Banken Commerzbank kann Kapitallücke ohne Staatshilfe schließen

Die Commerzbank rechnet damit, ihre Kapitallücke in Milliardenhöhe selbst schließen zu können. Erneute Staatshilfe will die Bank um jeden Preis verhindern.

Die Commerzbank kann ihre Eigenkapital-Lücke von 5,3 Milliarden Euro nach Einschätzung des Vorstands aus eigener Kraft schließen. Die Bank teilte mit, sie habe bereits im November "umfassende Maßnahmen" zur Kapitalstärkung eingeleitet. Damit könne sogar mehr Kapital freigesetzt werden als gefordert, nämlich 6,3 Milliarden Euro. Damit werde sie zum 30. Juni eine Quote von mehr als elf Prozent erreichen.

Allerdings stehe diese Planung "unter dem Vorbehalt keiner weiteren Verschlechterung der volkswirtschaftlichen Rahmenbedingung und auch keiner weiteren Verschärfung der Staatsschuldenkrise", teilte die Bank mit.

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Die Europäische Bankenaufsicht (EBA) hat für die Commerzbank einen Bedarf von 5,3 Milliarden Euro errechnet, den das Institut braucht, um die geforderte Quote von neun Prozent harten Kernkapitals zu erreichen. Diese Auflage bekamen 71 Banken in der EU. Dies ist ein Schritt, der sie besser gegen Risiken wie etwa den Ausfall von Staatspapieren wappnen soll.

Blessing will weg von den Staatshilfen

In den vergangenen Wochen war immer wieder spekuliert worden, der Staat müsse der Commerzbank bei der Erfüllung dieser Auflage helfen. Der Staat ist seit 2009 bereits mit 25 Prozent plus einer Aktie an der Commerzbank beteiligt. Weitere staatliche Hilfe hatte Commerzbank-Chef Martin Blessing strikt ausgeschlossen.

Von den verlangten 5,3 Milliarden Euro Kapital hatte die Bank eigenen Angaben zufolge rund 3,0 Milliarden Euro bereits Ende des vergangenen Jahres beisammen. In den ersten beiden Quartalen dieses Jahres soll dann der Rest von 3,3 Milliarden Euro zusammenkommen. Dafür will die Bank auch in den ersten sechs Monaten Gewinne einbehalten, Risiken abbauen sowie Sonderzahlungen an Beschäftigte nicht in Geld, sondern Aktien vergüten. Zudem will sie weiter Kosten einsparen.

Die Bundesregierung lobte die Pläne zwar, äußerte sich aber zurückhaltend. "Nun müssen die vorgelegten Pläne zunächst aufsichtlich geprüft werden", teilte das Finanzministerium mit.

Positive Signale für die Commerzbank kamen aus Brüssel: Die Europäische Kommission bestehe nicht mehr darauf, dass die Commerzbank ihre Immobilien- und Staatsfinanzierungstochter Eurohypo bis Ende 2014 verkaufen muss, berichtete das Handelsblatt. Dies war die Auflage wegen der staatlichen Hilfe 2009 gewesen. Die Commerzbank dürfe wohl einen kleinen Teil der Eurohypo integrieren und den Rest abwickeln, berichtete das Blatt. Die Kommission werde auch nicht verlangen, dass die Commerzbank ihre Online-Tochter Comdirect oder die polnische BRE Bank verkauft.

An der Börse in Frankfurt am Main sprang der Kurs der Commerzbank bis Mittag um mehr als zwölf Prozent nach oben.

 
Leser-Kommentare
  1. Überraschung gut - im Guten wie im Schlechten.

  2. 2. Nanu,

    heute keine Banken-Basher unterwegs? ;-)
    Bitte beteiligen Sie sich konstruktiv. Danke, die Redaktion/se

  3. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass die Commerzbank die Kurve kriegt. Die Commerzbank wird ihre Kernaktivitäten weiter ausbauen um ihre Position im deutschen Markt zu festigen. Die Commerzbank hatte in den ersten 9 Monaten 2011 ganze 3 Mrd. Euro vor Steuern verdient. Schon 2,6 Mrd. Euro Staatsanleihen wurden für die europäischen Peripherieländer wie Griechenland abgeschrieben.

    Die Commerzbank wird als systemrelevant eingestuft, was wiederum für Sicherheit bei der Commerzbank sorgt. Immerhin hält der Bund 25% der Commerzbankaktien. Langfristig sehe ich die Aktie der Commerzbank auf 25 Euro steigen. Der Aktienwert spiegelt den Zustand eines Unternehmens sehr genau wieder.

    Am 22.03.2000 ging es der Commerzbank sehr gut, der Aktienwert der Commerzbank lag bei 35,44 Euro. Danach knickte die Aktie ein. Am 09.05.2007 stieg diese Aktie wieder bis auf 30,02 Euro hoch.
    Den traurigen Tiefstand erlebte diese Aktie am 22.11.2011 mit einem kläglichen Aktienwert von etwa 1,15 Euro. In dieser Zeit fielen auch die gewaltigen Abschreibungen an.

    Für die Commerzbank geht jetzt die Sonne am Horizont auf. Das Unternehmen hat sich perfekt auf die Marktentwicklung eingestellt, deshalb sehe ich ebenfalls keine Notwendigkeit für eine staatliche Unterstützung. Die Commerzbank wird die Kapitallücke allein ohne staatliche Hilfe d a r ü b e r hinaus locker schließen können.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Warten wir mal ab, wie sich die CoBa entwickelt und welche bilanztechnischen Klimmzüge zur Darstellung des notwendigen Kapitals gemacht werden müssen.
    "Rechnet, will, vermutet, überlegt ..." - alles Spekulationen. Der Text mutet vom ersten bis zum letzten Satz wie eine euphorisch vorgetragene Börsenmeldung an, die von einem CoBa-Pressesprecher formuliert wurde und von einem der üblich verdächtigen "Börsen-Moderatoren" verkündet wird.
    Im Ankündigen -wie im Schreiben- sind Großbanken stark. Das "dicke Ende" folgt meist nach Durchleuchtung der Zahlen. Schäuble wird die Schwimmwesten bereits in Griffweite haben, um sie dem wiederum in den Brunnen gefallenen Systemrelevanzkind nachwerfen zu können.

    Warten wir mal ab, wie sich die CoBa entwickelt und welche bilanztechnischen Klimmzüge zur Darstellung des notwendigen Kapitals gemacht werden müssen.
    "Rechnet, will, vermutet, überlegt ..." - alles Spekulationen. Der Text mutet vom ersten bis zum letzten Satz wie eine euphorisch vorgetragene Börsenmeldung an, die von einem CoBa-Pressesprecher formuliert wurde und von einem der üblich verdächtigen "Börsen-Moderatoren" verkündet wird.
    Im Ankündigen -wie im Schreiben- sind Großbanken stark. Das "dicke Ende" folgt meist nach Durchleuchtung der Zahlen. Schäuble wird die Schwimmwesten bereits in Griffweite haben, um sie dem wiederum in den Brunnen gefallenen Systemrelevanzkind nachwerfen zu können.

    • wshbcn
    • 19.01.2012 um 21:52 Uhr

    Überschrift:
    Commerzbank kann Kapitallücke schließen
    Untertitel:
    Commerzbank rechnet damit, ihre Kapitallücke in Milliardenhöhe selbst schließen zu können

    Treffender kann man die Glaubwürdigkeit des Bankensystems eigentlich nicht beschreiben.

    Eine Leser-Empfehlung
  4. Warten wir mal ab, wie sich die CoBa entwickelt und welche bilanztechnischen Klimmzüge zur Darstellung des notwendigen Kapitals gemacht werden müssen.
    "Rechnet, will, vermutet, überlegt ..." - alles Spekulationen. Der Text mutet vom ersten bis zum letzten Satz wie eine euphorisch vorgetragene Börsenmeldung an, die von einem CoBa-Pressesprecher formuliert wurde und von einem der üblich verdächtigen "Börsen-Moderatoren" verkündet wird.
    Im Ankündigen -wie im Schreiben- sind Großbanken stark. Das "dicke Ende" folgt meist nach Durchleuchtung der Zahlen. Schäuble wird die Schwimmwesten bereits in Griffweite haben, um sie dem wiederum in den Brunnen gefallenen Systemrelevanzkind nachwerfen zu können.

    Eine Leser-Empfehlung
  5. Ich traue Herrn Blessing und seinem Stab schon zu, dass er keine Luftblasen schiebt, sondern genau gerechnet hat. Wenn die Bank das Problem mit der Eurohypo schafft, ist die Commerzbank aus dem Schneider. Da ist Professionalität gefragt und die traue ich Herrn Blessing und seinem Stab zu.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, AFP, Reuters
  • Kommentare 6
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  • Schlagworte Unternehmenskapital | Bank | Bankenrettung | Finanzmarkt | Staatsfinanzen
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