Wechsel zur UBS : Weder di Mauro verlässt Sachverständigenrat

Acht Jahre war Beatrice Weder di Mauro als Wirtschaftsweise eine Beraterin der Bundesregierung. Wegen ihres künftigen Jobs bei der Großbank UBS gibt sie dieses Amt auf.

Beatrice Weder di Mauro © Johannes Eisele/AFP/Getty Images

Die Wirtschaftsweise Beatrice Weder di Mauro soll in den Verwaltungsrat der Schweizer Großbank UBS gewählt werden. Sie ist seit 2004 Mitglied des deutschen Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung und hat außerdem eine Professur für Volkswirtschaftslehre in Mainz . Weder di Mauro bat die Bundesregierung , auf ihre erneute Berufung in den Sachverständigenrat zu verzichten: "Es war mir immer wichtig, auch nur den Anschein eines Konfliktes mit meiner Aufgabe im Sachverständigenrat zu vermeiden. Deshalb ziehe ich mich aus dem Rat zurück."

Die UBS will ihren Verwaltungsrat außerdem mit der Züricher Anwältin Isabelle Romy verstärken, die auf internationale Prozessführung und Schiedsgerichtsbarkeit spezialisiert ist. Weder di Mauro und Romy sollen auf der Generalversammlung vom 3. Mai 2012 in das Aufsichtsgremium gewählt werden. Der gegenwärtige Präsident Kaspar Villiger verlässt den Verwaltungsrat. Er soll vom ehemaligen Bundesbank-Chef Axel Weber abgelöst werden.

Der Chef der Wirtschaftsweisen, Wolfgang Franz, ist vom Ausscheiden von Beatrice Weder di Mauro aus dem Gremium überrascht worden. "Sie hat mich am Donnerstagabend darüber informiert, dass sie für eine Wiederberufung nicht zur Verfügung stehen kann", sagte Franz dem Handelsblatt . "Wir bedauern das Ausscheiden von Weder di Mauro sehr – das ist ein Schlag ins Kontor." Sie sei nicht nur fachlich eine exzellente Unterstützung gewesen, sondern habe auch sehr zu einer harmonischen Zusammenarbeit beigetragen, sagte Franz. "Ich kann ihre Entscheidung aber verstehen – solch ein Angebot bekommt man nicht alle Tage."

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Kommentare

7 Kommentare Seite 1 von 2 Kommentieren

Die Ereigniskette ...

Beratung der Regierung und Abwandern in die Privatwirtschaft scheint wohl nur wenige Menschen zu verwundern.

Gut, bei Ministern, die dann in die Firmen wechseln, denen zuvor neue Landbahnen und Bahnhöfe in Auftrag gegeben wurden, schreit ja auch niemand mehr auf.
Bei denen, die erst das Volk und nun den Verband der Automobilindustrie vertreten verhält es sich ja ähnlich.

Kompetenz ... ja, kann man so nennen.

zu Nr. 4

Ihr Kommentar ist nicht ganz schlüssig. Frau Weder di Mauro war im Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung in Deutschland.

Also
1. Deutschland
2. Begutachtung - nicht Beratung

Ein Verwaltungsrat in der Schweiz kontrolliert nicht nur sondern leitet auch das operative Geschäft. Frau Weder di Mauro wechselt also von der Begutachtung in Deutschland zur Leitung der UBS in der Schweiz.

Ich will nicht abstreiten, dass es die von Ihnen genannten Fällen sehr oft gibt trotzdem muss man nicht jeden Wechsel der oberen Ebene gleich verurteilen.