Microsoft und zwei Beteiligungsgesellschaften bereiten ein Angebot für das geschwächte Internetunternehmen Yahoo vor. Microsoft habe sich mit den Investoren Silver Lake Partners und Canada Pension Plan Investment Board zusammengetan, berichtet das Wall Street Journal unter Berufung auf informierte Personen. 20 Milliarden Dollar sind demnach als Preis für Yahoo im Gespräch.

Microsoft hatte bereits 2008 für Yahoo geboten. Mitgründer Jerry Yang wies das Angebot im Wert von mehr als 47 Milliarden Dollar damals als zu niedrig zurück und musste daraufhin wegen heftiger Kritik vieler Aktionäre gehen.

Der Yahoo-Verwaltungsrat prüft derzeit alle Optionen, darunter auch einen Verkauf des Unternehmens. Zugleich wird ein neuer Konzernlenker gesucht, nachdem die bisherige Chefin Carol Bartz Anfang September entlassen worden war. Man warf ihr vor, die Geschäftsentwicklung nicht schnell genug verbessert zu haben.

Wann eine Entscheidung fallen könnte, ließ das Unternehmen bei Vorlage der Zahlen zum dritten Quartal offen. In dem Vierteljahr waren Umsatz und Gewinn erneut zurückgegangen.

Yahoo hat bei einigen Produkten wie E-Mail bis zu 700 Millionen Nutzer. Es gelang dem Unternehmen allerdings nicht, diese hohe Zahl in entsprechend hohe Werbeeinnahmen umzumünzen. Yahoo musste bereits die eigene Suchmaschinen-Technologie aufgeben und auf Microsofts Bing umsatteln. Zuletzt litt Yahoo immer mehr unter der übermächtigen Konkurrenz von Google und Facebook.