Fusion: VW und Porsche verschieben Fusion
In diesem Jahr wird es keinen Zusammenschluss der beiden Autobauer geben. Als Grund nannten die Firmen rechtliche Hürden. Auch in Deutschland klagen nun Investoren.
© Johannes Eisele/Reuters

Der Produktionsvorstand von Volkswagen Michael Macht (r) mit dem Vorstandsvorsitzenden der Volkswagen AG Martin Winterkorn bei einer Konferenz in Stuttgart
Die Fusion der beiden Autobauer Volkswagen und Porsche findet nicht mehr wie geplant in diesem Jahr statt. Das teilten die Volkswagen AG und der Dachkonzern Porsche Automobil Holding SE mit. Beide Seiten hielten grundsätzlich an ihren Plänen für einen "integrierten Automobilkonzern" fest, hieß es in den Erklärungen. Klagen gegen die Porsche SE in Deutschland und den USA wegen angeblicher Marktmanipulationen im Zuge der geplanten Übernahme von VW machten es aber unmöglich, wie ursprünglich geplant bis zum 31. Dezember die erforderlichen Fusionsbeschlüsse zu fassen.
Aufgrund der "rechtlichen Hürden" sei eine "Quantifizierung der wirtschaftlichen Risiken" im Rahmen einer Verschmelzung zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht möglich, schrieb die Volkswagen AG in ihrer Erklärung. Auch der Partner Porsche teilte mit, dass sich die Unternehmen derzeit nicht darüber verständigen könnten, wie die Risiken zu bewerten seien.
Investoren klagen auch in Deutschland
VW und Porsche sehen sich nun auch in Deutschland einer Klage von Investoren gegenüber. Die Wirtschaftswoche berichtete, 41 institutionelle Investoren hätten beim Landgericht Braunschweig eine Schadensersatzklage über knapp 1,1 Milliarden Euro gegen die beiden Autobauer wegen angeblicher Manipulation des Kapitalmarkts eingereicht.
"Wir bestätigen den Eingang einer Klage einer deutschen Inkassogesellschaft", sagte ein Gerichts-Sprecher dazu. Weitere Details nannte er nicht. In den USA laufen bereits Milliarden-Klagen gegen die beiden Unternehmen.
Die Meldung über den Aufschub der Fusion setzte die Porsche-Aktien deutlich unter Druck. Bis zum Vormittag büßten die Vorzugsaktien des Sportwagenbauers 10,04 Prozent auf 39,55 Euro ein. Die VW-Vorzüge sanken um 2,41 Prozent auf 105,35 Euro und damit etwas stärker als der Dax: Der deutsche Leitindex gab zeitgleich um 1,96 Prozent nach.
Trotz dieser Probleme wollen die Autobauer an ihrer Fusion festhalten. Im anhaltenden Übernahmekampf hatten die Aufsichtsräte von VW und Porsche im Sommer 2009 einer Vereinbarung zugestimmt, die den Zusammenschluss beider Unternehmen regeln sollte. Als Wunschlösung war darin eine Verschmelzung der Porsche Automobil Holding SE mit der Volkswagen AG im Jahr 2011 vorgesehen. Die Porsche Holding vereint 50,1 Prozent der Anteile an der Porsche AG und 50,7 Prozent Anteile an VW unter ihrem Dach.
Die mögliche Variante einer Fusion hat VW jetzt verworfen. Für eine Verzögerung wie diese hatten beide Unternehmen bereits 2009 einen Notfallplan aufgestellt: Von Ende 2012 an kann VW das Porsche-Sportwagengeschäft komplett übernehmen. Bisher halten die Wolfsburger 49,9 Prozent. Der Vorteil sei, dass sich VW das komplette Porsche-Sportwagengeschäft sichern könnte, ohne die ungelösten Probleme der Porsche SE bewältigen zu müssen. Der Nachteil sei, dass diese Variante erst ab Mitte 2014 steuerfrei wäre. Beide Autobauer suchen nun nach weiteren Alternativen für eine Fusion. Über welche Ideen bereits beraten wird, darüber wollen die Konzerne noch nichts verraten.





Da sieht mir so aus, als ob hier wiedermal was zurechtgelget wird. Nicht ohne Grund dauert die Fusion solange. Damals war die Fusion schon sehr bedenklich über die Bühne gelaufen.
wenn eine familienfinanzholding mit angeschlossener autoproduktion grössenwahnsinnig werden und das geld noch grösserer mitspieler abzocken wollen. das wird noch dicke watschen geben.
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren