EADS-Chef Gallois "Ich will mich nicht von Geld abhängig machen"
Der scheidende Chef des Luftfahrtkonzerns EADS Louis Gallois zieht Bilanz: Er lobt den neuen Verwaltungsrat Trichet – und sagt, warum er mit weniger Geld glücklich ist.
Frage: Monsieur Gallois, Ende 2009 haben wir Sie nach Ihren Weihnachtswünschen gefragt. Ihre Antwort war: ein stärkerer US-Dollar für EADS als Exportunternehmen. Alle anderen Probleme könne EADS mehr oder weniger aus eigener Kraft lösen. Nun ist der Dollar stärker. Sind Sie zufrieden?
Louis Gallois: Das ist zumindest besser! Aber noch ist der Dollar nicht so stark, wie wir ihn gerne hätten. Nun werden wir mit Jean-Claude Trichet, dem Ex-Präsidenten der Europäischen Zentralbank, ja einen echten Währungsexperten im Verwaltungsrat haben. Das ist eine große Verstärkung.
Frage: Was erhoffen Sie sich von Herrn Trichet?
Gallois: Es ist nicht meine Aufgabe, mich darüber zu äußern, was Herr Trichet erreichen könnte. Herr Trichet ist ganz klar ein Gewinn für EADS, denn in der Finanzwelt und auch auf politischer Ebene erhöht er unsere hohe Glaubwürdigkeit sogar noch weiter durch seine Kompetenz, seine Integrität und seinen weltweiten Status.
Frage: Weil Trichet lange für die Regierung in Paris gearbeitet hat, sehen deutsche Zeitungen in seiner Berufung einen Versuch, die Machtbalance bei EADS zugunsten der französischen Seite zu kippen.
Gallois: Das ist Unsinn! Die letzten acht Jahre hat Herr Trichet für die EZB gearbeitet und in dieser Funktion seine vollständige Unabhängigkeit unter Beweis gestellt – was ihm in Frankreich zuweilen Probleme bereitet hat. Herr Trichet ist in der EZB kein Interessenvertreter Frankreichs gewesen, sondern hat sich dort für die europäischen Interessen stark gemacht. Nein, er ist ein wahrer Europäer – genauso wie EADS!
Frage: Ihre Hauptaktionäre, der Verleger Arnaud Lagardère und der Autokonzern Daimler, möchten gern sofort verkaufen. Warum ist es so schwer, neue Aktionäre zu finden?
Gallois: Im Prinzip ist das nicht schwer. Wir sind attraktiv für Investoren, sonst wäre unser Aktienkurs 2011 nicht um 38 Prozent gestiegen. Aber um ein Aktienpaket der kontrollierenden Anteilseigner unter den heutigen Bedingungen zu verkaufen, bräuchten wir Investoren, die nicht nur bereit sein müssten, nationale Interessen zu vertreten, sondern auch anderthalb Milliarden Euro oder mehr für längere Zeit bei uns quasi einzufrieren. Und das ohne Synergien – denn es gibt weder in Deutschland noch in Frankreich ein anderes Unternehmen, das ausreichende industrielle Synergien mit uns hätte. Daher brauchen wir neue Mechanismen, etwa eine Lösung ähnlich einer Goldenen Aktie, die ich vorgeschlagen habe.
- Datum 15.02.2012 - 09:33 Uhr
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- Quelle WirtschaftsWoche
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Oder auch schlechtes Gewissen für die Taten während der aktiven Berufstätigkeit?
Aber der kann sich ja auch ruhig zurücklehnen. Die Franzosen haben den Konzern ja mittlerweile wohl weitgehend im Griff.
Konzernsitze EADS sind : Amsterdam (juristisch), München (formal) und Paris (faktisch). Sein Nachfolger (ein Deutscher!) will Paris und München dichtmachen und nach Toulouse gehen. Was hatten die Franzosen eigentlich gegen dessen Berufung? Der macht es doch "richtig"!
Hauptsitze der Töchter sind : Toulouse (Airbus), Paris (Astrium), Paris (Eurocopter), Madrid (Military) und München (Cassidian).
(Übrigens, nebenbei: auch die ESA sitzt in Paris.)
Seit dem Abgang von Franz-Josef Strauß sind die Deutschen zum Juniorpartner geworden und Frankreich ist heute das maßgebliche Land der europäischen Luft- und Raumfahrt (und Rüstung).
Zum Thema Kosten senken fällt mir nur der neue Beittrag in meinem Lieblingsblog als Lesetip ein:
http://seneca-vision.de/klaus-peters/blog-klaus-peters-seneca-vision/item/4-kosteneinsparungsprogramme-–-charakterfrage-oder-tagesgeschäft?.html
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