MilliardenfehlerSchäuble lehnt Konsequenzen nach HRE-Panne ab

Der Bilanzfehler bei der Bad Bank der HRE kostet niemanden den Job. Der Finanzminister verspricht nur, Derartiges werde sich nicht wiederholen. Der SPD reicht das nicht.

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble

Der Bilanzierungsfehler von 55,5 Milliarden Euro bei der Bad Bank der verstaatlichten früheren Hypo Real Estate (HRE) hat keine personellen Konsequenzen. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) räumte nach einem Krisengespräch mit allen Beteiligten Kommunikationsprobleme ein.

Sein Verständnis sei aber nicht, dass nun personelle Opfer gebracht werden müssten. Im Mittelpunkt stünden die Aufklärung des Sachverhalts und bessere Strukturen, damit sich so etwas nicht wiederhole. "Alle Beteiligten haben Besserung gelobt", sagte Schäuble.

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Der Fall sei inzwischen weitestgehend aufgeklärt. Zusätzlich soll nun aber die Bundesbank innerhalb von zwei Wochen Vorschläge machen, wie Zusammenarbeit und Aufsicht bei der HRE-Bad-Bank verbessert werden können.

Vorwürfe der Opposition, sein Haus habe Informationen über die Bilanzierungspanne zurückgehalten, wies Schäuble zurück. Das Ministerium habe zum frühest möglichen Zeitpunkt – am 13. Oktober – umfassend informiert. "Das ist der Tag, an dem wir mit Sicherheit wussten, auch in der Größenordnung, dass es diesen großen Korrekturbedarf gibt", erklärte der Finanzminister.

SPD spricht von "Fortsetzung der Vertuschung"

Die SPD gab sich damit nicht zufrieden. "Die Aufklärung von Schäuble ist keine Aufklärung. Das ist eine Fortsetzung der Vertuschung", sagte Fraktionsgeschäftsführer Thomas Oppermann. "Es kann nicht sein, dass niemand für den Fehler von 55,5 Milliarden Euro verantwortlich ist." Schäuble habe immer noch nicht glaubwürdig erklärt, warum er den Bundestag bereits über die um diese Summe reduzierte Staatsschuld unterrichtet habe, als er angeblich noch gar nicht von den gigantischen Fehlbuchungen gewusst habe. "Herr Schäuble hat noch viel zu erklären", sagte Oppermann.

Schäuble schilderte, Kern der "ziemlich ärgerlichen Geschichte" sei ein Missverständnis bei der Bilanzierung zwischen HRE und der Bad Bank FMS-Wertmanagement gewesen. Beide hätten jeweils voneinander geglaubt, die betreffenden Milliardensummen seien schon abschließend in den Bilanzen verrechnet gewesen. Die Darstellung, die Grundrechenarten Plus und Minus seien schlicht verwechselt worden, sei aber falsch.

Leserkommentare
  1. Entfernt. Bitte achten Sie auf einen angemessenen Ton. Danke. Die Redaktion/sc

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    Da haben Sie leider Recht. Deutschland ist ein Land, in dem Klassenjustiz etwas völlig Normales ist.

    Da haben Sie leider Recht. Deutschland ist ein Land, in dem Klassenjustiz etwas völlig Normales ist.

  2. ...ob as diesem Buchungsfehler Kosten entstanden sind, z.B. für Zinszahlungen. Falls ja, ist es umso gravierender, dass hier niemand zur Rechenschaft gezogen wird. Wozu beschäftigt man hier noch Wirtschaftsprüfer? Wieviel haben die als Honorar bekommen (ich glaube, ich will es lieber doch nicht wissen)? Der Wirtschaftsprüfer sollte auf Schadenseratz verklagt werden, die Verantworltichen in der Bank sollten zumindest abgemahnt und vorsorglich versetzt werden.

    Ich will auch nicht jedesmal dasselbe tote Pferd in Feld reiten, aber wir reden hier über 42.307.692.308 Pfandbons.

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    Genau das habe ich mich (als Buchhalter) auch gefragt.

    Wahrscheinlich werden alle Zinsforderungen von tatsächlichen oder angenommenen Gläubigern einfach ausbezahlt. Ist ja eh egal, kostet nur Steuergeld.

    Genau das habe ich mich (als Buchhalter) auch gefragt.

    Wahrscheinlich werden alle Zinsforderungen von tatsächlichen oder angenommenen Gläubigern einfach ausbezahlt. Ist ja eh egal, kostet nur Steuergeld.

  3. Meine Herren, das ist echt ein starkes Stück.
    Und andere werden gefeuert, weil sie einen 1,30 Euro-Pfandbon falsch abgerechnet haben...
    Der Kopf tut einem schon weh vom Schütteln in letzter Zeit.

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    Im öff. Dienst geht das ganz anders!
    .
    Da gibt es einen Eintrag in die Personalakte, das verzögert die nächster Beförderung um 4 Wochen(muss ja alles gelesen werden), dann bei der Weihnachtsfreier im BMI 3 Plätze weiter runter am Tisch (ein massiver Ansehensverlust) und der Chef unterschreibt den Check über den Bonus nicht mehr "Mit aussergewöhnlichem freundlichem Gruss!" sondern nur noch "Mit freundlichem Gruss!"
    (Das grenzt schon fast an Mobbing)
    .
    Mit solchen Kleinigkeiten wie in der Privatwirtschaft wie z.B. Fristlose Kündigung, Haftung, Versetzung auf einen untergeordneten Job... gibt man sich doch gar nicht mehr ab.
    .
    In Schäubles Geschäftsbereich geht das hart zur Sache!
    .
    Gruss
    Sikasuu
    .
    Ps. Wie hieß noch einmal der letzte Pressesprecher des BFI?

    Im öff. Dienst geht das ganz anders!
    .
    Da gibt es einen Eintrag in die Personalakte, das verzögert die nächster Beförderung um 4 Wochen(muss ja alles gelesen werden), dann bei der Weihnachtsfreier im BMI 3 Plätze weiter runter am Tisch (ein massiver Ansehensverlust) und der Chef unterschreibt den Check über den Bonus nicht mehr "Mit aussergewöhnlichem freundlichem Gruss!" sondern nur noch "Mit freundlichem Gruss!"
    (Das grenzt schon fast an Mobbing)
    .
    Mit solchen Kleinigkeiten wie in der Privatwirtschaft wie z.B. Fristlose Kündigung, Haftung, Versetzung auf einen untergeordneten Job... gibt man sich doch gar nicht mehr ab.
    .
    In Schäubles Geschäftsbereich geht das hart zur Sache!
    .
    Gruss
    Sikasuu
    .
    Ps. Wie hieß noch einmal der letzte Pressesprecher des BFI?

  4. Eine Kollegin hatte für die Arbeitsagentur ein Formular falsch ausgefüllt. Sie hatte das Datum verwechselt. Nach Rückfrage hat sie berichtigt.
    Nun kam es zur Einleitung eines Ermittlungsverfahrens gegen mich und Androhung von 2000 € Strafe.
    Genauso ist es passiert, nichts anderes, betrügerisches ...

    Es geht vielleicht um 1000 € "Sachwert".

    Woanders dürfen Milliarden falsch verbucht werden, und es heißt nur : Fehler können passieren.

    Das ist ein Beispiel für den Zustand unseres Rechtsstaates 2011.

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  5. Da haben Sie leider Recht. Deutschland ist ein Land, in dem Klassenjustiz etwas völlig Normales ist.

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    • BerndL
    • 02.11.2011 um 18:11 Uhr

    Oder hat jemand ernsthaft mit Konsequenzen gerechnet?
    Es waren ja schließlich keine Pfandbons.

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  6. Genau das habe ich mich (als Buchhalter) auch gefragt.

    Wahrscheinlich werden alle Zinsforderungen von tatsächlichen oder angenommenen Gläubigern einfach ausbezahlt. Ist ja eh egal, kostet nur Steuergeld.

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  7. Zwar bin ich politisch sicher nicht an Schäubles Seite, trotzdem sehe ich hierin keine Grundlage für einen etwaigen Rücktritt des Finanzministers - schließlich rechnet der derlei Dinge nicht selbst aus! Allerdings sollte schon erkennbar sein, dass nun Maßnahmen ergriffen werden, die zu einer besseren Kontrolle der Funktionsträger vor Ort führen!

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    Gute kann ich mich noch an die Situation erinnern, als ein Mitarbeiter Schäubles bei einer Pressekonferenz Kopien nicht an die Journalisten verteilt hatte.

    Schäuble hat ihn in jähzorniger Art und Weise vor allen Versammelten zur Sau gemacht, weil sein Auftrag nicht in seinem Sinn ausgeführt wurde.

    Aber anscheinend haben die Leiter der FMS Wertmanagement von Schäuble keinen Auftrag, die Bank ordentlich zu führen. Ab einer gewissen Summe kann man sich in unserem Land alles leisten. Und Schäuble ist einer der Schlimmsten von allen.

    Herr Schäuble ist nicht der richtige Adressat? Wer denn sonst? - Aufsichtspflicht verletzt!
    - Öffentlichkeit zu spät informiert!
    - Verantwortliche nicht zur Rechenschaft gezogen!
    Sie erinnern sich noch, wie Schäuble als Führungskraft auch sein kann?
    http://www.youtube.com/wa...

    Angesichts dieses Videos und der freundlichen Äußerungen des Herrn Ministers lassen wir uns mal die aktuellen Äußerungen auf der Zunge zergehen: "ziemlich ärgerliche Geschichte", Plus und Minus seien schlicht verwechselt worden, ...

    Dieser Mann hat jegliches Maß verloren! Wenn man seine Reaktion auf diese beiden Vorfälle vergleicht, dann MUSS man zwangsläufig zu dem Schluss kommen, dass mit seiner Urteilsfähigkeit etwas ganz arg nicht in Ordnung ist. So jemand will ich nicht in solchen Krisenzeiten am Hebel wissen!

    Gute kann ich mich noch an die Situation erinnern, als ein Mitarbeiter Schäubles bei einer Pressekonferenz Kopien nicht an die Journalisten verteilt hatte.

    Schäuble hat ihn in jähzorniger Art und Weise vor allen Versammelten zur Sau gemacht, weil sein Auftrag nicht in seinem Sinn ausgeführt wurde.

    Aber anscheinend haben die Leiter der FMS Wertmanagement von Schäuble keinen Auftrag, die Bank ordentlich zu führen. Ab einer gewissen Summe kann man sich in unserem Land alles leisten. Und Schäuble ist einer der Schlimmsten von allen.

    Herr Schäuble ist nicht der richtige Adressat? Wer denn sonst? - Aufsichtspflicht verletzt!
    - Öffentlichkeit zu spät informiert!
    - Verantwortliche nicht zur Rechenschaft gezogen!
    Sie erinnern sich noch, wie Schäuble als Führungskraft auch sein kann?
    http://www.youtube.com/wa...

    Angesichts dieses Videos und der freundlichen Äußerungen des Herrn Ministers lassen wir uns mal die aktuellen Äußerungen auf der Zunge zergehen: "ziemlich ärgerliche Geschichte", Plus und Minus seien schlicht verwechselt worden, ...

    Dieser Mann hat jegliches Maß verloren! Wenn man seine Reaktion auf diese beiden Vorfälle vergleicht, dann MUSS man zwangsläufig zu dem Schluss kommen, dass mit seiner Urteilsfähigkeit etwas ganz arg nicht in Ordnung ist. So jemand will ich nicht in solchen Krisenzeiten am Hebel wissen!

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