehmen, und sich mal folgendes überlegen: ein günstiger Scanner ist um die EUR 70 zu bekommen. Damit müssen Produktionskosten, Entwicklungskosten für Software/Treiber und ggf. noch kostenloser Support abgedeckt werden. Irgendwann muss man auch als Kunde zugestehen, dass ich für mehr Qualität auch mehr zahlen muss.

    • lepkeb
    • 23.09.2011 um 9:34 Uhr

    Leider hat der Apotheker die in ihn gesetzten Erwartungen nicht erfüllt. Er hatte Gelegenheit alle wichtigen Aufgaben zu bearbeiten und hat fleißig die ihm gemäßen Aufgaben zuverlässig erfüllt. Er
    war tüchtig und wußte sich auch positiv darzustellen. Sein Verhalten zu den Mitarbeitern war stets einwandfrei.
    Also ein wahrer dt. Leistungsträger.
    Ob das jetzt jedoch mit der Frauenquote besser wird werden mag man bezweifeln, denn bei HP trennt sich wahrscheinlich die Spreu vom Weizen, den SAP (Apotheker) und Ebay (Whitman) waren ja in ihrer Zeit Selbstläufer, was HP nicht ist.
    Apothekers Abgang bei SAP war ja auch alles andere als sauber.

    • NoG
    • 23.09.2011 um 9:42 Uhr

    schneiden aber nur einen teil des portfolios von hp an.
    insofern sind ihre fragen am ende des beitrages leider nicht viel mehr als polemik.

    Antwort auf "Hewlet Packard"
  5. "Größenwahn". Die sich einbilden, man könne aus Märklin über Nacht einen echten Lokomotivenbauer, aus DELL ein Softwarehaus und aus Goldman Sachs ein Versandhaus machen, nur weil man Schremp, Apotheker oder Nonnenmacher heisst.

    • s45k
    • 23.09.2011 um 10:46 Uhr

    @4:
    dass die Hardware aus China kommt, das ist grob gesagt bei ALLEN Technik-Herstellern darf Fall. Das ist längst kein Geheimnis mehr und kann demnach auch nicht gegen HP verwendet werden. Oder meinen Sie, dass Apple den Chip fürs Iphone in München herstellen lässt?

    Hinsichtlich der Treiber ist es grundsätzlich so, dass ein HP Gerät im Allgemeinen sehr gut vom Windows erkannt wird - wie es bei anderen namhaften Herstellern auch der Fall ist.
    Die Qualität manch mitgelieferter Software ist nicht immer berauschend. Hier kann man sowohl für HP und andere Hersteller immer ein negatives Beispiel finden, zumal man sich mit positiven Kommentaren über gut funktionierende Software meist zurückhält.

    Allerdings muss man sich oft auch selber an der Nase nehmen, und sich mal folgendes überlegen: ein günstiger Scanner ist um die EUR 70 zu bekommen. Damit müssen Produktionskosten, Entwicklungskosten für Software/Treiber und ggf. noch kostenloser Support abgedeckt werden. Irgendwann muss man auch als Kunde zugestehen, dass ich für mehr Qualität auch mehr zahlen muss.

    Antwort auf "Hewlet Packard"

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