Der Vorstand des Volkswagen-Konzerns hat 2011 mehr als 70 Millionen Euro an Bezügen erhalten. Das ist fast doppelt so viel wie im Jahr zuvor, wie aus dem Geschäftsbericht von VW hervorgeht. Allein Konzernchef Martin Winterkorn verdiente den Angaben zufolge mehr als 17,4 Millionen Euro. Bei seinen Kollegen sind es zwischen 7,2 und 8,1 Millionen Euro.

Damit dürfte sich Winterkorn auch deutlich vom Chef der Deutschen Bank, Josef Ackermann absetzen: Er stand zuletzt mit einem Verdienst von neun Millionen Euro nahezu gleichauf mit Winterkorn.

Basis des Gehalts der VW-Manager ist ein fester Sockel, der aber nur einen vergleichsweise geringen Anteil am Gesamtverdienst ausmacht. Ein variabler Bonus, der sich an der Geschäftsentwicklung der vergangenen zwei Jahre orientiert, fällt weit höher aus.

Außerdem hat die Führungsriege seit 2010 Anspruch auf einen sogenannten langfristigen Anreiz, in dessen Berechnung unter anderem die Absatz- und Renditesteigerung sowie die Kundenzufriedenheit einfließen. Die 20 Mitglieder des VW-Aufsichtsrats bekommen insgesamt knapp 7,4 Millionen Euro.

Sondereffekte treiben Gewinn

Auch die Mitarbeiter profitieren vom Rekordgewinn bei Volkswagen, der im vergangenen Geschäftsjahr 15,8 Milliarden Euro betrug. Die Tarifbeschäftigten der Volkswagen AG in den sechs westdeutschen Werken werden mit einer Prämie von 7.500 Euro brutto belohnt – fast 90 Prozent mehr als im Vorjahr. Nach Angaben des Betriebsrats ist es die höchste Erfolgsbeteiligung, die der Konzern seinen tarifgebundenen Mitarbeitern bislang gezahlt hat.

Die Aktionäre erhalten ebenfalls einen Anteil: Vorstand und Aufsichtsrat schlagen der Hauptversammlung am 19. April in Hamburg eine Erhöhung der Dividende um 80 Cent je Papier vor. Pro Stammaktie sollen 3,00 Euro, pro Vorzugsaktie 3,06 Euro ausgeschüttet werden.

Im vergangenen Jahr hatte Volkswagen den Reingewinn dank gestiegener Auslieferung und Sondereffekten auf 16 Milliarden Euro mehr als verdoppelt. Aufgebläht wurde der Gewinn dabei von Bilanzeffekten aus der geplatzten Fusion mit der Porsche Holding SE , die das Finanzergebnis antrieben.