Gutschein-PortalUS-Börsenaufsicht überprüft Groupon

Die Korrektur der ersten Quartalszahlen des Schnäppchen-Portals Groupon alarmieren die US-Börsenaufsicht. Gleichzeitig läuft gegen das Unternehmen eine Sammelklage. von dpa und reuters

Das Logo der Firma Groupon

Das Logo der Firma Groupon  |  © Scott Olson/Getty Images

Die US-Börsenaufsicht SEC überprüft eine Bilanzkorrektur des Internet-Rabattportals Groupon . Das Verfahren sei ganz am Anfang, berichtete das Wall Street Journal unter Berufung auf eine mit der Situation vertraute Person. Es sei noch keine Entscheidung darüber gefällt worden, ob eine offizielle Untersuchung eingeleitet werde.

Groupon hatte am Freitag die ersten Quartalszahlen als börsennotiertes Unternehmen deutlich nach unten korrigiert. Grund sei der nachträglich festgestellte Bedarf, die Reserven zu erhöhen, hieß es am Freitag. Der Verlust im Schlussquartal 2011 stieg dadurch von 43 auf 65,4 Millionen Dollar (49 Millionen Euro) an. Marktbeobachter hatten für das Vierteljahr ursprünglich sogar einen Gewinn erwartet. Die Aktie notiert jetzt mit 15,27 Dollar deutlich unter dem Ausgabepreis von 20 Dollar bei dem Börsengang im November.

Dem Bericht zufolge fiel der Fehler im Februar auf. Groupon habe im Januar nicht genug Reserven gehabt, um Kunden, die ihre Rabattgutscheine zurückgaben, ihr Geld zu erstatten. Groupon stehe aber auch nach dem Patzer hinter Finanzchef Jason Child.

Investoren verunsichert über rote Zahlen

Am Montag wurde zudem bekannt, dass Groupon eine Sammelklage wegen der Laufzeit der Rabattgutscheine mit der Zahlung von 8,5 Millionen Dollar beilegen wolle. Die Kläger hatten kritisiert, dass Groupon mit einer zu kurzen Gültigkeit der Coupon US-Vorschriften verletzt habe. Die Groupon-Aktie war daraufhin um 17 Prozent abgesackt.

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Bei Groupon können Unternehmen Rabatt-Coupons für ihr Geschäft anbieten. Der Deal kommt zustande, wenn eine bestimmte Anzahl von Interessenten zuschlägt. Die Website selbst behält eine Kommission, typischerweise rund die Hälfte des Gutschein-Werts.

Groupon war lange als der nächste große Börsenstar gehandelt worden. Die Investoren verunsichert aber, dass die schnell wachsende Firma nicht aus den roten Zahlen kommt. Im gesamten Jahr 2011 addierte sich das Minus auf 373,5 Millionen Dollar. Bereits 2010 hatte Groupon einen Verlust von 456,3 Millionen Dollar verbucht. Das Portal führt die roten Zahlen jedoch auf Investitionen in den Ausbau des Geschäfts zurück und verspricht, dass sich dies mit der Zeit auszahlen werde.

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Leserkommentare
  1. Groupon - Blick hinter die Kulissen

    http://goo.gl/ssy81

    • Codex
    • 03. April 2012 15:13 Uhr

    Groupon war kurz nach dem Börsenstart schon mehr Wert als die Deutsche Lufthansa.
    Die Samwer Brüder kooperieren mit der Fam. Rosaschilf...oder so ähnlich, die das
    Geld mit Tastendrücken generieren können. Cui Bono? Das erklärt doch schon alles!

  2. Das Geschäftsmodell von Groupon ist, dass jemand Waren oder Dienstleistungen stark, teils um die Hälfte ermäßigt anbieten muss. Von dem, was er dann einnimmt, muss er wiederum praktisch die Hälfte an Groupon abgeben. Das kann auf Dauer nicht funktionieren. Es ist betriebswirtschaftlich nur sinnvoll, wenn der Anbieter entweder schon aus dem letzten Loch pfeift und Umsatz um jeden Preis braucht oder aber völlig überteuert zu Mondpreisen anbietet. Gerade Schnäppchenjäger merken das mit den Mondpreisen natürlich spätestens beim zweiten Mal. Dann ist die Idee so gut wie tot. Verwunderlich ist nur, dass man mit diesem Konzept überhaupt an die Börse gehen kann und dass es Anlieger gibt, die an diese Geschäftsidee glauben.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, Reuters
  • Schlagworte Dollar | SEC | Aktie | Börsengang | Gewinn | Unternehmen
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