Ein Deutscher rückt überraschend an die Spitze des BlackBerry-Herstellers Research in Motion (RIM). Der frühere Siemens-Manager Thorsten Heins löst mit sofortiger Wirkung das zuletzt in die Kritik geratene Führungsduo Mike Lazaridis und Jim Balsillie ab, teilte das Unternehmen mit. Investoren hatten einen Wechsel an der Spitze des Konzerns gefordert.

Damit endet eine Ära: Lazaridis und Balsillie hatten nicht nur RIM groß gemacht, sie hatten auch maßgeblichen Anteil daran, dass das Smartphone als solches populär geworden ist. Mit dem Aufstieg von Apples iPhone und später der Android-Smartphones verlor das Unternehmen jedoch seine Stellung.



In den vergangenen Monaten war immer wieder über eine Übernahme des Unternehmens spekuliert worden. Innerhalb eines Jahres ist der Wert von RIM an der New Yorker Börse um 73 Prozent zurückgegangen, Ex-Chef Balsillie beteuerte aber im Wall Street Journal , der Führungswechsel hänge nicht damit zusammen.

71 Prozent weniger als im Vorjahresquartal verdient

Nach der Vorstellung der letzten Quartalszahlen im Dezember hatten die Hauptaktionäre der Firma allerdings die Doppelspitze des Konzerns kritisiert und einen Führungswechsel gefordert. RIM hatte einräumen müssen, im abgelaufenen Geschäftsquartal bis 26. November 71 Prozent weniger als im Vorjahresquartal verdient zu haben.

"Es gibt eine Zeit in der Entwicklung eines jeden Unternehmens, wo die Gründer die Notwendigkeit erkennen müssen, den Stab an eine neue Führung weiterzureichen", sagte Mitgründer Lazaridis. Er zieht sich auf den Posten des stellvertretenden Verwaltungsratschefs zurück. Balsillie, der später zu RIM dazugestoßen war, wird einfaches Mitglied des Kontrollgremiums.