Betrugsskandal UBS will Investment-Banking radikal verkleinern

UBS will Tausende Stellen streichen und das Wertpapiergeschäft zurückfahren. Der mutmaßliche Verantwortliche für die Verluste ist angeklagt und sitzt in Haft.

Der Betrugsskandal bei der Schweizer Großbank UBS wird Folgen für die Sparte Investment-Banking haben: Bei der Aktionärsversammlung Mitte November würden Einschnitte bekanntgegeben, berichtete der Tages-Anzeiger unter Berufung auf Unternehmenskreise.

Es könne in diesem Zusammenhang zu "Tausenden" Entlassungen kommen. Das Wertpapiergeschäft würde deutlich zurückgefahren. Die Bank muss zudem fürchten, wegen des Betrugs in der Konzernbilanz des dritten Quartals auch insgesamt einen Verlust auszuweisen.

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Nach Angaben der Bank hatte ein in London tätiger UBS-Händler mit nicht erlaubten Geschäften zwei Milliarden Dollar verloren. Die zuständige Londoner Untersuchungsrichterin entschied, den Mann in Untersuchungshaft zu belassen. Ihm wird Betrug durch Missbrauch seiner Stellung und Bilanzbetrug vorgeworfen. Der UBS-Angestellte war in London festgenommen und von der Polizei angeklagt worden.

Infolge der Vorkommnisse könnten UBS-Chef Oswald Grübel und der Chef der Sparte Investment-Banking bald zurücktreten, heißt es weiter in dem Bericht. Analysten bestätigen diese Einschätzung. "Aufgrund der Verlustmeldung wird der Druck auf das UBS-Management steigen, das Investment-Banking deutlich zu verkleinern", sagte Bankenanalyst Andreas Venditti von der Zürcher Kantonalbank. Bereits in der Finanzkrise hatte das Wertpapiergeschäft der UBS herbe Verluste beschert.

Rating-Agenturen erwägen Herabstufung

Wegen des neuen Milliardenverlusts kündigten die Rating-Agenturen Moody's und Standard & Poor's an, die Herabstufung der Kreditwürdigkeit der UBS in Erwägung zu ziehen. Sie haben Zweifel, ob die Bank das ohnehin mit großen Risiken verbundene Investment-Banking im Griff hat. UBS sei den Beweis schuldig geblieben, dass sie nach der Finanzkrise ihr Risikomanagement gestärkt habe, erklärte Standard & Poor's.

Auch die Schweizer Bankenaufsicht Finma wird der Angelegenheit nachgehen müssen. "Wir erwarten, dass UBS unter kräftigen Druck der Aktionäre und der Finma kommen wird, ihr Investment-Banking zu überprüfen", sagten Analysten der US-Bank J. P. Morgan. Die Finma selbst teilte lediglich mit, sie stehe in engem Kontakt mit der Bank.

Innerhalb der Bank dürfte nach dem jüngsten Skandal der Druck derer zunehmen, die seit den Milliardenverlusten in der Finanzkrise dem Investment-Banking und den hohen Boni kritisch gegenüberstehen, dies aber bisher nur hinter vorgehaltener Hand äußerten. Der Bereich Vermögensverwaltung dürfe an Gewicht gewinnen, sagte der Bankenanalyst Rainer Skierka von Bank Sarasin.

Analysten wollen bisher nicht beziffern, wie groß der Stellenabbau im UBS-Investment-Banking ausfallen könnte. Die Sparte beschäftigt knapp 18.000 Mitarbeiter. Bereits angekündigt hat die Bank den Abbau von 3.500 der insgesamt rund 65.000 Stellen. Die Hälfte davon soll ohnehin auf das Investment-Banking entfallen.

 
Leser-Kommentare
  1. Zitat:
    Es könne in diesem Zusammenhang zu "Tausenden" Entlassungen kommen. Das Wertpapiergeschäft würde deutlich zurückgefahren. Die Bank muss zudem fürchten, wegen des Betrugs in der Konzernbilanz des dritten Quartals auch insgesamt einen Verlust auszuweisen.
    Zitat Ende:

    Da muß doch sofort ein Rettungsschir für die "armen" Bankster aufgespannt werden.
    Es kann doch nicht angehen, daß die Spekulanten ihre Verluste selbst tragen! [...]

    Gekürzt. Bitte argumentieren Sie sachlich und beachten Sie, dass zynische Äußerungen missverstanden werden können. Danke. Die Redaktion/wg

  2. Die mutmaßlichen Betrüger haben einen mutmaßlichen Betrüger
    aus ihren Reihen entlarvt.
    Die dunkelste Vergangenheit mit NAZI-Gold und NAZI-Geld
    hat diese Organisation wohl vergessen.

    Die Aufarbeitung wurde bis zu diesem Datum nicht vollzogen.
    Papiere welche aufschlußreichst sein könnten werden nach wie
    vor vom Schweizer Bundesarchiv unter strengstem Verschluß
    gehalten.
    Geld stinkt oftmals erbärmlich.

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    der UBS ist lang. Die sehenswerte Dokumentation "Die Akte UBS" des Schweizer Fernsehens widmet sich einem Skandal aus jüngerer Zeit: http://www.youtube.com/wa... Hinter solchen Methoden steckt eine lange Tradition!

    heißt es in folgendem Handelsblatt-Artikel: http://www.handelsblatt.c... Völlig zurecht: http://www.spiegel.de/vid...
    Aber auch andere Banken sind nicht besser: http://de.euronews.net/20...
    http://www.videoportal.sf... http://de.euronews.net/20...
    Daher: Schluss mit dem Bankstertum! Gegen den obwaltenden Lobbyismus - http://www.youtube.com/wa... http://www.videoportal.sf... sowie dieser sehenswerte Monitor-Beitrag http://www.wdr.de/tv/moni... - muss konsequent vorgegangen werden!

    der UBS ist lang. Die sehenswerte Dokumentation "Die Akte UBS" des Schweizer Fernsehens widmet sich einem Skandal aus jüngerer Zeit: http://www.youtube.com/wa... Hinter solchen Methoden steckt eine lange Tradition!

    heißt es in folgendem Handelsblatt-Artikel: http://www.handelsblatt.c... Völlig zurecht: http://www.spiegel.de/vid...
    Aber auch andere Banken sind nicht besser: http://de.euronews.net/20...
    http://www.videoportal.sf... http://de.euronews.net/20...
    Daher: Schluss mit dem Bankstertum! Gegen den obwaltenden Lobbyismus - http://www.youtube.com/wa... http://www.videoportal.sf... sowie dieser sehenswerte Monitor-Beitrag http://www.wdr.de/tv/moni... - muss konsequent vorgegangen werden!

  3. ...schützen Betrüger aus den eigenen Reihen und entlassen dafür die eigenen Angestellten. Was für ein unehrenhafter Haufen Sch.... ist das denn?! Wie wäre es, wenn die Herren in der oberen Riege selbst gehen und die unteren nachrücken lassen, evtl. wird es dann mit der Kohle - und Ehre - wieder besser! Die Schuld darf niemals Unschuldige treffen... aber wir sind ja nicht im Märchen.

  4. Aufsichtsratsvorsitzender von UBS Deutschland ist der "brutalstmögliche" Lüg..., äh Ex-Ministerpräsident Roland Koch.

  5. Entschuldigung mal, aber wie kann ein Mensch der 2003 seinen Bachelor abgeschlossen hat so viel Verantwortung bekommen, dass er 2 Milliarden(!!!!!) Dollar verzocken kann ohne dass es jemand rechtzeitig mitkriegt oder um Erlaubnis gefragt wird?

    Da liest man in anderen Zeitungen was von auf der großen Spur gelegt, Partynatur und die arme UBS, welche sich auf ihren Mitarbeiter verlassen hat. Wie verantwortungslos muss man sein, einem vergleichsweise so jungen Menschen freie Hand zu lassen ohne ausreichende Kontrollen?

    Ist die Schuld nicht eher bei der UBS zu suchen und der mutmaßliche Betrüger der Versuchung erlegen?

    Lassen sie mal 2 Milliarden Dollar in einem Safe, wo jeder aus der Bank ran kann. Was wird wohl passieren?

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    Der junge Mann war an seinem Erfolg interessiert und hat wahrscheinlich schon lange über seine Kompetenz hinaus gezockt.
    Wenn es gut geht heisst das: man stellt sich der bzw. sucht sich die Verantwortung. Es ist wohl eine Zeit lang gut gegangen und wer mit Milliarden zockt kann auch Milliarden verlieren. Aber in jedem Spiel gibt es auch Gewinner, wer waren diese ? Andere Zocker, die wahrscheinlich auch den Ihnen gesetzten Rahmen überschreiten.
    Singapur, Paris, London, eigentlich fehlt noch Frankfurt.

    Der junge Mann war an seinem Erfolg interessiert und hat wahrscheinlich schon lange über seine Kompetenz hinaus gezockt.
    Wenn es gut geht heisst das: man stellt sich der bzw. sucht sich die Verantwortung. Es ist wohl eine Zeit lang gut gegangen und wer mit Milliarden zockt kann auch Milliarden verlieren. Aber in jedem Spiel gibt es auch Gewinner, wer waren diese ? Andere Zocker, die wahrscheinlich auch den Ihnen gesetzten Rahmen überschreiten.
    Singapur, Paris, London, eigentlich fehlt noch Frankfurt.

  6. Der junge Mann war an seinem Erfolg interessiert und hat wahrscheinlich schon lange über seine Kompetenz hinaus gezockt.
    Wenn es gut geht heisst das: man stellt sich der bzw. sucht sich die Verantwortung. Es ist wohl eine Zeit lang gut gegangen und wer mit Milliarden zockt kann auch Milliarden verlieren. Aber in jedem Spiel gibt es auch Gewinner, wer waren diese ? Andere Zocker, die wahrscheinlich auch den Ihnen gesetzten Rahmen überschreiten.
    Singapur, Paris, London, eigentlich fehlt noch Frankfurt.

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  7. Der hier beschriebene Fall ist überhaupt nicht zu vegleichen mit dem Fall Jerome Kerviel, eher mit Nick Leeson.

    Jerome Kerviel war überaus qualifieziert, ein sehr guter Mathematiker mit MsC in Finance.

    Hier hat ein 31-jähriger unqualifizierter viel zu viel Verantwortung übertragen bekommen.

    DELTA 1 bedeutet, das 1% Kursänderungen auch zu 1% Änderungen bei den DELTA 1 Derivaten führen. DELTA 1 gilt als risikoarm, "wenn" der Handel korrekt und gesichert abläuft. Das war nicht der Fall.

    Es trifft wieder einmal die richtigen. Und von zocken kann keine Rede sein, ich weise nochmal daraufhin, dass selbst der Anleihenhandel riskanter ist.

    Eine Leser-Empfehlung
  8. Erstaunlich, wie ein 31jaehriger bei einer angesehenen Bank so einfach 2 Milliarden Dollar verzocken kann. Hoffentlich werden bald seine verantwortlichen Vorgesetzten inhaftiert, bis hin zum Vorstand, denn einen jungen Mann ungehindert und unueberwacht mit sehr viel echtem Geld spielen zu lassen, ist wahrhaft kriminell. Der Angeklagte tut mir leid.

    Eine Leser-Empfehlung

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  • Quelle ZEIT ONLINE, AFP, Reuters, dpa
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  • Schlagworte UBS | Finanzen | Investmentbanking | London
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