Der weltgrößte Computerhersteller Hewlett Packard (HP) wird nun doch am klassischen PC-Geschäft festhalten. Der US-Konzern ließ Pläne fallen, die PC-Sparte abzuspalten oder zu verkaufen. Die neue Konzernchefin Meg Whitman teilte mit, sie sei nach einer umfassenden Prüfung der strategischen, finanziellen und operativen Folgen einer Trennung von der Sparte zu dem Schluss gekommen, dass Hewlett-Packard mit dem PC-Geschäft stärker aufgestellt sei.

"HP steht zur Personal Systems Group", sagte Whitman am Firmensitz in Palo Alto in Kalifornien. "Zusammen sind wir stärker." Die Prüfung sei "klar" zugunsten der Beibehaltung der Sparte ausgefallen. Nach der Überzeugung des Managements ist das PC-Geschäft zu eng mit allen anderen Sparten verzahnt, als dass eine Trennung möglich wäre. "Es hat sich am Ende auch gezeigt, dass die Kosten für den Aufbau eines eigenständigen Unternehmens jegliche Vorteile einer Abspaltung zunichte gemacht hätten."

Der aus Deutschland stammende ehemalige Konzernchef Léo Apotheker hatte die PC-Sparte im August zur Disposition gestellt. Er wollte das Unternehmen stärker auf lukrativere Geschäftsbereiche wie Software und Dienstleistungen ausrichten. Das hatte den Börsenkurs von HP massiv einbrechen lassen. Apotheker musste das Unternehmen nach nur elf Monaten im Amt verlassen.

Whitman, die zuvor lange Jahre Chefin von eBay war, ist seit Mitte September Chefin bei HP. Von Beginn an machte sie deutlich, dass sie das PC-Geschäft behalten wolle. Vor allem Firmenkunden wollen sicher sein, dass sie beim Computerkauf auch noch in Jahren zuverlässige Wartung bekommen.

Das PC-Geschäft ist die größte Sparte im Konzern mit einem Umsatz von 29,5 Milliarden Dollar in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres. Das ist fast ein Drittel des Gesamtumsatzes von 95,1 Milliarden Dollar. Den Marktanteil im Computergeschäft konnte HP im dritten Quartal sogar noch ausbauen – auf 17,7 Prozent. Das ist weit vor Lenovo mit 13,5 Prozent und Dell mit 11,6 Prozent.