Hapag-LLoydHamburg kauft sich eine Reederei

Die Stadt Hamburg stockt ihre Anteile an Hapag-Lloyd auf, um den möglichen Verkauf ins Ausland zu verhindern. Eigner Tui will aus dem Schifffahrtsbetrieb aussteigen. von dpa und reuters

Tui zieht sich weitgehend aus Deutschlands größter Reederei Hapag-Lloyd zurück. Das Unternehmen verkauft weitere Anteile, die es an Hapag-Lloyd hält, an ein Konsortium um die Stadt Hamburg .

Das Hamburger Eigentümerkonsortium werde bis zum 29. Juni 2012 von Tui 17,4 Prozent Hapag-Lloyd-Anteile erwerben – zu einem Kaufpreis von 475 Millionen Euro. Das teilte das Unternehmen nach einer Aufsichtsratssitzung in Hannover mit.

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Durch weitere Kapitalmaßnahmen und die teilweise Rückzahlung einer Hybrid-Anleihe fließen der Tui bis Juni 2012 insgesamt 700 Millionen Euro zu, heißt es in der Mitteilung.

Tui-Konzernchef Michael Frenzel will mit dem Erlös Schulden tilgen und das touristische Geschäft ausbauen. "Wir haben für alle Beteiligten eine faire Verhandlungslösung gefunden, die sowohl den wirtschaftlichen Interessen der TUI wie auch der Gesellschafter des Albert-Ballin-Konsortiums und dem Unternehmen Hapag-Lloyd gerecht wird", sagte Frenzel.

Das Konsortium, das einst gegründet worden war, um den Verkauf der Hamburger Traditionsreederei an den Rivalen NOL zu verhindern, hält bereits knapp 62 Prozent an Hapag-Lloyd.

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Leserkommentare
  1. Wann ist es je schiefgegangen, wenn der Staat sich wirtschaftlich betätigt hat, gerade in Hamburg? Wir freuen uns auf die Millionen. (Das Vorzeichen wird später nachgeliefert.)

    • rafax
    • 14. Februar 2012 16:41 Uhr

    "Die Stadt Hamburg stockt IHRE Anteile an Hapag-Lloyd auf" muss es heißen (und nicht "seine").
    Danke.

    • deDude
    • 14. Februar 2012 16:42 Uhr

    Wenn sich die Stadt Hamburg mit mehr als 37% an der größten deutschen Reederei beteiligt, was meinen Sie wohl wie die Chancen stehen das nach Fertigstellung des Jade-Weser-Ports in Wilhelmshafen ebendieser von Hapag-Lloyd Schiffen angelaufen wird?

    Die Reederei vor dem Zugriff aus Fernost zu schützen war m.E. nach richtig, aber da NOL mittlerweile selbst angeschlagen ist und soweit ich weiß sonst niemand sein Interesse bekundet hat wüsste ich nicht wessen Zugriff man hier vorgreifen will.

    Ob allerdings weitere 20% Anteile für das Konsortium Albert Ballin
    (der gute Mann würde sich im Grabe umdrehen, wüsste er was hier in seinem Namen mit "seiner" Hapag angestellt wird) klug wären, wage ich zu bezweifeln.

    • tom310
    • 14. Februar 2012 18:19 Uhr

    über Mappussens EnBW-Deal gelästert. Vorne dran die Sozialdemokraten. Und nun das...

    • Urania
    • 14. Februar 2012 18:58 Uhr

    Man kann nur hoffen, das sich Hamburg nicht verzockt hat. Etwas gut meinen, ist nich unbedingt auch gut machen. Der Staat ist nicht immer ein guter Unternehmer. Sie Deutsche Staatsweingüter. Die Liste wäre lang. Ansonsten müssen wir sowieso zahlen. Ist auch nicht das Beste.

  2. Mit Europas zweitgrösstem Hafen im Hintergrund ist die Entscheidung des Hamburger Senats eine entscheidende Rolle bei der Reederei Hapag Lloyd zu spielen sehr positiv zu bewerten. Im Gegensatz zu dem an Grössenwahn grenzenden Projekt Elbphilharmonie ist dies ein Entschluss der zur Hafenstadt Hamburg passt, Arbeitsplätze sichert und ein Zeichen setzt.
    Welch einen Eindruck hätte es gemacht wenn diese weltweit anerkannte ronommierte Reederei ans Ausland verscherbelt worden wäre.
    Gut so und weiter so!
    Für die Elbphilharmonie als Denkmal der gescheiterten von Beust Politik ist allerdings jeder Euro zuviel.
    Gruss

    • bkkopp
    • 15. Februar 2012 9:36 Uhr

    .....€475 Mio für etwas, das nur € 375 Mio wert ist. Wenn es anders wäre würde TUI nicht verkaufen.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, Reuters
  • Schlagworte Hamburg | TUI | Michael Frenzel | Hapag Lloyd | Euro | Reederei
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