Der Drogeriekonzern Schlecker ist insolvent. Das bestätigte das Unternehmen am Freitag. Seit drei Jahren schreibt Schlecker Verluste und schließt derzeit bundesweit Hunderte von Filialen . Das Unternehmen will nach eigenen Angaben eine sogenannte Planinsolvenz beantragen, über die sich Schlecker sanieren könnte .

Nach Angaben des Konzerns soll der Geschäftsbetrieb unverändert weiterlaufen. Ziel sei der Erhalt eines großen Teils des Filialnetzes und damit auch der Arbeitsplätze. "Wir glauben an die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens", sagte ein Sprecher. Die Mitarbeiter seien ebenfalls informiert worden.

In dem Insolvenzantrag will Schlecker den Gläubigern offenbar konkrete Vorschläge unterbreiten, wie es mit dem Konzern weitergehen kann. Die Unternehmenserben Meike und Lars Schlecker hatten trotz der Berichte über Lieferengpässe und Zahlungsschwierigkeiten bislang daran festgehalten, dieses Jahr wieder Gewinn machen zu wollen.

Die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di forderte die Unternehmenseigentümer auf, alles für den Erhalt der Arbeitsplätze zu tun. "Anton Schlecker trägt als Eigentümer persönlich die Verantwortung für seine Beschäftigten", sagte ver.di-Vorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger. In einem solchen Falle gelte besonders, dass Eigentum verpflichte.

Umsatz um 650 Millionen Euro gesunken

Grund für die Insolvenz sei, dass eine geplante Zwischenfinanzierung nicht sichergestellt werden konnte, teilte Schlecker mit. Daher könnten die weiteren Maßnahmen der aktuell laufenden Restrukturierung nicht so umgesetzt werden.

Im Geschäftsjahr 2010 war der europaweite Umsatz des Unternehmens um etwa 650 Millionen Euro auf 6,55 Milliarden Euro gesunken. Für 2011 rechnete der schwäbische Familienkonzern erneut mit sinkenden Erlösen. Die Mitarbeiterzahl lag Ende 2011 bei mehr als 30.000 in Deutschland und weiteren etwa 17.000 Beschäftigten im Ausland.

Zuletzt hatte Schlecker noch etwa 7.000 Läden in Deutschland und etwa 3.000 weitere in Österreich , Spanien , Frankreich , Italien , Tschechien , Polen und Portugal . Im Wettbewerb hatten die Konkurrenten dm und Rossmann deutlich aufgeholt.