EnergiewendeDas Stromnetz als lukrative Anlage
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Der Übertragungsnetzbetreiber hält sich noch bedeckt

Der Übertragungsnetzbetreiber Tennet, der im Norden Deutschlands den Ausbau des Stromnetzes mit der höchsten Spannung (380 kv) voran treibt, verfolgt das Thema mit Zurückhaltung. Schon in vier Jahren will er mit den Bauarbeiten für die sogenannte Westtrasse beginnen, eine Stromautobahn an der Westküste.

"Wir finden die Idee Bürgernetz interessant", sagt ein Tennet-Sprecher. "Das Problem ist aber der Zeitplan. So viele Details sind noch unklar, dass es bei der Westtrasse so kurzfristig wohl nicht realisierbar ist." Noch hat noch nicht einmal das Genehmigungsverfahren begonnen, das üblicherweise mehrere Jahre dauert.

Dass Tennet sich noch bedeckt hält, mag auch an den Renditekalkulationen liegen. Die Bundesnetzagentur reguliert die Netzrenditen und hat kürzlich bekannt gegeben, dass die Stromnetzbetreiber künftig mit rund neun Prozent Eigenkapitalrendite rechnen können.

Die Bürger würden ein Mitspracherecht fordern

Käme das Bürgernetz, müsste Tennet sich diese Erlöse teilen. Das gilt sogar dann, wenn der Übertragungsnetzbetreiber die Mehrheit an der Gesellschaft hielte und die Bürger in der Minderheit wären. Die neuen Investoren würden sicherlich ein Mitspracherecht fordern, glaubt Lührs. "Da hält sich das Interesse der Stromnetzbetreiber in Grenzen".

Zumal sie den Bürgern eine Rendite zwischen vier und fünf Prozent zahlen müssten, damit es für diese lukrativ wäre, weil es dann deutlich mehr gebe als auf einem Sparbuch. Lührs gibt zu bedenken, dass es für die Stromnetzbetreiber günstiger wäre, sich ausschließlich am Bankenmarkt zu finanzieren.

Ob Banken und Finanzinvestoren allerdings so interessiert sind wie die Bürger? Dass die Menschen mitmachen wollen, zeigte kürzlich eine Regionalkonferenz in Dithmarschen zum Stromnetzausbau. "Ich sehe keine Probleme, hier in der Region 180 Millionen Euro einzusammeln, wenn sich die Bürger dafür an einem profitablen Geschäft beteiligen können", sagt Bürgermeister Willi Köster aus Linden.

Die Offenheit der Menschen überrascht kaum. Für sie ist die Energiewende schon seit Jahren ein gutes Geschäft. Allein im Landkreis Nordfriesland sind 90 Prozent aller Windenergieanlagen in der Hand von Bürgern . "Schleswig-Holstein ist prädestiniert für Bürgernetze", sagt Lührs.

 
Leserkommentare
  1. Aber privat ohne Risiko geht mal gar nicht.

    Wieso? Geht doch bei Atomkraftwerken auch.

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    • TDU
    • 21.11.2011 um 14:31 Uhr

    Also das eine durch den Staat getragene System ersetzen durhc ein anderes staatsgetragenes System? Unndcihst wird günstiger? Es auch ein Sache der Liquidität. Zahle ich die Entsorgungskosten umgelegt auf dreissig Jahre, ist das was anders als die monatliche Belastung für Renditen von 9%.
    Und jetzt sind für 2012 schon Preissteigerungen für Stro, von 4% avisiert. Wenn ihnen das egal sein kann, neidlosen Glückwunsch.

    • TDU
    • 21.11.2011 um 14:31 Uhr

    Also das eine durch den Staat getragene System ersetzen durhc ein anderes staatsgetragenes System? Unndcihst wird günstiger? Es auch ein Sache der Liquidität. Zahle ich die Entsorgungskosten umgelegt auf dreissig Jahre, ist das was anders als die monatliche Belastung für Renditen von 9%.
    Und jetzt sind für 2012 schon Preissteigerungen für Stro, von 4% avisiert. Wenn ihnen das egal sein kann, neidlosen Glückwunsch.

    • serins
    • 21.11.2011 um 12:57 Uhr

    Investitionskostenrechnung und Grundlagen der BWL beschäftigen.
    Ihre Artikel zu EE in Ehren, aber da scheint es in fast allen Artikeln leichte Defizite zu geben.

    Sicher haben sie Recht, dass aus der Vergangenheit nicht auf die Zukunft geschlossen werden kann. Sieht man besonders gut an den s.g. EE Fonds und der EE Industrie im Allgemeinen.
    Aufhören sollte man jedoch bei diesem Satz "Der Charme ist: Die Bürger werden an den Netzerlösen beteiligt", sagt Grundmann. "Sie sichern sich so ihre Altersvorsorge."

    Das ist imho das Totschlagargument schlechthin, und da kommen sie wieder richtig ins Spiel. Die Kosten für Wartung, Unterhalt und notwendige Neubauten werden anscheinend wieder vollkommen ausgeblendet, oder wie in der Vergangenheit zu optimistisch kalkuliert (http://www.manager-magazi...).
    Auch die entstehenden Unsicherheiten, was passiert, wenn einige Bürgernetze in dem entstehenden Cluster aufgrund von Streitigkeiten oder finanziellen Unregelmäßigkeiten zusammenbrechen. Wer übernimmt dann die Kosten, wie wirkt sich das aus? Was passiet wenn sich aufgrund der Lohnentwicklungen in Europa und Deutschland im Besonderen, die angestrebten Einnahmen nicht mehr erzielen lassen.
    Im Zusammenhang mit sicheren Investitionen im EE Bereich, zähle das Netz mal mit dazu, ist ein Blick zurück vielleicht nicht das Verkehrteste.

  2. Sicherlich, neun Prozent Rendite klingt attraktiv. Allerdings haben die Stromnetzbetreiber zukünftig auch immense Kosten zu stemmen, [...]

    Mit der Rendite werden aber keine Investitionen bezahlt, sondern man bezahlt damit das Geld, das man für die Investitionen benötigt.

    Energieversorger bitten Investoren um Geld, also einen Kredit. Die Gläubiger wollen natürlich Zinsen haben und die fallen in Höhe der Rendite aus.

    Der Haken an der Sache ist, dass international agierende Gläubiger ihr Geld am liebensten dort hin geben, wo die höchste Rendite versprochen wird. Derzeit ist das zum Beispiel die USA, wo der Investor eine deutlich höhere Rendite in der Energieversorgungsbranche bekommt als in Deutschland. Denkbar ist auch, dass das Geld in ganz andere Branchen fließt.

    Wenn die Rendite zu niedrig ausfällt, dann gibt es kein Geld mit der man die Investitionen bezahlen könnte. Dann muss man selbst Geld zurücklegen und das kommt einem Unternehmen bzw. den Kunden teuerer zu stehen, denn Geld das herumliegt verliert an Wert. Das Unternehmen müsste die Ansparungen irgendwo anlegen, wo eine Rendite versprochen wird, damit der Wert erhalten bleibt. - Ein Teufelskreis.

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    • TDU
    • 21.11.2011 um 15:00 Uhr

    Vertrauen Sie einer versprochenen Rendite? Sicher nicht. Sie wollen das Konzept, die Berechnungen und die Wahrscheinlichkeit des Eintretens. Oder man hat so viel Geld und vor allen Dingen kann nachkaufen, dass man wirklich Verluste einkalkulieren können.

    Momentan ist die Konzeptionsphase. Und Nachfragen blockieren mit dem Hinweis auf die Rendite? Mit mir nicht.

    Im übrigen ist nicht alles im Dax, was so Anlegergestützt auf dem Markt ist. Diese Unternehmen machen 0,2% des Aktienmarktes aus. Natürlich ist das Renomee und der Verdienst größer. Aber nicht unbedingt für die Anleger.

    Zumindest mein Tafelsilber würde ich dem freien internationalen Kapitalmarkt nicht unterwerfen. Vertrauen wir doch unserer Arbeitskraft, unseren Ideen und unsere Solidarität und machen uns zumindest vom Ausland nicht abhängig. Alles redet doch von sozialverträglichem und solidarischem Wirtschaften. Zumindest im Feuilleton und in den Talk Shows. Winkt die Rendite wird schon eine Begründung für mehr gefunden werden. Und das nicht nur bei den "Managern".

    • TDU
    • 21.11.2011 um 15:00 Uhr

    Vertrauen Sie einer versprochenen Rendite? Sicher nicht. Sie wollen das Konzept, die Berechnungen und die Wahrscheinlichkeit des Eintretens. Oder man hat so viel Geld und vor allen Dingen kann nachkaufen, dass man wirklich Verluste einkalkulieren können.

    Momentan ist die Konzeptionsphase. Und Nachfragen blockieren mit dem Hinweis auf die Rendite? Mit mir nicht.

    Im übrigen ist nicht alles im Dax, was so Anlegergestützt auf dem Markt ist. Diese Unternehmen machen 0,2% des Aktienmarktes aus. Natürlich ist das Renomee und der Verdienst größer. Aber nicht unbedingt für die Anleger.

    Zumindest mein Tafelsilber würde ich dem freien internationalen Kapitalmarkt nicht unterwerfen. Vertrauen wir doch unserer Arbeitskraft, unseren Ideen und unsere Solidarität und machen uns zumindest vom Ausland nicht abhängig. Alles redet doch von sozialverträglichem und solidarischem Wirtschaften. Zumindest im Feuilleton und in den Talk Shows. Winkt die Rendite wird schon eine Begründung für mehr gefunden werden. Und das nicht nur bei den "Managern".

  3. Und nun soll der Bürger wieder einmal dafür zahlen. Die anleger sollten sich bewusst sein, dass die nur in Fonds/bzw. "Versprechen" investieren.

    Wer den Finanzkapitalismus versteht, der weiss, wie man die kleinen Fische vom Baum schüttelt...

    Gewinne privatisieren, Verluste sozialisieren.

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    • TDU
    • 21.11.2011 um 14:25 Uhr

    Nichts dagegen aber marktübliche 4 % sollten auch reichen. Und natürlich alles ohne Subventionen. Als Nichtanleger zahlt man jetzt schon genug von den Renditen, von denen Kleinverdiener gar nichts hat bzw. nur die Kosten trägt.

    • TDU
    • 21.11.2011 um 14:31 Uhr

    Also das eine durch den Staat getragene System ersetzen durhc ein anderes staatsgetragenes System? Unndcihst wird günstiger? Es auch ein Sache der Liquidität. Zahle ich die Entsorgungskosten umgelegt auf dreissig Jahre, ist das was anders als die monatliche Belastung für Renditen von 9%.
    Und jetzt sind für 2012 schon Preissteigerungen für Stro, von 4% avisiert. Wenn ihnen das egal sein kann, neidlosen Glückwunsch.

    • TDU
    • 21.11.2011 um 14:40 Uhr

    Komisch, dass man sich so vehement gegen den Börsengang der Bahn ausgesprochen hat. Nicht anderes ist dieses Modell, wenn es nicht zusätzlich subventioniert wird.

    Man könnte natürlich auch Genossenschaften gründen. Für Kitas, Strassen, Müll und alle möglichen anderen Gegenständen der Daseinsvorsorge. Geld aus Bürgerhand wäre genug da.

    Was hier verkauft werden soll, ist als Modell doch uralt. Und wenn man Uraltes plötzlich empfiehlt, frage ich mich immer, wer am meisten davon hat, und wer welche Kosten tragen soll, und wer welche Kosten nicht tragen will.

    • huhi
    • 21.11.2011 um 14:47 Uhr

    Frau Uken untertitelt:
    "Wie überzeugt man Bürger von neuen Stromleitungen? Indem man sie ähnlich wie bei Bürgerwindparks finanziell beteiligt."

    Eine verführerische - um nicht zu sagen unlautere - Überschrift.

    Denn es werden nicht "sie", die "Bürger" beteiligt, wie Frau Uken in vermeldet! Sondern finanzstarke Bürger.
    Der Staat garantiert diese Renditen über das EEG!

    Bezahlt werden diese Renditen von allen Bürgern!
    Es ist also eine staatlich garantierte Umverteilung von unten nach oben!
    Dasselbe gilt natürlich für die Windparks!

    Revolutionär, in der Tat!

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    • TDU
    • 21.11.2011 um 15:12 Uhr

    Klar. Gehts ums Geben, gibts Patienten, Rentner Sozialhilfeempfäger usw. Gehts ums Nehmen wird aus dem gierigen Anleger, dem Spekulanten, demjenigen, der Geld zuviel hat was? Ein Bürger. Dieser Bürgerbegriff ist in der tat neu. Er orientiert sich ausschliesslich am Geld. Handwerk, Fähigkeiten, Einsatz spielt nur eine Rolle wenn auch genug Geld vorhanden ist. Der kleine aber feine ist ein Auslaufmodell.

    • TDU
    • 21.11.2011 um 15:12 Uhr

    Klar. Gehts ums Geben, gibts Patienten, Rentner Sozialhilfeempfäger usw. Gehts ums Nehmen wird aus dem gierigen Anleger, dem Spekulanten, demjenigen, der Geld zuviel hat was? Ein Bürger. Dieser Bürgerbegriff ist in der tat neu. Er orientiert sich ausschliesslich am Geld. Handwerk, Fähigkeiten, Einsatz spielt nur eine Rolle wenn auch genug Geld vorhanden ist. Der kleine aber feine ist ein Auslaufmodell.

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