Auf dem größten deutschen Flughafen in Frankfurt am Main sind ab Ende Oktober nachts Starts und Landungen verboten. Zwischen 23 Uhr abends und fünf Uhr morgens seien planmäßige Flüge nicht zulässig, teilte der Hessische Verwaltungsgerichtshof in Kassel mit. Das Verbot gelte mit der Inbetriebnahme der neuen Landebahn.

Eineinhalb Wochen, bevor der Flughafen am 21. Oktober seine neue Landebahn einweihen wird, gab das Gericht damit den Eilanträgen von Anwohnern aus den angrenzenden Gebieten Rüsselsheim und Offenbach statt. Sie hatten sich für ein Nachtflugverbot eingesetzt. Das Verbot besteht, bis das Gericht über die Klagen für ein komplettes Nachtflugverbot entschieden hat.

Im Streit über die neue Landebahn Nordwest hatte die Landesregierung den Gegnern ursprünglich ein striktes Nachtflugverbot versprochen. Der damalige Ministerpräsident Roland Koch (CDU) wich später davon ab.

Lufthansa-Cargo befürchtet Einbußen

Lufthansa-Cargo fürchtet nach der Gerichtsentscheidung schwere Einbußen im wichtigen Weihnachtsgeschäft. "Auf jeden Fall bedeutet das für uns erhebliche wirtschaftliche Schäden", sagte ein Sprecher der Lufthansa-Tochter. Der Winterflugplan müsse binnen weniger Tage umgestrickt werden, bevor die neue Landebahn in Betrieb geht.

Im Planfeststellungsbeschluss für den Flughafenausbau waren für diese Zeitspanne insgesamt 17 Nachtflüge vorgesehen, von denen Lufthansa Cargo in diesem Winter 11 für sich beanspruchen wollte. "Die geplanten Flüge sind mit den Regierungen der Länder, in die sie führen, bereits fest koordiniert", sagte der Lufthansa-Cargo-Sprecher. Jetzt prüfe das Unternehmen alle Möglichkeiten, welche Flüge verschoben werden könnten und welche ausfallen müssten.