Tarifkonflikt Streik am Frankfurter Flughafen ausgesetzt
Die Gewerkschaft der Flugsicherung hat den Streik am Flughafen Frankfurt vorerst beendet. Betreiber Fraport hatte ein neues Angebot vorgelegt. Nun wird weiter verhandelt.
Auf dem Vorfeld des Frankfurter Flughafens wird ab Mittwochabend wieder voll gearbeitet. Entscheidend sei das schriftliche Gesprächsangebot des Betreibers Fraport gewesen, erklärte Tarifvorstand Markus Siebers. Man wolle möglichst am Donnerstag auf Vorstandsebene ohne Vorbedingungen verhandeln. Die streikenden Beschäftigten vom Vorfeld würden noch am Mittwoch ihre Arbeit wieder aufnehmen, wenn die Modalitäten geklärt seien, sagte Siebers.
Seit knapp einer Woche hatten circa 200 Flugzeugeinweiser gestreikt und damit für erhebliche Einschränkungen an Deutschlands größtem Flughafen gesorgt. Die Einweiser sind Beschäftigte der Flughafengesellschaft Fraport, für die am Airport Frankfurt insgesamt 12.000 Menschen arbeiten.
Wegen des Streiks kamen Forderungen auf, das Tarifrecht zu ändern. Der stellvertretende CDU/CSU-Fraktionschef Michael Fuchs sagte, es könne "nicht sein, dass eine Minigewerkschaft erpressen kann". Daher müsse es gesetzliche Vorgaben für eine Tarifeinheit in den Betrieben geben.
Das Bundesarbeitsministerium sieht keine Notwendigkeit, das Tarifrecht zu ändern. Auf eine bereits seit Längerem laufende Debatte habe der aktuelle Streik keinen Einfluss, sagte eine Ministeriumssprecherin. "Das Thema wird seit einiger Zeit innerhalb der Bundesregierung diskutiert und wird auch weiter zwischen den Ressorts beraten." Erste Gespräche habe es zu dem Thema bereits im Herbst 2010 gegeben.
- Datum 22.02.2012 - 13:42 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, AFP, dpa, Reuters
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Aber da ich am Samstag von frankfurt fliegen soll begrüße ich das vorläufige Streikende voll und ganz
zu organisieren. Hut ab vor dieser Managementleistung. Gelegentlich bekommen die "Nieten in Nadelstreifen" doch auch mal was hin. Soweit ich allerdings das Ganze verfolgen konnte, hat der Betriebsrat, in dem maßgeblich die Gewerkschaft Verdi vertreten ist, nicht unmaßgeblich mitgeholfen, die unliebsame Konkurrenz in Schach zu halten.
Auch wenn es hier einmal gelungen ist, die Drohgebärden einer Splittergewerkschaft in Grenzen zu halten, ist das zugrundeliegende Problem des Wegfalls der Tarifeinheit nach der Entscheidung des Bundesarbeitsgerichts aus dem Jahr 2010 noch nicht gelöst. Wir haben dies erst in jüngster Vergangenheit bei den Lokführern und bei den Klinikärzten gesehen, allerdings waren dort die Forderungen - jedenfalls im Vergleich zu den Vorfeldbeschäftigen der Fraport AG - noch relativ bescheiden.
Man kann folgendes daraus lernen: Nicht jede kleine Gruppe ist so mächtig, wie es auf den ersten Blick scheint. Kluges und vorausschauendes Management (z.B. Vorhalt von Personalreserven, clevere Jobrotation (hilft auch gegen Korruption) kann helfen.
FERNER: Liebe Arbeitgeber: Wenn ihr über die Jahre hinweg nicht immer so geknausert hättet, würde sich nicht so ein Nachholwunsch aufgestaut haben, der sich dann in solchen Forderungen wie jetzt und dem Wunsch nach rücksichtsloser Durchsetzung von Partikularinteressen manifestiert. Die bedingslose Renditeorientierung der Manager und ihr Bonikult war auch Vorbild und Ursache für die Kapriolen der Arbeitnehmer.
CHILLY
Ich die Willenstärke der Fluglotsen und deren Gewerkschaft nur bewundern. Das Firmenleitung sich den Orden selbst an die Brust heftet immerhin 80% der Flüge aqbsolviert zu haben ist echt billig. Bei der Anzahl der Flüge, die jeden Tag von Frankfurt abgehen kann sich jeder selbst ausrechnen wie schmerzhaft dieser Streik für die Gesellschaft war.
Meine Meinung: Die Gesellschaft hat sich ziemlich übel verzockt als sie den Schlichterspruch nicht akzeptiert hat. Das ging richtig ins Geld. (In der Haut des Verantwortlichen wollte ich nicht stecken.) Die Gesellschaft dachte wohl, die Gewerkschaft würde unter öffentlichen Druck einknicken und auf das Ergebnis des Schlichterspruches verzichten. Dumm gelaufen. ALso musste die Gesellschaft sich bewegen und den Gang nach Canossa machen.
Meine Empfehlung: Wenn das Angebot nicht stimmt - Weiterstreiken. Solidarische Grüße von mir.
Es gibt die schöne 80:20 Regel, die vor allem in der Flugsicherung zum tragen kommt. 80% Leistung schafft man mit 20% Aufwand, für die letzten 20% muss man aber 80% aufwenden. Ob Fraport mit 80% Auslastung über einen längeren Zeitraum zufrieden gewesen wäre?
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