Der Foto-Pionier Kodak hat nach einem langen Überlebenskampf einen Insolvenzantrag gestellt. Das Unternehmen wolle aber weiterarbeiten, hieß es in der Mitteilung. Dafür sei eine Finanzierung von fast einer Milliarde Dollar vereinbart worden, die von der Großbank Citigroup zur Verfügung gestellt werden soll. In den USA ist es nicht ungewöhnlich, dass sich Konzerne mit Hilfe des Gläubigerschutzes sanieren. Kodak hatte einst die analoge Fotografie entscheidend geprägt. Mit dem Wechsel zu digitalen Bildern ließen die wirtschaftlichen Erfolge des Unternehmens nach.

Über eine Kodak-Insolvenz war bereits seit Monaten heftig spekuliert worden, die ersten konkreten Hinweise gab es schon im Oktober. Eine Serie von Verlustjahren hatte die Bargeldreserven angegriffen. Das mehr als 130 Jahre alte Unternehmen hatte selbst gewarnt, dass ohne neue Mittel binnen zwölf Monaten das Aus kommen könnte. Seit 2008 schrieb das Unternehmen rote Zahlen. In den vergangenen neun Jahren schloss Kodak nach Angaben von Firmenchef Antonio Perez 13 Fabriken und 130 Labore. 47.000 Arbeitsplätze wurden gestrichen.

Kodak versuchte über Klagen an Geld zu kommen

Kodak setzte vor allem darauf, ein Paket aus rund 1.100 Patenten zu verkaufen, um sich das dringend benötigte Geld zu besorgen. Ein Deal kam jedoch trotz monatelanger Gespräche nicht zustande. Zuletzt griff Kodak mit einer Serie von Patentklagen um sich. Binnen einer Woche wurden Apple , Samsung , der Smartphone-Spezialist HTC und der Erzrivale Fujifilm verklagt. Nach Einschätzung von Experten versuchte Kodak mit den Klagen, potenziellen Kaufinteressenten die Schlagkraft seines Patent-Portfolios zu demonstrieren.

Die Erfindung des Fotofilms und des Kleinbildformats hatten den Konzern aus der Nähe von New York einst erfolgreich gemacht. Kodak war zudem an den Anfängen der digitalen Fotografie beteiligt und hält deswegen auch dort diverse grundlegende Patente.