WarenhausketteKarstadt-Eigentümer Berggruen will Kaufhof übernehmen

Karstadt-Besitzer Nicolas Berggruen will den Konkurrenten Kaufhof übernehmen. Aber auch andere Investoren haben Interessen an der Warenhauskette angemeldet. von AFP, dpa und Reuters

Karstadt-Eigner Nicolas Berggruen

Karstadt-Eigner Nicolas Berggruen  |  © Johannes Eisele/AFP/Getty Images

Karstadt-Besitzer Nicolas Berggruen hat Interesse an seinem Konkurrenten Kaufhof. Er legte dem Düsseldorfer Handelskonzern Metro, zu dem Galeria Kaufhof gehört, ein entsprechendes Angebot vor. Ein Metro-Sprecher bestätigte, der Konzern stehe derzeit in Verhandlungen mit dem US-deutschen Milliardär. Es handele sich aber um "Sondierungsgespräche, nicht konkrete Verkaufsgespräche".

Seit Jahren wird über die Zusammenlegung von Karstadt und Kaufhof zu einer „Deutschen Warenhaus AG“ spekuliert. Ursprünglich hatte Metro-Chef Eckhard Cordes, dessen Vertrag an der Spitze des Düsseldorfer Konzerns im kommenden Jahr ausläuft, eine Warenhaus-Allianz zwischen Kaufhof und Karstadt angestrebt. Doch dann hatte Berggruen den Zuschlag für Karstadt erhalten.

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Nun hat Cordes Kaufhof zur Disposition gestellt. Ein Berggruen-Sprecher wollte sich zu einem möglichen Übernahmeangebot für Kaufhof nicht äußern. Er sagte, Berggruen habe das Investment bei Karstadt immer als langfristig angesehen. Man glaube jedoch an das Geschäftsmodell Warenhaus. Berggruen hatte die insolvente Kette mit insgesamt 115 Häusern in Deutschland 2010 nach einer monatelangen Zitterpartie übernommen.

Kaufhof im Visier weiterer Investoren

Neben Berggruen gibt es noch weitere Kaufhof-Interessenten. Metro bestätigte auch Sondierungsgespräche mit der österreichischen Immobiliengruppe Signa. Hinter dieser steht nach Angaben aus Industriekreisen der griechische Milliardär und Reeder Georgios Economou, der 40 bis 50 Prozent an dem Unternehmen hält. Signa selbst hatte bereits zuvor Verhandlungen bestätigt. Dem Metro-Sprecher zufolge hat zudem auch die spanische Kaufhaus-Gruppe Corte Inglés Interesse an Kaufhof gezeigt. "Wir sind offen für Interessenten, die mit uns über die Zukunft der deutschen und europäischen Warenhaus-Landschaft sprechen", sagte ein Metro-Sprecher.

Die Gewerkschaft Verdi lehnt eine mögliche Warenhaus-Allianz von Kaufhof und Karstadt ab: "Wir sind seit langem skeptisch, was eine Warenhaus-Allianz angeht – und an dieser Skepsis hat sich auch mit Blick auf drohende Arbeitsplatz-Verluste nichts geändert", betonte der Verdi-Sprecher.

Metro sucht seit Jahren einen Käufer für Kaufhof, obwohl die Warenhäuser gewinnbringend sind. Kaufhof hat 139 Filialen, für das Unternehmen arbeiten rund 20.000 Menschen. Die Galeria Kaufhof GmbH ist neben Karstadt das älteste und traditionsreichste Warenhaus in Deutschland. Einem Bericht des Handelsblatt zufolge soll über den möglichen Verkauf bis Weihnachten entschieden werden.

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Leserkommentare
    • bophs
    • 16. Juli 2012 19:41 Uhr

    ...oh ja Arbeitsplatzsicherheit. Merkel rettet Opel und die anderen Politiker Quellen.

    Ihhhihihihi! Dieses Dreckseuropa wird endlich verrecken, Ihr scheiss parasitären Beamtenpisser! Ihr werdet doch alle Verrecken, wenn die Arbeiter Euch nicht mehr pampern..

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  • Quelle ZEIT ONLINE, AFP, dpa, Reuters
  • Schlagworte Karstadt | Kaufhof | Eckhard Cordes | Ver.di | Unternehmen | Vertrag
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