Luftfahrtkonzern Deutscher Top-Manager Enders wird EADS-Chef

Thomas Enders legte als Chef von EADS-Tochter Airbus glänzende Bilanzen vor. Jetzt steigt er an die Spitze des Mutterkonzerns – gegen harten Widerstand aus Frankreich.

Der frühere Airbus- und neue EADS-Chef Thomas Enders

Der frühere Airbus- und neue EADS-Chef Thomas Enders

Europas größter Luft- und Raumfahrtkonzern EADS wird künftig von dem deutschen Spitzenmanager Thomas Enders geleitet. Der derzeitige Chef der größten EADS-Tochter Airbus werde Ende Frühjahr die Nachfolge des Franzosen Louis Gallois antreten, teilte der Konzern nach einer Verwaltungsratssitzung mit. Gallois führt das Unternehmen seit 2007 und scheidet zum 31. Mai nach fünf Jahren wie geplant aus.

Im Verwaltungsrat wird es eine weitere prominente Neubesetzung geben. Der frühere Präsident der Europäischen Zentralbank, Jean-Claude Trichet, übernimmt einen Posten in dem Kontroll- und Entscheidungsgremium, teilte EADS weiter mit.

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Neuer Chef des Flugzeugherstellers Airbus und Nachfolger von Enders wird der Franzose Fabrice Brégier. Der französische EADS-Großaktionär Arnaud Lagardère beerbt im Zuge des turnusmäßigen Führungswechsels Daimler-Finanzvorstand Bodo Uebber als Vorsitzenden des EADS-Verwaltungsrats.

Frankreich blockierte die Nominierung

Beobachter berichten, Enders habe hart um die neue Führung gekämpft. Die französische Regierung blockierte zeitweise seine Nominierung und sein Personaltableau, weil sie ein deutsches Übergewicht an der Konzernspitze befürchtete. Der französische Staat ist mit 15 Prozent an EADS beteiligt.

Enders konnte zuletzt als Airbus-Chef glänzende Bilanzen vorlegen. Im vergangenen Jahr stiegen die Bestellungen auf eine Rekordzahl von 1.419 Maschinen, der US-Konkurrent Boeing wurde zum wiederholten Male abgehängt.

Enders, ein früherer Fallschirmjäger, gilt als direkt und zuweilen auch undiplomatisch. Er setzte bei Airbus ab 2007 ein umfassendes Sanierungs- und Rationalisierungsprogramm um. Trotz vieler Erfolge etwa mit dem spritsparenden Mittelstrecken-Flieger A320neo bleiben viele ungelöste Aufgaben: technische Probleme beim Riesen-Airbus A380, Lieferprobleme beim Militärtransporter A400M und Verzögerungen beim Langstreckenflugzeug A350.

 
Leser-Kommentare
    • Karst
    • 26.01.2012 um 18:39 Uhr

    EADS ist ebenfalls der zweitgrößte Rüstungskonzern der Welt.

    Ich finde nicht, dass man das unerwähnt lassen sollte.

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    EADS ist nach BAE Systems der zweitgrößte Rüstungskonzern Europas. Weltweit liegt EADS nur an 7. Stelle. Zwischen BAE und EADS liegen noch Lockheed Martin, Boeing, Northrop Grunman, General Dynamics und Raytheon.

    An dieser Entscheidung können wir aber auch sehen, wie stark der Einfluß Deutschlands in Europa geworden ist, und wie sehr sich das politische Gleichgewicht zwischen Frankreich und Deutschland immer mehr zugunsten der guten neuen BRD verschiebt.

    EADS ist nach BAE Systems der zweitgrößte Rüstungskonzern Europas. Weltweit liegt EADS nur an 7. Stelle. Zwischen BAE und EADS liegen noch Lockheed Martin, Boeing, Northrop Grunman, General Dynamics und Raytheon.

    An dieser Entscheidung können wir aber auch sehen, wie stark der Einfluß Deutschlands in Europa geworden ist, und wie sehr sich das politische Gleichgewicht zwischen Frankreich und Deutschland immer mehr zugunsten der guten neuen BRD verschiebt.

  1. EADS ist nach BAE Systems der zweitgrößte Rüstungskonzern Europas. Weltweit liegt EADS nur an 7. Stelle. Zwischen BAE und EADS liegen noch Lockheed Martin, Boeing, Northrop Grunman, General Dynamics und Raytheon.

    An dieser Entscheidung können wir aber auch sehen, wie stark der Einfluß Deutschlands in Europa geworden ist, und wie sehr sich das politische Gleichgewicht zwischen Frankreich und Deutschland immer mehr zugunsten der guten neuen BRD verschiebt.

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    Das ist nur ein turnusmäßiger Wechsel von einem Franzosen auf einen Deutschen (bei EADS, und einem Deutschen auf einen Franzosen bei Airbus). Und bereits dies war offenbar schwer genug. So sehr klammert sich Frankreich an seine überzogenen Führungsansprüche in dem wohl prestigeträchtigsten und auch technologie- und sicherheitsstrategisch relevantesten europäischen Unternehmensverbund.

    • Karst
    • 26.01.2012 um 20:52 Uhr

    Sie haben recht.
    Mein Fehler. Entschuldigung.

    Das ist nur ein turnusmäßiger Wechsel von einem Franzosen auf einen Deutschen (bei EADS, und einem Deutschen auf einen Franzosen bei Airbus). Und bereits dies war offenbar schwer genug. So sehr klammert sich Frankreich an seine überzogenen Führungsansprüche in dem wohl prestigeträchtigsten und auch technologie- und sicherheitsstrategisch relevantesten europäischen Unternehmensverbund.

    • Karst
    • 26.01.2012 um 20:52 Uhr

    Sie haben recht.
    Mein Fehler. Entschuldigung.

  2. Das ist nur ein turnusmäßiger Wechsel von einem Franzosen auf einen Deutschen (bei EADS, und einem Deutschen auf einen Franzosen bei Airbus). Und bereits dies war offenbar schwer genug. So sehr klammert sich Frankreich an seine überzogenen Führungsansprüche in dem wohl prestigeträchtigsten und auch technologie- und sicherheitsstrategisch relevantesten europäischen Unternehmensverbund.

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    Antwort auf "Korrektur"
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    Deutschlands deutlich. Frankreich ist nicht mehr in der Lage, einen unbequemen Kandidaten zu verhindern.

    Deutschlands deutlich. Frankreich ist nicht mehr in der Lage, einen unbequemen Kandidaten zu verhindern.

    • Karst
    • 26.01.2012 um 20:52 Uhr

    Sie haben recht.
    Mein Fehler. Entschuldigung.

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    Jeder kann sich Mal irren ;-)

    Jeder kann sich Mal irren ;-)

  3. Jeder kann sich Mal irren ;-)

  4. Deutschlands deutlich. Frankreich ist nicht mehr in der Lage, einen unbequemen Kandidaten zu verhindern.

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  5. Die EADS Tochter Airbus beschäftigt in Hamburg rd. 12.000 Menschen, die mit ihrem überdurchschnittlich hohen Einkommen/ihrer hohen Kaufkraft für ebenso hohe Prosperität sorgen und in der Lage sind, die inzwischen schier wahnsinnigen Immobilienpreise zahlen. Jeder Mitarbeiter dort schläft nun ruhiger und kauft noch mehr, weil Herr Enders nun EADS-Chef geworden ist. Ich finde nicht, dass man das unerwähnt lassen sollte.

    • Time24
    • 27.01.2012 um 9:23 Uhr

    ... kämpfen darum, dass ein Franzose Chef der Firma wird. Genau das ist das Problem Frankreichs. Ich wäre als (Mit-)Besitzer einer Firma daran interessiert, dass diese von fähigen Personen geleitet wird. Woher der Mann oder die Frau kämen, wäre mir egal. Über den Aufsichtsrat hat Frankreich doch genügend Macht, eigene Ansprüche durchzusetzen.

    Frankreich hat wieder mal bewiesen, dass sie nicht global oder europäisch denken, sondern nur national. Und die Zeiten sind in der Wirtschaft eigentlich seit mind. 20 Jahren vorbei!

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, AFP, Reuters
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