InsolvenzSchlecker schließt mehr als die Hälfte der Filialen

Nur noch 13.500 der 30.000 Mitarbeiter bleiben weiter bei der Drogeriemarkt-Kette beschäftigt. So soll das Unternehmen vor dem vollständigen Zusammenbruch bewahrt werden. von afp, dpa und reuters

Eine Schleckerfiliale in Berlin

Eine Schleckerfiliale in Berlin  |  © Sean Gallup/Getty Images

Die insolvente Drogeriemarkt-Kette Schlecker schließt mehr als die Hälfte ihrer 6.000 deutschen Filialen. Die Zahl werde auf rund 3.000 reduziert, sagte Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz. Damit können von etwa 30.000 Mitarbeitern nur noch 13.500 ihren Arbeitsplatz behalten.

Eine Restrukturierung des Unternehmens sei in der Vergangenheit deutlich zu spät eingeleitet worden, erklärte Geiwitz. Daher gebe es keine andere Alternative als die harten Schnitte. Weitere Verluste seien nicht mehr möglich. "Die gute Nachricht ist, dass das Unternehmen nach kompletter Umsetzung für sich überlebensfähig ist", sagte Geiwitz.

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"Es ist für die zum Teil langjährigen Schlecker-Mitarbeiter zweifellos eine harte Konsequenz, ihren Arbeitsplatz zu verlieren, und eine Entscheidung, die wir uns nicht leicht gemacht haben", sagte Geiwitz weiter. Mit den Mitarbeitern solle in den kommenden Wochen ein Plan erarbeitet werden, der die Entlassungen sozialverträglicher machen soll.

Insolvenzverwalter Geiwitz werde Verhandlungen mit der Arbeitnehmerseite für eine schnelle Einigung führen. Ende März solle bereits das Insolvenzverfahren eröffnet werden. Danach dürfe Schlecker nicht mit Verlusten weitergeführt werden. Sonst ließen sich auch keine Investoren finden, erklärte Geiwitz.

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Leserkommentare
    • TDU
    • 29. Februar 2012 14:50 Uhr

    Geht natürlich jetzt gar nicht. Dabei gäbe es villeicht einige, die einige der ja nicht immer unlukrativen Filialen übernehmen würden. Abschubfinanzieung aus dem Privatvermögen der Schlafmützen. Denn in viele Standorte würden andere Ketten nicht reingehen.

    Aber outsourcing ist gut zum Sparen. Zum Verdienen natürlich nicht. Dann macht man lieber den Laden dicht.

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    • Medley
    • 29. Februar 2012 18:00 Uhr

    "Anschubfinanzierung aus Privatvermögen"? Hallo? Schon mitbekommen? Schlecker ist PLEITE!!!! inclusive des Privatkonkurs des Firmeninhabers. Da ist nichts mehr da. Nada. Nothing. Und was die Standorte betrifft: Das Geschäftsmodell von Schlecker, das da heißt: "Kleinvieh macht auch Mist" mit xyz-von Minifilialen standortnah("For You. Vor Ort.") an jeder Weggabelung mit Miniumsätzen, die sich aber heftig multiplizieren, wenn man sie mal 6000 nimmt, das funkioniert heutzutage nicht mehr, ansonsten würde es Schlecker noch geben. Das Geschäftsmodell ist tot und deshalb werden wohl, meiner Meinung nach, auch noch die verbliebenenn restlichen 3000 Filialen dichtmachen müssen, so leid mir das auch tut.

  1. ...alleine reicht ja nicht. In welchem Segment genau will Schlecker noch punkten? So ein Schneeballsystem funktioniert immer nur temporär: ständige Expansion, dadurch komfortable Rabatte/Zahlungsziele bei den Zulieferern ("wir tun alles, um nicht ausgelistet zu werden...") *und* keine ernstzunehmenden Mitbewerber. Das alles ist jetzt weggebrochen. Der Rest wird in Kürze folgen.

  2. (hauptsächlich schlecht qualifizierte Frauen für die Jobs nicht gerade an jeder Straßenecke zu finden sind) verliert ihren Job und trotzdem geht es hier schon wieder mit zynischen Kommentaren und Hetze gegen Schlecker los. So sehr, wie sich einige über die Schlecker-Insolvenz zu freuen scheinen frage ich mich: Wem ist geholfen wenn jetzt niemand mehr dort einkauft und der Rest auch noch den Job verliert?

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    "trotzdem geht es hier schon wieder mit zynischen Kommentaren und Hetze gegen Schlecker los. So sehr, wie sich einige über die Schlecker-Insolvenz zu freuen scheinen frage ich mich: Wem ist geholfen wenn jetzt niemand mehr dort einkauft und der Rest auch noch den Job verliert?"

    ..den Leuten Sand in die Augen zu streuen? Also halten wir fest: Der Preissektor ist erledigt. 0 Punkte, denn die Mitbewerber können unterbieten. Bleibt noch der Service-Sektor. Schlecker- gegen DM-Filiale? 0 Punkte, oder nicht? Was bleibt, und das habe ich schon anderer Stelle geschrieben: der mutige Sprung ins 21. Jahrhundert. Optimierung des Online-Angebots, Schaffung eines "Amazon" des Drogerie/Food-Retailments. Damit Optimierung der Distribution: 24 Stunden-Lieferung (kostenlos ab €10.-) als conditio sine qua non. Flankierend als Interimsmaßnahme Katalog-Service in den Dörfern. Da reicht eine freundliche und kompetente Frau, die "den Omis" beim Ausfüllen des Bestellzettels hilft. Auch hier: Lieferung innerhalb von 24 Stunden. Erfolfsmodelle? Argos/Tesco/Iceland in GB

  3. "trotzdem geht es hier schon wieder mit zynischen Kommentaren und Hetze gegen Schlecker los. So sehr, wie sich einige über die Schlecker-Insolvenz zu freuen scheinen frage ich mich: Wem ist geholfen wenn jetzt niemand mehr dort einkauft und der Rest auch noch den Job verliert?"

    ..den Leuten Sand in die Augen zu streuen? Also halten wir fest: Der Preissektor ist erledigt. 0 Punkte, denn die Mitbewerber können unterbieten. Bleibt noch der Service-Sektor. Schlecker- gegen DM-Filiale? 0 Punkte, oder nicht? Was bleibt, und das habe ich schon anderer Stelle geschrieben: der mutige Sprung ins 21. Jahrhundert. Optimierung des Online-Angebots, Schaffung eines "Amazon" des Drogerie/Food-Retailments. Damit Optimierung der Distribution: 24 Stunden-Lieferung (kostenlos ab €10.-) als conditio sine qua non. Flankierend als Interimsmaßnahme Katalog-Service in den Dörfern. Da reicht eine freundliche und kompetente Frau, die "den Omis" beim Ausfüllen des Bestellzettels hilft. Auch hier: Lieferung innerhalb von 24 Stunden. Erfolfsmodelle? Argos/Tesco/Iceland in GB

  4. wie üblich auf Kosten der Mitarbeiter; man sollte nicht vergessen, daß die Schleckerkette in Österreich nach wie vor existiert und Gewinne einfährt.
    Wäre es nicht um die Mitarbeiter/innen, so würde ich die Insolvenz bejubeln.

    • Medley
    • 29. Februar 2012 18:00 Uhr

    "Anschubfinanzierung aus Privatvermögen"? Hallo? Schon mitbekommen? Schlecker ist PLEITE!!!! inclusive des Privatkonkurs des Firmeninhabers. Da ist nichts mehr da. Nada. Nothing. Und was die Standorte betrifft: Das Geschäftsmodell von Schlecker, das da heißt: "Kleinvieh macht auch Mist" mit xyz-von Minifilialen standortnah("For You. Vor Ort.") an jeder Weggabelung mit Miniumsätzen, die sich aber heftig multiplizieren, wenn man sie mal 6000 nimmt, das funkioniert heutzutage nicht mehr, ansonsten würde es Schlecker noch geben. Das Geschäftsmodell ist tot und deshalb werden wohl, meiner Meinung nach, auch noch die verbliebenenn restlichen 3000 Filialen dichtmachen müssen, so leid mir das auch tut.

    Antwort auf "Outsourcing"
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    • TDU
    • 01. März 2012 9:47 Uhr

    Einige müssen jetzt weiter fahren, manche 10 km bis zum nächsten Drogeriemarkt und der ist teurer. Holzmann war pleite, Opel war pleite, Karstadt Kaufhof usw. Aber welcher Politiker setzt sich schon für die Firma Schlecker ein. Da man keine Popularitätspunkte machen.

    Nich nur Ungelernte arbeiten bei Schlecker. Nicht immer nur einige Filialen ind er Stadt sehen. Bei uns gabs hatte immer fachkundige Beratung auch durch Frauen, die auf dem guten Arbeitsmarkt eben keinen Job bekamen. Aber die sind schon wenig Wert und bei Schlecker gar nicht, weil es eben Schlecker ist. Schön ist das nicht.

    • Medley
    • 29. Februar 2012 18:28 Uhr

    "Damit baden wieder einmal die Beschäftigten das Missmanagement der Unternehmensleitung aus."

    Ja Gottchen, so ist das nun mal eben. Wenn man eine Arbeitsehe eingeht, dann hängt man halt zusammen, in guten sowie in schlechten Tagen. Wenn das Gutmanagement der Unternehmensleitung stattdessen für sprudelnde Gewinne und damit für ebenso gutperformende Lohnerhöhungen sorgt, dann flennt ja schließlich auch niemand rum.

    Unternehmensleitungen sind nunmal keine Götterriegen, sondern bestehen auch nur aus Menschen, die halt Fehler aus den unterschiedlichsten Gründen machen können. Ja, so ein Miss(t)...management aber auch. Hingegen macht der normale lohnabhängige Beschäftigte, inclusive dem Herrn Chilly, natürlich nieeeemals Fehler, nicht wahr?

    Wenn ein Unternehmen pleite geht, so ist auch der Unternehmer pleite. Er trägt also nicht nur das Risiko seines Arbeitsplatzverlustes als Chef, sondern auch das Risiko seines vollständigen wirtschaftlichen Untergangs. Ein normaler Arbeiter verliert bei einem Konkurs hingegen nur seine Beschäftigung, aber mitnichten auch noch sein Sparguthaben plus Haus und Hof und hat nicht schlimmstenfalls am Ende auch noch Hunderttausende oder gar Millionen Euro Schulden am Hals. Wäre die Selbstständigkeit ach so risikolos und süß, so wollte wohl jeder von uns ein freier und wohlhabender Unternehmer sein. Hohes Risko versus hohe Chancen. Hohe Gewinne versus Megaverlust. Kein Wunder also, dass die Mehrheit der Deutschen es lieber kuscheliger mag.

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    • Chilly
    • 29. Februar 2012 18:47 Uhr

    guten Jahren mit seinen Beschäftigen besonders schlecht umgegangen ist. Ich kann mich noch gut an Zeiten erinnern, als die Filialen noch nicht einmal ein Telefon hatten und die Beschäftigen nach einem Überfall zu Nachbarn gehen mussten, um die Polizei anzurufen. Die Bezahlung bei Schlecker war im Regelfall unterdurchschnittlich und die sonstigen Arbeitsbedingungen auch. Betriebsräte wurden behindert bzw. schon die Bildung versucht zu verhindern.

    Ausgehend von Ihrer These hätte das ja anders sein müssen, in Zeiten als das Unternehmen noch Gewinne abwarf. Oder?

    Kein Mensch masst sich Unfehlbarkeit an, ich schon gar nicht. Ferner habe ich in meinem Beitrag nur die Wirklichkeit geschildert und nur am Ende eine Wertung untergebracht. Diese sollten Sie mir aber ebenso zugestehen, wie ich Ihre Auffassung respektiere.

    Ich finde es nur eben sehr bedauerlich, dass heute schon Berater den Weg in die Insolvenz empfehlen, um Abfindungen etc. beim "normalen" Personalabbau zu umgehen. Das ist in meinen Augen bedenklich und nicht die eigentliche Intention des Insolvenzrechts.

    CHILLY

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, Reuters, AFP
  • Schlagworte Entlassung | Unternehmen | Verlust
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